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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 23 (1895)

Wind und Wetter im Antarktischen Meere südlich von . Kap Horn. \ 137 
Vor den berechneten mittleren Richtungen fällt nur eine zwischen‘ Süd 
und Ost, und ihre kleine Resultante, 3°, deutet ebenso wie die mitgetheilten 
Einzelwerthe an, dafs die flanen Winde im östlichen Gebiet gleich häufig aus 
allen Richtungen wehen. 
Auf dem „Jason“ wurde vom 17. November bis zum 14. Dezember 1893 
jeden Abend einmal das Barometer abgelesen. Ueber das Instrument wird nichts 
erwähnt. Das 28tägige Mittel ist 746; November giebt 747, Dezember 745 mm. 
18 Beobachtungen zwischen 63° und 66° S-Br ergaben 747, die 10 anderen 
zwischen 66° und 68° S-Br 744!/»s mm; der Luftdruck war demnach etwas 
niedriger im Süden. Das absolute Minimum mit 730 mm wurde am 20, November 
bei NW 7 beobachtet, das Maximum mit 755 mm am 23. bei SW 6. 
Das von Manchen im hohen Süden vermuthete Ueberwiegen von südöst- 
lichen Winden wird hier also weder durch die Wind-, noch die Barometer-Beob- 
achtungen bestätigt. . ; 
Schneefall wurde viel häufiger im westlichen Theil, klarer Himmel viel 
häufiger im östlichen Theil beobachtet. 
Ein allgemeines Urtheil über das Wetter in den verschiedenen Breiten 
giebt Kapt. Larsen am 6. Dezember mit folgenden Worten: „Hier im Süden 
(Mittagsort 67° 58' S-Br, 59° 59' W-Lg) war das Wetter viel angenehmer, mit 
weniger Kälte und Nebel, Schnee und Wind, als weiter im Norden.“ 
Eis gab es im Westen besonders wenig, so dafs ohne die geringste 
Schwierigkeit 69° 10‘ S-Br erreicht wurde; die höchste Breite im Osten war 
68° 10’ S-Br. Da in den beiden vorhergehenden Jahren weiter nördlich, auf den 
gewöhnlichen Schiffsverkehrswegen, sehr viele und grofse Eismassen angetroffen 
wurden, liegt die Vermuthung nahe, dafs dadurch ein gleichzeitiges Vordringen 
in hohe Breiten sehr erleichtert wurde. Von Interesse ist im Zusammenhang damit 
der in 65° und 66° S-Br, 58° W-Lg beobachtete, nordwärts setzende Strom von 
L und 2 Sm in der Stunde. Außer den tafelförmigen Eisbergen wurden, zum 
ersten Male im Süden, auch gezackte Eisberge beobachtet, denen in den nörd- 
lichen Meeren ähnlich, und auch Fjorde gesehen, die ihre Bildung bedingen. 
Auf der Seymour- und Christensen-Insel wurde ohne viel Schwierigkeiten 
gelandet, und Kapt. Larsen äußert sich dahin, daß es allem Anschein nach 
auch ein Leichtes gewesen wäre, die Gipfel der Berge in König Oskar 1L-Land 
auf Schneeschuhen zu erreichen, 
Neu entdeckt wurden von demselben die SSW vom Louis Philipp-Land 
liegenden Inseln und Länder, von den Robben-Inseln bis Foyne-Land, darunter 
einige thätige, durch Rauch oder Mangel an Schnee kenntliche Vulkane, Wegen 
der naturwissenschaftlichen Ausbeute, ihrer Untersuchung und der Entdeckungs- 
geschichte dieser Gegenden sei auf die erwähnten Abhandlungen VEN 
Ueber die Berechnung nautisch-astronomischer Aufgaben mit 
Hülfe vierstelliger Logarithmen. 
Von Dr. 0. FuLst, Lehrer an der Seefahrtschule in Bremen. . ; 
is 
Da die Logarichmen mit Ausnahme einiger weniger irrationale Zahlen 
sind, so sind die zur numerischen Berechnung verwendeten, in Tafeln zusammen- 
gestellten Logarithmen nur Näherungswerthe, die dem wahren Werthe um 80 
näher kommen, je gröfser die Anzahl ibrer Decimalstellen ist. Beim Rechnen 
mit diesen fehlerhaften Größen kann man natürlich keine absolute Genauigkeit 
im Resultat erwarten, sondern mulfß auf einen Fehler gefafst sein, dessen Gröfse 
sich im Allgemeinen nach der Anzahl der Decimalstellen der verwendeten Loga- 
rithmen richtet. 
Beim Gebrauch siebenstelliger Logarithmen läflst sich ein Winkel noch 
auf Bruchtheile einer Bogensekunde genau bestimmen, vorausgesetzt, "dafs die 
verwendeten Tafeln umfangreich genug sind, den log sin und log tang kleiner 
Winkel von Sekunde zu Sekunde und die Logarithmen der übrigen trigono- 
Ann. &. Hyar. otc., 1895, Heft IV.
	        
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