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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 52 (1924)

Ann. d. Hydr. usw., LIL Jahrg. (1924), Heft I. 
Die Zirkulation im Nordatlantischen Ozean und den anliegenden Teilen 
der Kontinente, dargestellt durch Häufigkeitswerte der Zyklonen. 
Von A, Schedler, Innsbruck, 
(Hierzu Tafel 1 und 2.) 
Seit Einführung der synoptischen Wetterkarte in die Meteorologie ist man 
bestrebt, den Zusammenhang der Witterungserscheinungen mit der jeweiligen 
Luftdruckverteilung auf immer größere Gebiete auszudehnen. Die Beziehungen, 
die Hildebrandson, Walker, F. M. Exner u. a. für verschiedene meteoro- 
logische Elemente in den verschiedenen weit voneinander abstehenden Teilen der 
Erde gefunden haben, weisen darauf hin, daß über größere Gebiete ein ur- 
sächlicher Zusammenhang die Schwankungen dieser Elemente regelt, der sich in 
erster Linie in gewissen Gesetzmäßigkeiten der Luftdruckverteilung über größere 
Gebiete widerspiegelt. Besonders für die Gesetzmäßigkeiten und Periodizitäten 
der Witterung längerer Zeiträume ist dieser innere Zusammenhang der aperio- 
dischen Schwankungen der meteorologischen Elemente in örtlich weit getrennten 
Gebieten von größter Wichtigkeit. Trotzdem sind diese Untersuchungen noch 
sehr spärlich, wahrscheinlich besonders deshalb, weil das zu verarbeitende Beob- 
achtungsmaterial einen solchen Umfang erreicht hat, daß es von einem einzelnen 
Menschen in absehbarer Zeit nicht bewältigt werden kann, 
Sicher ist das Gebiet des Nordatlantischen Ozeans mit den angrenzenden 
Teilen Nordamerikas für das Wetter in Europa von ausschlaggebender Bedeutung, 
Für dieses Gebiet liegt bereits eine ausgezeichnete Verarbeitung der Luftdruck- 
verteilung durch A. Defant!) vor. 
A, Defant hat nach dem 25-jährigen Beobachtungsmaterial für den Nord- 
atlantischen Ozean und die angrenzenden Gebiete, das in den Hoffmeyerschen 
Wetterkarten gesammelt ist, mittlere monatliche Luftdruckkarten berechnet, und 
auf diese Art eine sehr wichtige Grundlage zur Untersuchung der unperiodischen 
Schwankungen der Luftdruckverteilung über den Nordatlantischen Ozean ge- 
liefert. Die entsprechenden‘ Untersuchungen sind noch nicht vollendet und be- 
ziehen sich vor allem auf die Abweichung der monatlichen Luftdruckwerte über 
dem betrachteten Gebiet vom langjährigen Mittel, 
Eine andere Art der Verwendung des in den Hoffmeyerschen Wetter- 
karten enthaltenen Materials soll hier gegeben werden. Vorliegende Arbeit be- 
zweckt nun die Darstellung der atmosphärischen Zirkulation durch Häufigkeits- 
werte der Zyklonen für die verschiedenen Teile des betrachteten Gebietes. Das 
Gebiet, für welches diese Verteilung ermittelt wurde, umfaßt wie in der Unter- 
suchung A. Defants den Nordatlantischen Ozean von 10°—75° N. Br., weiter die 
angrenzenden Teile Amerikas und fast ganz Europa; in der Längenerstreckung 
also von 80° W-Lg.—40° O-Lg. von Greenwich, Nur das Gebiet 10° W-Lg.—40° O-Lg. 
und südlich des 30. Breitenkreises, also Afrika, mußte wegen Mangel an Beob- 
achtungen weggelassen werden. Das notwendige Zahlenmaterial wurde den 
Hoffmeyerschen Wetterkarten entnommen, und zwar für die Zeit vom 1. De- 
zember 1880 bis 30. November 1905 (25 Jahre). Nur für das sogenannte Polar- 
jahr, also vom 1. September 1882 bis 31. August 1883, sind in dieser Ausgabe 
keine Wetterkarten erschienen, und es mußten die ynchronous Weather Charts 
of the North Atlantic and the adjacent Continents, London“ verwendet werden. 
Die Auszählung der im Gebiete eines Fünfgradfeldes im Laufe eines Monats 
aufgetretenen Zyklonen wurde folgendermaßen durchgeführt: Für jeden Monat 
eines jeden Jahres wurde in ein Blatt, das nach Fünfgradfeldern geteilt war, der 
1) A, Defant, Die Verteilung des Luftdrucks über dem Nordatlantischen Ozean und den an- 
liegenden Teilen der Kontinente auf Grund der Beobachtungsergebnisse der 25-jährigen Periode 1881 
vis 1905. Wiener Akad., Math.-nat. Kl. Denkschriften 93, Band 1916. 
Ann. d, Hydr. usw. 1924, Heft I.
	        
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