Schedler, A.: Die Zirkulation im Nordatl. Ozean u. den anliegenden Teilen der Kontinente usw. 9
Im Jahresdurchschnitt ist der Unterschied für die Breitenzonen von
50°—55° und 55°—50° -+ 40.32 (für < 760 mm), doch weist auch diese Differenz
große Schwankungen im jährlichen Gange auf, wie nachstehende Tabelle zeigt:
Summe 60°—55° — Summe 55°—50° für Minima < 760 mm.
Dez, | Jan, | Febr, | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug, | Sept. | Okt, | Nor. | Jahr
73.80 |+4.24 |+2.88 |+3.36 |+0.60 |+2.76 |-0.12 |+5.32 |+6.36 |+4.56 |+4.32 |+2.24 [+ 40.32
Bei dieser Zusammenstellung ist vor allem die negative Differenz im
Juni auffallend. Der Juni ist demnach der einzige Monat, in dem die Zahl der
Minima < 760 mm für die einzelnen Breitengürtel von Norden nach Süden bis
zur Zone 45°—40° N-Br. zunimmt. Nach Trennung dieser Verteilung für
Atlantik und Europa wird es möglich sein, diese Ausnahme des Juni zu erklären.
Betrachtet man die meridionale Verteilung für die Minima <= 750 mm,
so findet man nur ein Häufigkeitsmaximum und zwar in der Zone 65°—60° N-Br.,
während das zweite große Maximum der Minima < 760 mm in 45°— 40° N-Br.
völlig verschwunden ist, da ja, wie oben erwähnt, die tiefen Depressionen in
niederen Breiten immer seltener werden.
Im jährlichen Gang dieser Verteilung ist wieder der Unterschied zwischen
den beiden Breitenzonen von 65°—60° und 60°-—55° von Bedeutung, und er
sei im folgenden. wiedergegeben:
Summe 65°—60° — Summe 60°—55° für Minima << 750 mm,
Dez. | Jan. | Febr. | März | April | Mai | Juni Juli | Aug, | Sept. | Okt. | Nor. | Jahr
EEE SE a D a
74.48 [74.72 |+1.48 |+2.88 |41.96 |-1.72 |-0,68 |- 1.28 |-1.96 |+2.32 |+1.00 |+4.76 | + 17.96
Wie oben, findet man auch hier während der Monate Mai bis August ein
Vorrücken der an Minima < 750 mm reichsten Zone nach Süden. Außerdem
sei noch auf das Maximum im Frühjahr (bes. März) im Breitengürtel 45°— 40°
hingewiesen, das hauptsächlich von den Minima im Mittelländischen Meer her-
rührt. Im Sommer ist jedoch diese Zone sehr arm an tiefen Depressionen.
Um den jährlichen Gang dieser Verteilung besser überblicken zu können,
wird es vorteilhaft sein, den Atlantischen Ozean und Europa mit Rücksicht auf
diese Verteilung getrennt zu behandeln,
Häufigkeit der Minima, einerseits über dem Nordatlantischen Ozean,
anderseits über Europa.
Als das Gebiet des Nordatlantik wurde die Fläche von 60° — 10° W-Lg.
und von 30° — 75° N-Br. gewählt; die Verteilung der Minima südlich des 30. Breiten-
kreises ist kurz schon früher besprochen worden. Da Europa (10° W- — 40° O-Lg.,
30°—75° N-Br.) das gleichgroße Gebiet umfaßt, ist ohne weiteres ein direkter
Vergleich der jeweiligen meridionalen Verteilungen sowie der gesamten Summe
zulässig. Für die getrennten Gebiete wurden nur die Verhältnisse der Minima
< 750 mm untersucht (vgl. Tabelle 7). Im Jahresdurchschnitt liegt das Maximum
der Häufigkeit im Atlantischen Ozean im Breitengürtel von 65° — 60°, wie beim
ganzen Gebiet. Doch findet auch hier während der Sommermonate eine Verlagerung
dieser maximalen Zone nach Süden statt, wie aus folgendem zu ersehen ist:
Summe 65°—60° — Summe 60°—55°, Atlantischer Ozean für << 750 mm,
Dez, | Jan, | Febr. | März | April | Mai | Juni | Juli ] Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Jahr
. .
15,32 [4- 4.64 | 2.64 |-4- 3.88 ]+ 3.08 | - 1.24 40.28 | - 0.24 | — 1.00 + 1.40 12.08 |+4-4.80 [+ 25.64
Von Mai bis August liegen die meisten Maxima in der Breitenzone 60° — 55°,
mit Ausnahme des Monats Juni, Wir haben also wieder eine jahreszeitliche Ver-
lagerung der Polarfront, im Winter liegt sie am nördlichsten, im Sommer am
züdlichsten. Zwischen 65°—60° erreicht die Häufigkeit der Zyklonen << 750 mm,
im Sommer kaum den halben Betrag der Wintermonate, während ihre jährliche
Schwankung in der Zone 60°—55° nur gering ist (mit Ausnahme des Septembers).