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Full text: Jahresbericht 1966

Probleme des deutschen Seekartenwerkes 
Seite 11 
Früher war die Beschriftung ein besonders schwieriges Kapitel bei der 
Kartenherstellung. Entweder mußten alle Schriften in Kupfer gestochen oder 
später gezeichnet werden, eine Arbeit, die außerordentlich viel Zeit in 
Anspruch nahm. Hinzu kam, daß es genügend qualifizierte Schriftzeichner 
zur Bewältigung dieser Arbeit nicht mehr gab. Es mußte deshalb eine Mög 
lichkeit gefunden werden, diesen Teil der Kartenfertigung zu mechanisieren. 
Biese Mechanisierung kann entweder dadurch erfolgen, daß man besonders 
entwickelte Lichtsatzmaschinen benutzt, bei denen der Name Buchstabe für 
Buchstabe durch Einzelbelichtung aus einer Matrizentafel belichtet wird, 
oder daß man den negativen Matrizensatz anwendet und von dem Satz einen 
Film anfertigt. Die abgesetzte und auf Stripping-Pilm aufgenommene Schrift 
wird sodann auf einem besonderen transparenten Zeichenträger montiert. 
Der Verfahrensgang bei der Herstellung eines kartographischen Originals 
ist jetzt so, daß alle Strichelemente, die sich in einer Karte befinden, 
auf einen maßhaltigen transparenten Zeichenträger gezeichnet oder graviert 
werden. Es entsteht gewissermaßen eine stumme Karte. 
Das Zeichnungsoriginal und das Schriftoriginal werden zusammenkopiert 
und ergeben jetzt das Original für die Schwarzplatte. 
Auch für die Herstellung der Parboriginale für die einzelnen Karten wird 
ein neues Verfahren, das sogenannte Strip-Mask-Verfahren benutzt. Man ver 
wendet hierbei eine Kopierschicht aus Polyvinylalkohol, die die Eigenschaft 
hat, daß sich die nicht benötigte Schicht nach der Belichtung und Entwick 
lung von glatten Oberflächen als dünne Haut abziehen läßt. Wird als Vorla 
ge die Umrandungslinie einer Fläche benutzt, so wird nach der Belichtung 
und Entwicklung diese Linie freigelegt. Zieht man nun die nicht benötigte 
Schicht ab, so findet das Strippen an dieser Linie automatisch eine 
Grenze. 
Die auf diese Art hergestellten Originale der einzelnen Farben werden 
auf Druckplatten'überkopiert, von denen in .Offsetpressen dann die Auflagen 
gedruckt werden. 
Der Karteninhalt 
Der Entwicklung der reproduktionstechnischen Verfahren mußte zwangs 
läufig auch die kartographische Ausgestaltung der modernen Seekarte fol 
gen. 
Die Seekarte erhält ihr typisches Gepräge durch die zahlreichen Tie 
fenzahlen. Sie bedecken das Seegebiet in mehr oder weniger großer Dichte
	        
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