Nautische Veröffentlichungen, Vermessung und Seekartenwerk
21
phische Dienst hat die INT 1 als erster von sechs hydrographischen Diensten, die
vom DHI das Reproduktionsmaterial der INT 1 erhalten haben, faksimile nachge
druckt.
Internationale Empfehlungen und Standards beeinflussen die Arbeit und damit die
Gestaltung und den Inhalt der Seekarten. Als Folge werden die Seekartenwerke
aller hydrographischen Dienste umstrukturiert. Die internationale Arbeitsteilung
bei der Herstellung der INT-Karten trägt langfristig dazu bei, das Angebot für die
internationale Schiffahrt zu verbessern und die Kosten hierfür zu minimieren. Von
Beginn an arbeitete das DHI am Aufbau des „Internationalen Seekartenwerkes“
aktiv mit. Auch an den Planungen für „Internationale Seekarten“ im außereuropäi
schen Bereich beteiligt sich das DHI, indem es auf der Grundlage seiner Erfahrun
gen und eigener Karten Stellung nimmt und Vorschläge erarbeitet.
Auch in diesem Jahr richteten sich die kartographischen Aktivitäten besonders auf
die Laufendhaltung aller deutschen Seekarten. Hierzu gehören die täglichen karto
graphischen Fortführungsarbeiten nach den NfS, genauso wie die umfangreichen
Überarbeitungen, die u. a. durch Neuvermessungen, Betonnungsumstellungen, Än
derungen und Neueinrichtungen von Verkehrstrennungsgebieten, Häfen und Fahr
wassern notwendig waren. Die Karten wurden hierbei schrittweise auf den interna
tionalen Duktus umgestellt.
Mit Wirkung vom 1. Januar 1989 werden für den Bereich der chilenischen Küste
anstelle der bisherigen deutschen und britischen Seekarten entsprechende chileni
sche Karten durch die NfS berichtigt. Für die deutschen Karten dieser Region wäre
eine grundlegende Überarbeitung erforderlich gewesen, die sich jedoch wegen der
damit verbundenen hohen Kosten bei zugleich sehr geringen Verkaufszahlen als
nicht durchführbar erwiesen hatte; sie mußten deshalb zum Jahresende 1988
eingezogen werden. Um weiterhin ein weltweites Berichtigungssystem beibehalten
zu können, hat sich das DHI auf Vorschlag des Verbandes Deutscher Reeder (VDR)
bereit erklärt, künftig chilenische Seekarten in den NfS zu berücksichtigen. Ob
gleich jene Karten bisher in der Regel nur in Chile erhältlich waren, werden sie
vom VDR bevorzugt, weil sie den höchsten Aktualitätsstand aufweisen.
Wie bisher erhielten der Bundesminister für Verkehr und die Wasser- und Schiff
fahrtsverwaltung monatlich eine Liste der schwimmenden Seezeichen der Nord-
und Ostseeküste der Bundesrepublik Deutschland.
Die redaktionellen Arbeiten für das neu gegliederte „Verzeichnis der nautischen
Karten und Bücher und sonstigen Veröffentlichungen“ (Nr. 2452) wurden im Okto
ber abgeschlossen.
Es wurden folgende Sonderaufgaben für die Bundesrepublik Deutschland wahrge
nommen;
- der Entwurf, die Überprüfung und Darstellung von Hoheits-, Fischerei- und
Festlandsockelgrenzen und die Teilnahme an diesbezüglichen Verhandlungen.
In diesem Zusammenhang waren für die z. Z. stattfindenden bilateralen Konsul
tationsrunden mit den Niederlanden und Dänemark wesentliche Vorarbeiten
für Grenzdarstellungen in den Bereichen Emsmündung, Lister Tief und Flens
burger Förde zu leisten;
- spezielle ständige Aufträge für die Bundesmarine;
- Herstellung von 10 Sonderkarten (Auflage je 200 Stück) für die vorgesehene
Befahrensregelung in den Nationalparken der Nordsee;
- eine Sonderkarte für Ölbekämpfungsmaßnahmen für das WSA Cuxhaven;
- diverse Kartendarstellungen für Seeamtsuntersuchungen.
Darüberhinaus waren fachspezifische Anfragen aller Art aus dem In- und Ausland
zu beantworten.