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Full text: Vereinbarungen des Themenfeldes 1 imBMVI-Expertennetzwerk zur Analyse vonklimawandelbedingten Änderungenin Atmosphäre und Hydrosphäre

40 Auswerterahmen des Themenfeldes 1; BMVI Expertennetzwerk (201632019) Tidezyklen hinweg verhindert (Ganske et al. 2017). Dabei wurde deutlich, dass bei den beobachteten Situa- tionen fast immer ein erhöhter Außenwasserstand bzw. anhaltender Windstau vorlag der verhinderte, dass das zugeführte Wasser aus dem Kanal gebracht werden konnte. Zusätzlich zu den am NOK beobachteten Situationen wurden die Zeitreihen der Niederschlagsindizes mit berechneten Zuflussdaten der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) verglichen. Da das Einzugsgebiet des NOK nur zu ca. 40 % durch Pegel überwacht ist, sind die Zuflusswerte die einzig nutzbaren Referenz- daten. Hier ergaben sich für die Gegenwart die besten Übereinstimmungen im hydrologischen Winter. Ana- loge Untersuchungen anhand der oben beschriebenen gekoppelten Modelle für die Zukunft sind geplant, denn gerade diese ungünstige Kombination aus „Wasser von außen< und „Wasser von Innen< könnte in Zukunft vermehrt zu angespannten Situationen führen, insbesondere bei steigendem Meeresspiegel. Dieser wird in Zukunft das Zeitfenster, in dem der Kanal allein über das natürliche Gefälle entwässert werden kann, deutlich verringern und damit zu Problemen für die kanalfahrenden Schiffe führen. Die Zeitfenster für die Entwässerung werden folgendermaßen bestimmt: ? Aus dem Evaluierungslauf des globalen gekoppelten Atmosphären-Ozean-Modells (MPI- OM/REMO) werden stündliche Wasserstände für die Region Cuxhaven mit Beobachtungen vali- diert und dann über eine aus Beobachtungen über einen Zeitraum von 30 Jahren gewonnene Re- gression an Brunsbüttel angepasst, da das Modell aufgrund seiner Auflösung keinen eigenen Mo- dellgitterpunkt für Brunsbüttel besitzt. ? Mit dieser Regressionsbeziehung wird aus den stündlichen Wasserständen des historischen und des Weiter-wie-bisher-Szenarios (Lauf1) die Zeitreihe der stündlichen Wasserstände bei Brunsbüttel be- stimmt. Als zusätzliche Szenarien werden das High-end-Szenario von Grinsted (1,74 m Meeres- spiegelanstieg bis 2100), jeweils addiert mit Landsenkungen bei Brunsbüttel von 0,35 mm/a, 2 mm/a bzw. 4 mm/a, berechnet. ? Aus den stündlichen Wasserständen wird über eine aus Naturmessungen gewonnene Korrelation zwischen der Differenz Elbwasserstand Brunsbüttel - Zielwasserstand des NOK und der Anzahl geöffneter Schleusen und Umläufen das mögliche Entwässerungspotential für jede einzelne Stunde von 195132100 (im Modellszenario Weiter-wie-bisher) berechnet. Abbildung 4-7 zeigt diese Korrela- tion (mündliche Kommunikation von Frau Ebner von Eschenbach). Aus der Abbildung wird deut- lich, dass dieser Zusammenhang deutlich nichtlinear ist. ? Um den Einfluss der natürlichen Variabilität etwas zu verringern, werden gleitende Mittel über 30 Jahre genutzt. So kann das Entwässerungspotential der Zukunft bei steigendem Meeresspiegel mit dem der Gegenwart verglichen werden. Abbildung 4-7: Entwässerungsleistung in Brunsbüttel in Abhängigkeit von Wasserstandsdifferenz und der Anzahl geöffneter Schleusen und Umläufen. Quelle: Ebner von Eschenbach (BfG), 8. Hydrol. Gespräch.
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