50 Auswerterahmen des Themenfeldes 1; BMVI Expertennetzwerk (201632019)
(IMA-A) zielt es darauf ab die Vulnerabilität (Verbundbarkeit) sektorenübergreifend in den Handlungsfel-
dern der Deutschen Anpassungsstrategie zu identifizieren und zu mindern (UBA 2015). Die einzugsgebiets-
weiten hydrologischen Modellierungen mit LARSIM erlauben flächendeckende Aussagen zu Änderungen
verschiedener Wasserhaushaltsgrößen. Möglich sind Auswertungen zu Betroffenheiten durch Wasser-
knappheit oder zu Schneemengen. Hier können ausgehend von den Entwicklungen im BMVI-Experten-
netzwerk Daten auf einer für die DAS-relevanten Raumskala entwickelt werden
5.3.7 Bereitstellung charakteristischer Abflussjahre und Abflussganglinien längerer Zeit-
räume
Mit einigen rechenintensiven Modellen ist es nicht möglich mehrjährige Zeitscheiben zu simulieren. Daher
wird in diesem Fall auf charakteristische Jahre zurückgegriffen. Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten.
Für die Schnittstelle zum Modell der Deutschen Bucht der BAW (DS Hamburg) wurde beispielsweise in
einem separaten Projekt aus Klimamodellläufen für jede untersuchte Zeitscheibe ein charakteristisches Jahr
mit Blick auf die Größe Wind und die maritimen Randbedingungen des verwendeten Modells ausgewählt
(siehe Abschnitt 4.3.3). Für die binnenländischen Randbedingungen (Oberwasserzufluss) wurden mit den
gleichen Klimamodellläufen Abflusswerte generiert, damit die Randwerte in sich konsistent sind. Für eine
Feststofftransportmodellierung im Rheinabschnitt zwischen den Pegeln Bonn und Köln mit dem Zufluss
der Sieg (Pegel Menden) durch die BAW wurden charakteristische Abflussganglinien für die Gegenwart
(Bezugszeitraum 197132000) sowie für die Zeiträume der nahen und fernen Zukunft an einem Referenzpegel wie
folgt ausgewählt:
Für die Abflussganglinien aller für ein Emissionsszenario (z. B. Weiter-wie-bisher-Szenario) untersuchten Mo-
dellketten werden pro analysiertem Zeitraum (s. o.) zunächst jeweils vieljährlich datumsbezogen gemittelte
30-Tagesmittel berechnet. Hieraus werden wiederum die datumsbezogenen Mittelwerte für alle Modellket-
ten des Szenarios berechnet und als saisonale Referenzstruktur bezeichnet. Pro Zeitraum wird schließlich
die Modellkette bzw. Abflussganglinie als charakteristisch ausgewählt, deren Tageswerte die geringste
Summe absoluter Abweichungen zur saisonalen Referenzstruktur haben. Als weiteres Auswahlkriterium
wurde auch die minimale Abweichung der pro Modellkette gemittelten 30-Tagesmittel von der saisonalen
Referenzstruktur herangezogen. Beispielsweise konnte für den Pegel Köln im Bezugszeitraum die Modellkette
„CanE-r1-REMO< als charakteristisch ausgewählt werden (siehe Abbildung 5-6). Auch in den analysierten
Zukunftszeiträumen führt diese Modellkette zu den besten oder annähernd besten Anpassungen an die
jeweiligen saisonalen Referenzstrukturen, sodass sie auch hier als charakteristisch angenommen werden
kann. Schließlich zeigt Abbildung 5-7 das Abflussjahr 1978 der Modellkette „CanE-r1-REMO<, das im
Ensemble aller analysierten Modellketten des Klimaszenarios Weiter-wie-bisher am Pegel Köln nach den o. g.
Kriterien die charakteristischsten Eigenschaften für dieses Szenario aufweist.
Abbildung 5-6: Beispiel für die Auswahl einer Modellkette mit charakteristischer Abflussganglinie für ein
Klimaszenario (hier Weiter-wie-bisher), für einen Pegel (hier Köln) und für einen Zeitraum (hier Bezugszeitraum
197132000). Aus 15 Modellketten wurde hier die Modellkette CanE-r1-REMO mit anschließender Wasser-
haushaltssimulation mit LARSIM-ME ausgewählt.