Die Aenderungen des Luftdruckes während einer fotalen Sonnenfinsternifs, 199
Tabelle 1.
Heimathsort * Beobachtungsplatz” .
220° 50,5’ N-Br 74° 28‘ W-Lgv. Gr.
Bergen {3 48,0 „ 74 32
Laurvik 10° 15,5° 61° 37°
Trondhjem Durban (Port Natalj
; 11° 55‘ S-Br 30° 47°
Lillesand Ai 10. 312
Risör 14° 52‘ N-Br 61° 40°
Grimstad
Schiff
Dampfer „Amicitia“
N. J. Sörvig Bark „Elektra“
IX. J. M. Hegstad Brigg „Edward“
IV. J. C. Henschien Bark „Bygdö“
V. G. Busch » »„Marryat“
VI. Joh. R. Rasmussen „ „Polykarp“
VIL. J. L. Marchussen Vollschiff „Präcis“
VII. CC. Isaksen Bark „Mercurius“
IX. BB. Bessesen „Fruen“
X. A. Petersen „Eos“
XI. N. O. Rustad „Expedit“
„Monark“
„Hasselnüdder“ Grimestad
„Wilhelm“ Tjömö
Stavanger
(6° 48’ N-Br
6 38
‚29 924
29
7
25° 35
25 32
71 30
"1 15
AL 1
AL 20
4 29
AT
78
X 8
1:
94 18
28 58
29 22
25 50
25 55
Skien
Grimstad
RE
©
N
Lillesand
XII. H. H. Halvorsen
XIII. Martin Langfeldt
XIV. Anthon Haag
»
&
6 »
‘7 9 S-Br
12 48 ,‚”
yı7 8 N’Br
116 30
Das Resultat, zu welchem Schönrock hinsichtlich der Aenderungen des
Luftdruckes während der Sonnenfinsternifs vom 19. August 1887 in Russland
kommt, erscheint beim ersten Blicke wenig ermunternd, da der Verfasser meint,
dafs es wesentlich mit dem früherer Untersuchungen übereinstimmt, die, nach
den Auslassungen W. Upton’s in der „Meteorologischen Zeitschrift“ 1887 S. 237,
dargethan haben, dal die Luftdrucksverhältnisse bei keiner Sonnenfinsternifs
charakteristische Merkmale aufgewiesen haben. Upton führt allerdings als Aus-
nahmen zwei Fälle, nämlich 1858 in Paranguä und 1883 auf der Carolinen-Insel
an, aber was den letzteren Fall betrifft, ist es, wie schon oben erwähnt, später
bewiesen worden, dafs die merklichen Barometervariationen ihren Grund in un-
richtiger Anwendung der Temperaturkorrektionen haben, und die sehr schwache
Perturbation der Barometerkurve in Paranguä steht, meint Schönrock, ver-
einzelt da und repräsentirt nur ein Glied in der Reihe undefinirbarer Luftdruck-
variationen, die man an anderen Orten zu verschiedenen Zeiten während der
totalen Sonnenfinsternifs beobachtet hat. Schönrock hat jedoch auf allen von
ihm behandelten Stationsgruppen ein Barometermaximum um ungefähr 1* 30”
nach der Mitte der Totalität konstatiren können. Hierüber spricht er sich
folgendermaßen aus: „Endlich zeigen die Druckvariationen ein Verhalten, das
wegen der ausgezeichneten Uebereinstimmung offenbar eine bestimmte Abhängig-
keit von der Finsternifs beweist. Auffallend bleibt aber die Thatsache, dafs
dieser Effekt sich so verspätet. Während das Temperaturminimum im Mittel
nur um 12 Minuten hinter dem Kernschatten zurückbleibt, folgt das Barometer-
maximum demselben erst nach 1° 30”.“ Ich komme später hierauf zurück,
Die definitive Bearbeitung der norwegischen Schiffsbeobachtungen erfolgte
in folgender Weise. . |
Auf einer Karte wurde der mittlere Beobachtungsplatz. eines jeden Schiffes
als Station abgesetzt und jede der 14 Stationen mit römischen Zahlen I bis XIV
laut Tabelle 1 bezeichnet. Darauf wurden auf derselben Karte die Grenzen der
totalen und der partialen Zone der Sonnenfinsternifs nach den im „Nautical
Almanac“ für 1886 mitgetheilten Daten gezogen,
Es zeigte sich da, dafs die Lage der Stationen I, III, VI und VIII nahe
den äußersten Grenzen der Partialzone so stark von der der anderen abwich,
dafs ich es für zweckmäfsiger hielt, diese vier Stationen auszuscheiden und nur
die übrigen zehn im Zusammenhange zu behandeln.
Ans. d. Hyär. etc., 1891. Heft V.