24 Auswerterahmen des Themenfeldes 1; BMVI Expertennetzwerk (201632019)
3.4 Festlegungen zur Vorgehensweise bei den Auswertungen
3.4.1 Betrachtete Zeitscheiben
Die Klimadaten werden in täglicher Auflösung für den Zeitraum 195132015 basierend auf Beobachtungs-
daten und für 197132100 (teilweise auch ab 1951) basierend auf Klimaprojektionsdaten aufbereitet und
ausgewertet. Dabei werden für die RCM-Daten die historischen Läufe bis 2005 und ab 2006 die RCP-ba-
sierten Simulationen verwendet. Im BMVI-Expertennetzwerk werden folgende Zeitscheiben für die Aus-
wertung der Änderungssignale des Klimamodellensembles verwendet:
? 197132000: Bezugszeitraum / Modellvalidierung
? 203132060: Mitte des Jahrhunderts / Mittelfristiger Planungshorizont / nahe Zukunft
? 207132100: Ende des Jahrhunderts / Langfristiger Planungshorizont / ferne Zukunft
Die Zeitscheibe 197132000 wird als Bezugszeitraum für die Berechnung der Klimaänderungssignale ver-
wendet, da ein Teil der Klimaprojektionsdaten erst ab 1970 vorliegt und somit eine konsistente Betrachtung
des Ensembles für die in KLIWAS verwendete Referenzperiode 196131990 nicht möglich ist. Zur Wahrung
des zeitlichen Abstandes zwischen Bezugszeitraum und naher Zukunft im Vergleich zu anderen Projekten wie
KLIWAS, verschiebt sich dadurch auch die Zeitscheibe der nahen Zukunft von 202132050 auf 203132060.
Eine Verschiebung der Zeitscheibe ferne Zukunft ist nicht möglich, da die regionalen Klimaprojektionsdaten
nur bis 2099 bzw. 2100 vorliegen. Aufgrund der unterschiedlichen Zeitscheiben ist beim Vergleich mit den
KLIWAS-Ergebnissen mit abweichenden Änderungssignalen zu rechnen. Soweit es die Datenlage zulässt,
wird der Einfluss der Verschiebung des Bezugszeitraumes und der Verwendung der neuen Emissionsszenarien
differenziert untersucht.
Bei der Interpretation von zeitscheibenbasierten Änderungssignalen ist des Weiteren der Einfluss der mul-
tidekadischen Klimavariabilität zu berücksichtigen, da diese die Aussagekraft der Zeitscheibenauswertungen
für einige Klimaparameter beinträchtigen kann. So weit wie möglich werden auch komplette Zeitreihen
und/oder längere Zeitscheiben in die Untersuchungen aufgenommen.
3.4.2 Räumliche und zeitliche Auflösung der Daten
Die verwendeten regionalen Klimaprojektionen liegen in einer zeitlichen Auflösung von 1 Tag und einer
räumlichen Gitterweite von etwa 12 km vor. Um im KLIWAS Projekt entwickelte Konzepte und Methoden
weiterhin anwenden zu können, werden im Rahmen des BMVI-Expertennetzwerks verwendete Klimapro-
jektionen mittels geeigneter statistischer Verfahren auf ein 5 x 5 km Gitter übertragen (basiert auf dem Git-
ter des HYRAS-Datensatzes; ETRS89-LCC). Grundsätzlich werden die Daten für Deutschland und die
großen Flusseinzugsgebiete bereitgestellt (siehe Abbildung 3-1).
3.4.3 Vorgehen bei der Ensembleauswertung
Um robuste Änderungssignale relevanter Kennwerte unter Berücksichtigung bestehender Szenarien- und
Modellunsicherheiten abzuleiten, wird basierend auf einer möglichst großen Anzahl an Klimaprojektionen,
die Spannbreite möglicher zukünftiger Klimazustände abgebildet. Dabei werden verschiedene globale und
regionale Modelle miteinander kombiniert. Über ein möglichst breites Spektrum an Kombinationsmöglich-
keiten wird die aus den verschiedenen Kombinationen resultierende Variabilität abgebildet und eine über-
proportionale Gewichtung einzelner Modelle verhindert. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass das vorlie-
gende Gelegenheitsensemble (Ensemble of opportunity) nur einen Ausschnitt der möglichen Kombinationen
darstellt und somit eventuell nicht die gesamte Bandbreite der möglichen Entwicklungspfade abdeckt. Ge-
meinsamkeiten einzelner Modelle (Modellkomponenten, Parametrisierungen) können zudem die Charakte-
ristika des Ensembles bezüglich einzelner Klimaparameter oder Regionen in eine Richtung ziehen und so
eine ausgewogene Bewertung erschweren.