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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1934.
Der Einfluß der einzelnen Faktoren ist nach folgendem Plan untersucht:
I. Veränderliche: Wellenlänge des Untersuchungslichtes im Photometer.
IL _Veränderliche: Molybdänschwefelsäure-Reagenz. Menge und Verhältnis
Schwefelsäure/Ammoniummolybdat.
Zinnchlorür-Reagenz. Menge, Alter und Art der Zugabe.
Temperatur,
Zeit zwischen Reagenzzusatz und Ablesung der Farbtiefe.
Sonstige Faktoren.
Vorbemerkungen.
Das künstliche Meerwasser von 35 °/,, Salzgehalt wurde hergesteilt auf Grund
der Seewassersalzanalysen von W. Dittmar (5). Es wurde zu diesem Zweck
von zwei getrennten Lösungen ausgegangen:
A
NaCl 2392
MgC1,-6 H,O 108.0 g
CaCl, sice, 11.65 g
KCI 683 g
KBr 10 £g
Aqua dest. 8540 com Aqua dest, 1000 eem
Lösung B wurde unter Umrühren in dünnem Strahle in Lösung A gegossen
und die gemeinsame Lösung nach eintägigem Stehen zwecks Entfernung der ge-
bildeten geringen Trübungsstoffe durch ein möglichst engporiges Filter (Marke:
Schleicher & Schüll, Nr. 589, Blauband) filtriert, Der Salzgehalt wurde durch
Titration und aräometrische Bestimmung nachgeprüft. So vorbehandeltes künst-
liches Meerwasser ergibt bei Anwendung des bei der Phosphatbestimmung üblichen
Farbfilters „S 72“ die gleichen Absorptionsverhältnisse wie destilliertes Wasser.
Grundversuch. Die zum Grundversuch benötigten Reagenzien sind die
gleichen, wie sie auf der im Oktober 1928 in Oslo abgehaltenen Tagung be-
schlossen sind (siehe H. Wattenberg) (6).
A. Molybdänschweielsäure-Reagenz.
14 Volumenteil einer 10% Ammoniummolybdat-Lösung (10 gg Ammonium-
molybdat pro analysi mit dest, Wasser auf 100 ccm aufgefüllt) wird mit 3 Volumen-
teilen einer 50 vol. % Schwefelsäure vermischt. Diese Schwefelsäure wird bereitet,
indem man zu 1 Volumenteil destilliertem Wasser 1 Volumenteil „konzentrierte
Schwefelsäure zur Analyse“, die frei von organischen Verunreinigungen sein soll,
langsam unter Umrühren hinzufügt. Zu beachten ist, daß hierbei eine nicht
üunbeachtliche Volumenverminderung eintritt*). Die heiße 50% Schwefelsäure-
mischung wird unter der Wasserleitung auf Zimmertemperatur abgekühlt und
zu der 10% Ammoniummolybdat-Lösung gegeben. Das so bereitete Reagenz
ist nur dann farblos, wenn die zu seiner Bereitung benutzte Schwefelsäure
absolut frei von organischen Verunreinigungen ist. Anderenfalls (selbst konzen-
trierte Schwefelsäure „Kahlbaum“ enthielt in einigen Fällen, kenntlich an einer
schwach gelblichen Färbung der Säure, störende Mengen organischer Substanz)
tritt. im Verlauf von wenigen Minuten bis Stunden eine Blaufärbung des Rea-
genzes ein. Obwohl diese Blaufärbung bei der Ausführung der Phosphatbestim-
mung nicht störend hervortritt — sie verschwindet bereits beim Verdünnen des
Reagenzes mit dem gleichen Teil Wasser —, ist es doch angenehmer, sie durch
tropfenweisen Zusatz einer 1°%, Kaliumpermanganat-Lösung rückgängig zu
machen, falls es nicht bei zu starkem Auftreten der Blaufärbung überhaupt
geraten erscheint, neues Reagenz mit reinen Ausgangslösungen anzusetzen. Eine
Beeinflussung des Wirkungsgrades des Molybdänschwefelsäure-Reagenzes durch
den Zusatz geringer Mengen Permanganat konnte nicht festgestellt werden.
Jedoch ist ein Überschuß von Permanganat unbedingt zu vermeiden,
*) 50 ccm konzentrierte Schwefelsäure von 20° C -- 50 cem dest, Wasser von 20° © ergaben
annähernd 92,5 ccm einer 50 vol.% Schwefelsäure von 20°C, Eine weitere geringe Kontraktion
tritt ein beim Zufügen der 50 vol, % Schwefelsäure zur 10% Ammoniummolybdat-Lösung. Es er-
geben 100 cem 50 vol. % Schwefelsäure von 209 C + 33.3 cem dest, Wasser von 20° C theoretisch
131.9 com Mischung von 20° ©.
B
Na„SO,-10 H,O 892 g
Na,CO, sice. 0.74 g