Auflösungen für das Zweihöhenproblem,
ostwärts bis zur Ortslinie. Ist dies Verfahren durch Rechnung auch nicht
so einfach wie die Konstruktion in der Karte, wenn man diese oder ein ent-
sprechendes Gradnetz zur Hand hat, so ist es doch genau und auch leicht
ausführbar.
Sumner hatte seine Gründe angegeben, warum er bei der Berechnung
der Stundenwinkel mit zwei angenommenen Breiten blieb. Später sind nun be-
sondere Hülfstafeln hinzugekommen, zunächst für das Azimuth, wegen der
leichteren Deviationsbestimmung des Kompasses, womit aber auch die Anwendung
von Sumner’s Methode eine Abkürzung erhalten konnte, indem man nur einmal
mit der geschätzten Breite aus beiden Höhen die beiden Längen berechnet und
zu jeder Höhe schon das Azimuth, mithin auch die Ortslinien kennt, deren
Schnittpunkt gesucht wird. Man rechnet also hiernach mit Tangenten zu den
Höhenkurven, während Sumner die Sehnen derselben benutzte, deren Schnitt-
punkt nicht so weit von dem Durchschnitts-
punkte der Kurven abweichen wird, wie der
Schnittpunkt der Tangenten, wenn der ge-
schätzte Ort noch sehr entfernt von dem
wahren liegt und die Kurven eine beträcht-
liche Krümmung haben.
Als Rechnungsbeispiel hierfür das vor-
hergehende benutzend, so kommt nun hinzu,
dafs auf derselben Breite 35° 20‘S eine zweite
Ortslinie S46°O durch die Länge 99° 14,2‘ O
ging. Wird dies mit der ersten Ortslinie in
Verbindung gebracht, welche S25°O war,
und auf derselben Breite die Länge 99° 13,3‘ 0
traf, so ist nun die Aufgabe, die Breite und
Länge des Schnittpunktes S dieser beiden
Linien zu finden.
Kompl.! sin 21°: 0,7 = sin 75° : 1,9
75° N W Lg.-Unt.
| N46°W 19..13 14... 17W
35208 9914,20
‚ Ges. Br. — 3518,7 Su. Lg.=9912,50
| des Punktes S.
Diese Rechnung bezieht sich also auf das geradlinige Dreieck mit der
Grundlinie 0,7 und dem gegenüberliegenden Winkel 21° als Richtungsunterschied
der Ortslinien, womit das Uebrige sich von selbst ergiebt, nach dem Entwurf
einer kleinen Figur. Durch Konstruktion in der Karte wurde gefunden:
35° 18‘S und 99° 12‘ 0. Herr Kapt.-Lieut. Wodrig*®) fand durch eine andere
Rechnungsform 35° 18,6‘ S und 99° 12,5‘ O0, indem er die Aufgabe auch einmal
nach den allgemeinen Principien der analytischen Geometrie löste, wo aus den
Gleichungen der beiden Sumner’schen Linien die Koordinaten ihres Schnitt-
punktes gefunden werden können, mit Rücksicht auf die Bewegung der einen
Linie, wegen der Ortsveränderung des Schiffes,
Ferner wurde zum Zweck der leichteren Bestimmung der Sumner’schen
Höhenlinien eine zweifache Hülfstafel*®) berechnet für die Aenderung von t
infolge der Aenderung von %, wenn h und d konstant bleiben, indem die
Differenzirung der Grundgleichung
sinh = sing sind + gcosd cost
z_ er 2]
= ( ni!
48) Die Bestimmung des Schiffsortes aus zwei Sumner’schen Standlinien mit Hülfe der
analytischen Geometrie, Von Wodrig, Kapt.-Lieut. — Beiheft zum Marineverordnungsblatt No. 46,
Berlin 1883,
49) Nautical Magazine 1873. Handbuch der Navigation, Berlin 1881, pag. 266.