1 Zielstellung
Eine der vielen Herausforderungen, die mit dem fortschreitenden Klimawandel einhergehen, ist die nach-
haltige Anpassung des Sektors „Verkehr< an die zukünftigen Gegebenheiten. Um den Betrieb von Verkehr
und Verkehrsinfrastruktur verlässlich zu gewährleisten, müssen zunächst die Ursachen und die zeitliche wie
räumliche Verteilung der durch den Klimawandel verursachten Risiken und Betroffenheiten ermittelt wer-
den. Darauf aufbauend kann die Verwundbarkeit von Verkehr und Verkehrsinfrastruktur bestimmt und
bewertet werden. Diesen Aufgaben widmet sich das Themenfeld 1 „Verkehr und Infrastruktur an Klima-
wandel und extreme Wetterereignisse anpassen< des BMVI-Expertennetzwerks Wissen 3 Können 3 Han-
deln. Das BMVI-Expertennetzwerk strebt dabei eine integrale, d. h. alle potentiell betroffenen Verkehrsträ-
ger einbeziehende Sichtweise an.
Die Basis für Untersuchungen zu klimawandelbedingten Risiken in Deutschland bilden Simulationen aus
numerischen Modellen (Klima- und Impaktmodelle), die atmosphärische, ozeanische und hydrologische
Größen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts liefern. Durch die Bereitstellung dieser Informationen unter
verschiedenen Emissionsszenarien ermöglicht das Schwerpunktthema Szenarienbildung gemeinsame Daten-
grundlagen und Rahmenbedingungen für die Arbeiten in Themenfeld 1.
Dieses Dokument dient der Beschreibung der in den verschiedenen Schwerpunktthemen des Themenfeldes 1
des BMVI-Expertennetzwerks verwendeten Daten und Methoden. Dabei orientieren wir uns an den „Leit-
linien zur Interpretation regionaler Klimamodelldaten<, die 2015 durch das Bund-Länder-Fachgespräch
"Interpretation regionaler Klimamodelldaten" erarbeitet wurden. Ergänzt werden diese auf Klimaprojekti-
onsdaten bezogenen Festlegungen durch Festlegungen zu weiteren relevanten Szenarien und Auswertungs-
schritten zu Meeresspiegel, Hydrologie und Wattentwicklung. Ziel ist es, einen möglichst übersichtlichen
und vereinheitlichten Rahmen für die Auswertungen im Themenfeld 1 zu schaffen. Auch werden meteoro-
logische, ozeanische und hydrologische Vergleichsdaten aus Messungen eingeführt, die zur Validation die-
nen.
Die in diesem Papier formulierte Vorgehensweise soll die Aktivitäten im Themenfeld 1 mit konsistenten
Methoden verknüpfen und eine Grundlage für ein einheitliches Verständnis bei der Bedienung der Schnitt-
stellen zwischen dem Schwerpunkt Szenarienbildung und den anderen Schwerpunktthemen im Themenfeld
schaffen. Darüber hinaus ermöglicht es eine grundlegende Vergleichbarkeit der Ansätze des BMVI-Exper-
tennetzwerks mit Klimafolgenanalysen anderer Projekte, die sich in ihrer Vorgehensweise an den oben ge-
nannten Leitlinien orientieren.
Für die Klimawirkungsanalysen der Verkehrsträger werden zur Bewertung der Auswirkungen spezifischer
klimatischer Einflüsse und Extremereignisse relevante Kennwerte einschließlich impaktrelevanter Schwel-
lenwerte dieser Indizes benötigt. Diese Indizes wurden in den Behörden in Zusammenarbeit mit Praxisver-
tretern der Verkehrsträger im Rahmen von Projektarbeiten und Workshops bestimmt und in den Schwer-
punktarbeitsgruppen des Themenfeldes 1 basierend auf Beobachtungs- und Klimaprojektionsdaten exemp-
larisch generiert. Die Bereitstellung für die Praxis erfolgt teilweise über Klimaberatungsdienste (DAS-Basis-
dienst „Klima und Wasser<), die sich gegenwärtig im Aufbau befinden. Die Vorstellung des Kataloges rele-
vanter Kennwerte ist daher neben den allgemeinen Leitlinien zum Umgang mit Klimaprojektionsdaten ein
wichtiges Ziel des vorliegenden Dokumentes. Eine Weiterentwicklung ist für die nächste Phase des BMVI-
Expertennetzwerks angedacht.