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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 28 (1900)

Dinklage: Rasche Fahrten deutscher Segelschiffe auf südlichen Breiten, 163 
Wird die Zeitabkürzung durch die gutgemachte Ostlänge, im ersten‘ Falle 
5,73 Stunden oder 0,28 Tage für 101°, im zweiten 8,31 Stunden oder 0,35 Tage 
für 124,6°, mit in Rechnung gezogen, so erhält man für den ersten Abschnitt 
als Durchschnittsdistanz für 24 Stunden 253,4, für eine Stunde 10,6 Sm, für den 
zweiten 239,8 bezw. 10,0 Sm. Unter den 19 Tagen des ersten ‘Rennens ist nur 
ajner mit etwas weniger als 200, dagegen finden sich neun mit mehr als 260 Sm. 
Das Maximum von 299 Sın brachte das Etmal vom 29, zum 30. Juni, in welchem 
die Fahrgeschwindigkeit für längere Zeit bei WNW 8 auf 13 Knoten stieg. Das 
zweite, längere Rennen fiel, da zwei flaue Tage, der 25. Juli und der 7. August, 
dazwischen kamen, wie die vorher gegebenen Durchschnittszahlen zeigen, nicht 
ganz so gut aus, doch gab es auch bei diesem, aufser den erwähnten, kein Etmal 
unter 200 Sm, dagegen an 9 Tagen wieder solche von mehr als 260 Sm mit 
einem gröfsten Betrage von 295 Sm vom 30. zum 31. Juli. Die Unterbrechung 
der Fahrt vom 17. bis zum 20. Juli entstand dadurch, dafs das Schiff, obgleich 
es günstigen Wind hatte, durch die Schwere des Sturmes und die Uebermacht 
der wilden See zum Beiliegen genöthigt war. Dieselbe Ursache brachte am 1. August 
wieder einen Verlust von 10 Stunden Fahrt. Wie aus der nachstehenden Mittheilung 
des Kapt. A. Scheepsma hervorgeht, hätte dieser Verlust sich wahrscheinlich 
vermeiden und eine noch bessere Leistung des „Adolf“ sich erzielen lassen, wenn 
das Schiff in einem besseren Zustande der Beladung gewesen wäre, 
„Unsere Reise von Reunion nach Taltal“, schreibt der Kapitän, „war eine 
in jeder Hinsicht anstrengende. Der Ballast bestand aus 925 Tonnen Steine 
vom Strande, die so schwer wie Blei waren und einen zu kleinen Raum einnahmen. 
Mit dem Gewichte tief unten im Schiff schlingerte »Adolf« auf eine ganz gelähr- 
liche Weise, und mußten wir, um diesen Uebelstand abzuschwächen, sogar Steine 
im Zwischendeck verstauen. Viele Meilen gingen in der Fahrt verloren, weil 
oft, um das furchtbare Schlingern zu vermindern, die Raaen angebrafst wurden, 
trotzdem der Wind raum war. Eine große Plage, die jenen Uebelstand noch 
vermehrte, war während der ganzen Reise eine stets herrschende aufsergewöhnlich 
hohe Südwestdünung. Ein weiterer Grund, weshalb nicht immer die volle Fahr- 
geschwindigkeit des Schiffes erzielt werden konnte, war die gestörte Gesundheit 
der Mannschaft, Der Obersteuermann hatte sich beim Verlassen des Hafens 
durch eine brechende Trosse das Bein verletzt und konnte infolgedessen den 
Wachtdienst während der ganzen Reise nur in beschränktem Mafse wahrnehmen, 
Der zweite Steuermann, ich und der Segelmacher erlitten durch das starke 
Schlingern des Schiffes ebenfalls bedenkliche Verletzungen. Aufserdem grassirte 
unter der Mannschaft eine Art Malaria, wodurch die Leute, welche Wache gehen 
konnten, auch noch sehr geschwächt waren. Der geschilderten Umstände wegen 
wurde denn auch. keine höhere Breite aufgesucht; indessen trafen wir in 
niedrigeren Breiten auch ganz günstige Verhältnisse, und haben wir deshalb 
durch diese Mafsregel, abgesehen von der Verlängerung der Distanz, an der 
Schnelligkeit der Reise wohl wenig eingebüfst.“ 
2... Reise der Stahlbark „Selene‘‘, Kapt. F. H. Israel, von East London nach Iquique, 
Datım 
1898 | 
Mittagsort | 
S-Br.| O-Lg 
Aug. 6 
3 
9 
10 
{1 
36° 25° 
38° 46' 
40° 51 
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42° 48’ 
42° 47' 
42° 57 
42° 57' 
42° 45 
43° 0 
43° 591 
79° 32’ 
32° 46' 
36° 21° 
40° Z 
43° 50‘ 
«7° 18' 
53° 55' 
30° 28° 
37° 18° 
71° 58’ 
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Bemerkungen. 
Um 9b 30a verliefsen East London, Kap-Kolonie, in 
Ballast, 
Frische Briese, klares Wetter. 
Wind etwas zunehmend. 
Steifer Wind mit Regen. 
Wind sehr unstetig. 
Wind sehr unstetig. 
Frische Briese gegen das Ende, vorher flauer. 
Wind holt allmählich nach W und wird steif. 
Wind zum Sturme zunehmend, 
Anhaltender Sturm mit schweren Hagelböen. 
Sturm anhaltend mit Hagelböen. Blitzen in SO bis ONO. 
Stürmischer Wind mit harten Böen. 
Stetiger Wind mit Regen.
	        
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