8. Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen
Das Ergebnis der Studie ist ein Konzept zur Prüfung und Zulassung von Kl-Systemen. In
diesem Kapitel werden die wichtigsten Teilergebnisse zusammengefasst und
‚esultierende Handlungsempfehlungen (blau hinterlegt) für das BSH abgeleitet.
Verortung der Prüf- und Zertifizierungsprozesse in einem separaten Modul K
Die Untersuchung des bestehenden Konformitätsbewertungsverfahren von maritimen
Ausrüstungsgegenständen ergibt, dass keine anwendbaren Prozesse zur Prüfung und
Zulassung von Kl-Systemen (s. Kapitel 3) existieren. Zwar werden Anstrengungen von
der Europäischen Kommission bei der Zulassung von Kl-Systemen betrieben (s. EU Al
Act in Kapitel 3.5), doch rechtlich bindende oder allgemein nutzbare Verfahren wurden
bisher noch nicht vorgelegt.
Unter Betrachtung bestehender Veröffentlichungen der Europäischen Kommission
sowie der Verfahren in der MED wird zur Einführung eines separaten Moduls in
den bisherigen Prüf- und Zertifizierungsprozess geraten. Es liegt nahe, in diesem
separaten Modul (siehe Modul K in Kapitel 3.4) die in dieser Studie
herausgearbeiteten Prüf- und Zertifizierungsprozesse für Kl-Systeme zu verorten.
Dies ermöglicht die Integration der vorgeschlagenen Prüfprozesse, ohne die
bestehenden Module anpassen zu müssen.
Standardisierung des Informationsaustausches bei Kl-Systemen
Aus der Marktanalyse bestehender und sich in Entwicklung befindender Kl-basierter
Produkte im maritimen Umfeld (s. Kapitel 4) resultiert eine Übersicht zu Datenquellen
(s. Tabelle 5 in Anhang A. 1.) und Anwendungsfällen (s. Tabelle 6 in Anhang A. 1.) der
Produkte. Hierbei wird eine intensive Nutzung von Kamerasystemen festgestellt
(s. Kapitel 4.1.1). Diese bedürfen eine detailliertere Betrachtung, weil für ihren
nformationsaustausch bisher keine Standardisierung im maritimen Kontext vorliegt.
Es wird geraten bei der Prüfung und Zertifizierung von Kl-Systemen die Standar-
disierungen des Informationsaustausches und ihrer Datenquellen voranzutreiben.
Solche Standardisierungen können den Prüfprozess maßgeblich vereinfachen und
skalieren.
Einführung eines modellagnostischen Prüfprozesses
Zur Integration des Modul K in den bestehenden Prüfprozess wird in dieser Studie eine
Möglichkeit zur Organisation des Austausches zwischen Hersteller und Prüfer
vorgestellt, welche als Grundlage für das Sicherheits- und Prüfkonzept dient
(s. Kapitel 5). Dieser Austauschprozess beschreibt den Rahmen der Kommunikation
zwischen Hersteller (Sicherheitskonzept) und Prüfer (Prüfkonzept).
Der gesamte Prüfprozess versteht sich als iterativer Prozess zur schrittweisen Prüfung
eines Kl-Systems. Die Prüfung basiert auf der evidenzbasierten Betrachtung von Ein-
ınd Ausgabedaten, angelehnt an das EVA-Prinzip (s. Kapitel 6.1 Unterabschnitt V2).
Dieses Verfahren kann dabei sowohl für sAl- als auch für Cl-Systeme einheitlich
verwendet werden. Das Prüfkonzept ist also modellagnostisch ausgelegt und
Fraunhofer = Rn
‚/erifAl
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie