Votizen.
133
am 2. März 1899 durch mehrere Sonnenhöhen und zwei Chronometer und durch
genaue Peilungen, dafs die Insel Oeno nicht auf 130°41’, sondern auf 130° 56‘ W-Lg
liegt. Die Länge 130° 41'W für Oeno ergab sich auch durch die genauen
Beobachtungen und Peilungen bei Pitcairn-Eiland, welches am 5. März in der
Nähe passirt wurde, um 15’ zu östlich. Die Insel Oeno ist bei sehr klarer Luft
höchstens 5 bis 6 Sm weit sichtbar, und man erblickt sie nur, wenn man scharfen
Ausguck hält.
4. Windhose. An Bord der Viermastbark „Schiffbek“, Kapt. H. Jolles,
beobachtete man im Südlichen Stillen Ozean, auf etwa 30° S-Br und 134° W-Lg,
am 8. März 1899 um 10 Uhr 30 Minuten vormittags eine merkwürdige Natur-
erscheinung. Der Wind war zur Zeit OSO 4 bis 7, sehr unbeständig in Richtung
und Stärke, das Wetter böig und regnerisch. In einer Regenböe,. die zur an-
gegebenen Zeit stattfand, wurden im Vortopp die Segel back geworfen, während
sie in den anderen Toppen mit Südostwind prall voll standen. Gleich darauf
schlugen auch die Segel im Vortopp voll, und zwar fiel der Wind mit solcher
Stärke ein, dafs das Schiff sich fast 30° auf die Seite legte. Das Voroberbram-
segel flog aus den Lieken; der Fockhals, der eine gute starke Kette ist, sprang
entzwei wie Glas. Die ganze Erscheinung dauerte nur etwa zwei Minuten, Das
Schiff hatte das volle Segelfßleth stehen; wäre es rank gewesen, so wäre es un-
fehlbar gekentert. Eine Wasserhose, meint der Kapitän, könne es nicht gewesen
sein, denn es regnete nur wenig. Eher hielte er es für einen Luftwirbel
(Windhose),
5. Ebenfalls über eine Windhose berichtet H. Hamer von der Bark
„Ruthin“ am 3. Oktober 1895, als die Bark auf der Reise von Shields nach
Antofagasta sich auf 15° N-Br und 21,6° W-Lg befand: „Um 12’ Uhr mittags,
während wir mit leichtem Nordostpassat und bei schönem Wetter nach Süden
segelten, kam im Südosten ein Schauer auf. Um 1 Uhr hatte uns dasselbe
erreicht. Wir nahmen die leichten Segel ein und waren damit noch beschäftigt,
als sich ganz nahe am Schiffe eine Windhose bildete. Dieselbe streifte das
Vorschiff, zerbrach die Vorbramraa, rißs den Aufsenklüver fort und zerrifs noch
mehrere andere Segel. Da ich schon vorher Befehl gegeben hatte, dicht am
Winde zu halten, lagen die Segel alle killend; wäre dies nicht der Fall gewesen,
so würde der Vortopp wohl gänzlich fortgerissen worden sein. Die See wurde
gleich so wild, dafs fortwährend Wasser an Deck. geschlagen wurde. Regen
erhielten wir nicht. Der mit der Hose einsetzende starke Wind SO 9 hielt eine
Stunde an; dann drehte der Wind sich wieder östlicher und flaute bis zur
Stärke 3 ab.
Aehnliches wiederholte sich am nächsten Morgen. Um 5'/a Uhr kam, als
wir mit dem Winde NO 3 segelten, eine Gewitterböe aus SO auf, und setzte mit
derselben der Wind gleich mit der Stärke 9 ein. Wir hatten alle Segel auf-
gegeit bis auf Marssegel und Fock, doch waren dabei einige Segel zerrissen,
Der Wind nahm nach ganz kurzer Zeit an Stärke ab und holte wieder östlicher.“
6. Eigenthümliche Lichterscheinung. An Bord der Bark „Singapore“,
Kapt. H. L. Vofs, beobachtete man am 10. September 1898 im Nordatlantischen
Ozean, auf 42° 40' N-Br und 32° 50‘ W-Lg, von 9 bis 10 Uhr abends zwei helle
Lichtstellen in der Nähe der Plejaden. Zuweilen waren dieselben ganz ver-
schwunden, um gleich darauf wieder hell aufzußlammen.
7. Ueber Echo bei Nebel und ein auffälliges Verhalten der Wasser-
temperatur in der Nähe der Neufundland-Bank berichtet Kapt. A. v. Schroetter
vom Dampfer „Christiania“: „Am 20. September 1899, als wir uns auf der Reise
von New York nach Kopenhagen unweit aufserhalb der Ostkante der Neufund-
land-Bank befanden, hörten wir um 8 Uhr 45 Minuten morgens auf 47° 27‘ N-Br
and 46° 37' W-Lg, während wir bei dichtem Nebel und mäfsigem Regen die
Dawmpfpfeife gebrauchten, ein scharfes und andauerndes Echo, welches so deutlich
ausgeprägt war, dafs der Ausguckmann es für das Signal eines anderen Dampfers
hielt und »Dampfer an St. B. vorausi« rief. Wir gingen langsam und hielten
nach B.B. ab, worauf das Echo mehr von der Seite an St.B. kam. Die
Temperatur des Oberflächenwassers war zur Zeit sehr niedrig; nachdem wir aber
einige Minuten von der das Echo erzeugenden Stelle weggedampft waren, nahm