3. Klimamodellauswertungen im Binnenbereich 21
Diese deckt mögliche zukünftige Klimaentwicklungen innerhalb eines Szenarios ab und stellt somit einen
wichtigen Teil der Klimainformation (Unsicherheit) dar. Die Auswahl der Klimaprojektionen für das DWD-
Kernensemble bevorzugt Klimaprojektionen mit möglichst unterschiedlichen Klimaänderungssignalen und
ist kein Qualitätsmerkmal.
Um die DWD-Kernensembles für eine möglichst hohe Anzahl von Anwendungen und Sektoren sinnvoll
anwendbar zu machen, wurden zu deren Erstellung eine Vielzahl von klimatologischen Parametern in regi-
onaler und monatlicher Stratifikation sowie die in nahe (202132050) und ferne Zukunft (207132100) unterteil-
ten Klimaänderungssignale berücksichtigt:
? Lufttemperatur
? Niederschlagssumme
? Starkniederschlag (Extrem-Index)
? Niederschlagsandauer (Persistenz-Index)
? Windgeschwindigkeit
In Abbildung 3-4 sind die Änderungssignale dieser fünf Kenngrößen unter dem RCP8.5 zum Ende des
Jahrhunderts (207132100) für das DWD-Referenzensemble gegenübergestellt. Die Darstellung erfolgt dabei
differenziert für den Winter und den Sommer. Die Modelle des DWD-Kernensembles (rote Kreuze in Ab-
bildung 3-4) liegen für viele der betrachteten Parameter am Rand der Verteilung des gesamten Ensembles.
Bzgl. der Lufttemperatur bleibt mindestens 90 % und bzgl. der restlichen Parameter mindestens 80 % der
Bandbreite des Klimasignals im Referenzensemble erhalten. Die DWD-Kernensembles ermöglichen somit
Klimafolgenabschätzungen mit einer geringen Anzahl an Klimaprojektionen bei annähernd vollständiger
Erhaltung der Bandbreite.
Abbildung 3-4: Vergleich der Bandbreiten der Klimaänderungssignale des DWD-Kern- und des DWD-
Referenz-Ensembles für das Weiter-wie-bisher-Szenario (RCP8.5) zwischen dem Referenzzeitraum (196131990)
und der fernen Zukunft (207132100) bzgl. der 5 berücksichtigten Klimaparameter im saisonalen Mittel für
Winter (links) und Sommer (rechts). Die Kreuze stellen die modell-spezifischen Änderungssignale dar; die
Projektionen des DWD-Kernensembles sind rot markiert.
3.3.5 Konvektionserlaubende Simulationen
Nach gängiger Meinung in der Klimaforschung (z. B. Prein et al. (2015)) haben hochaufgelöste, konvekti-
onserlaubende Klimaprojektionen das Potential, Extremereignisse realistischer darzustellen. Insbesondere
die explizite Berechnung von hochreichender Konvektion verspricht bessere Ergebnisse, sowohl in Bezug