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Metadata: Jahresbericht 1994

Schiffahrt 
Die mit diesen Versuchen gewonnenen Er 
kenntnisse sollen der IMO zur Ergänzung der in 
ternationalen Vorschriften über Radartranspon 
der an Bord von Seeschiffen vorgelegt werden. 
Kreiselkompaßanlagen für 
schnelle Schiffe 
Der zunehmende Bau von schnellen Schif 
fen mit Fahrtgeschwindigkeiten von über 30 kn 
stellt neue Anforderungen an die mitgeführten 
Navigationsinstrumente. Diese müssen den An 
sprüchen der hohen Verkehrsdichte und den dar 
aus resultierenden schnellen Manövern gerecht 
werden. So treten auch bei Kreiselkompaßanla 
gen nicht zu vernachlässigende Fehler auf. Die 
Funktion des Kreiselkompasses beruht auf der 
Nutzung der Erddrehung zur Anzeige der geo 
graphischen Nordrichtung. Wird der Erdrehung 
die Schiffsbewegung vektoriell überlagert, ent 
steht ein sogenannter Fahrtfehler, der von der 
Geschwindigkeit des Schiffes, der geographi 
schen Breite und dem Schiffskurs abhängt. Bei 
einer Fahrt von 40 kn, einer geographischen 
Breite von 55° und auf Nordkurs erreicht z. B. der 
Fahrtfehler einen Wert von 4,4°, falls die Kreisel 
kompaßanlage unkorrigiert ist. Eine Korrektur 
dieses Fehlers ist anhand von Tabellenwerten 
leicht möglich. 
Außerdem ensteht durch das Zusammen 
wirken der auftretenden Beschleunigungskräfte 
und des Dämpfungssystems der Kreiselkugel 
ein Dämpfungs-Beschleunigungsfehler, der nur 
durch ein komplexes mathematisches Rechen 
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modell zu beschreiben ist. Die Abweichung der 
Kreiselkompaßanzeige vom wahren Kurs ist bei 
schnellen Änderungen der Fahrtgeschwindigkeit 
oder des Schiffskurses erheblich und kann unter 
den beschriebenen Bedingungen zu einem Si 
cherheitsrisiko führen. Dieser dynamische Fehler 
kann durch ein geeignetes Rechenmodell korri 
giert werden. Es bestehen bei der IMO Überle 
gungen, besondere Prüfbedingungen für die 
Baumusterprüfung von Kreiselkompaßanlagen 
zur Verwendung an Bord von schnellen Schif 
fen (HSC - High Speed Craft) zu erstellen. Im 
„Report of the Technical Working Group on 
Navigational Aids and Related Equipment 
(NAV 40/WP.3 vom 7. 9. 94)“ sind entsprechende 
Vorschläge niedergelegt. 
Die dort aufgestellten Anforderungen wur 
den bei der Baumusterprüfung einer Zweikreisel 
kompaßanlage mit integrierter Fahrtfehlerkorrek 
tur, die den speziellen Anforderungen schneller 
Schiffe gerecht werden soll, geprüft. Dazu sind 
Messungen unter Fahrtbedingungen erforderlich. 
Die Kreiselkompaßanlage wurde dazu auf einem 
Fahrzeug montiert, das Geschwindigkeiten bis 
zu 70 kn und Fahrtrichtungsänderungen bis zu 
20° in der Sekunde erlaubt. Diese Meßbedingun 
gen konnten mit der Unterstützung der Wehrwis 
senschaftlichen Dienststelle (WWD) in Munster 
erzeugt werden. 
Für die Prüfungen wurde ein Verfahren zur 
Meßwerterfassung entwickelt, das es erlaubt, die 
Daten in Echtzeit zu ermitteln und mit genauen 
Positionsdaten in Korrelation zu bringen. Hierzu 
wird in Zukunft eine zeitlich feiner aufgelöste und 
schnellere Datenerfassung unumgänglich sein.
	        
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