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Full text: 2015

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Erläuterungen und Begriffsbestimmungen 
Erläuterungen und Begriffsbestim 
mungen aus der Gezeitenkunde 
Entstehung der Gezeiten 
Richtung und Betrag der Schwerkraft weisen an 
jedem Ort der Erdoberfläche kleine gesetzmäßige 
Schwankungen auf, die sich durch Beobachtungen 
mit feinen Instrumenten unmittelbar nachweisen 
lassen. Diese Störungen der Schwerkraft entste 
hen dadurch, dass die einzelnen Punkte der Erd 
oberfläche sich in etwas anderen Richtungen und 
Entfernungen vom Monde befinden als der Erd 
mittelpunkt, so dass auch die Massenanziehung 
durch den Mond etwas verschieden ausfällt, und 
dass die Punkte der Erdoberfläche infolge der 
Erdumdrehung fortlaufend in andere Stellungen 
zum Mond gebracht werden. Gleichartige, aber 
nur etwa halb so große Störungen der Schwerkraft 
übt auch die Sonne aus. Da die Wassermassen 
der Meere bestrebt sind, sich mit ihrer Oberfläche 
stets senkrecht zur augenblicklichen Richtung der 
Schwerkraft einzustellen, geraten sie Infolge der 
Schwerkraftstörungen in Schwingungen, bei denen 
die einzelnen Wassertellchen langgestreckte, fast 
völlig waagerechte Bahnen um ihre mittleren Lagen 
beschreiben. Diese waagerechten Bewegungen 
werden Gezeitenströme genannt. Die Hebungen 
und Senkungen der Wasseroberfläche, die durch 
das Anhäufen und Abziehen der Wassermassen 
entstehen, heißen Gezeiten. 
Die Art, in der sich die Gezeitenschwingungen der 
Ozeane Infolge der allerorts wirksamen Schwer 
kraftstörungen ausbllden, hängt wesentlich auch 
von der Gestalt und der Tiefe der Ozeane ab. Die 
Gezeiten kleinerer Randmeere auf den Schelfen 
der Kontinente, wie z. B. die Gezeiten der Nord 
see, sind fast ausschließlich durch das Mitschwin 
gen mit den angrenzenden Ozeanen und nur zu 
einem sehr geringen Teil durch die unmittelbare 
Einwirkung der gezeitenerzeugenden Gestirne ver 
ursacht. Die Gezeiten an irgendeiner bestimmten 
Stelle brauchen daher keineswegs dem Verlauf der 
örtlichen Schwerkraftstörungen zu ähneln. Da aber 
diese Störungen überall nur von den scheinbaren 
Stellungen der gezeitenerzeugenden Gestirne zur 
Erde abhängen, können die Gezeiten und Gezei 
tenströme an jedem Ort unmittelbar zu den schein 
baren Bewegungen des Mondes und der Sonne In 
Beziehung gesetzt werden. Die besondere Form 
dieser Beziehungen für einen bestimmten Ort wird 
bisher am genauesten und bequemsten aus ört 
lichen Beobachtungen der Gezeiten und Gezeiten 
ströme, also aus der Erfahrung, ermittelt; doch ist 
grundsätzlich auch die theoretische Berechnung 
schon mit einiger Genauigkeit möglich. 
Abkürzungen und Bezeichnungen 
FD Falldauer 
Gr. Greenwich 
GU Gezeitenunterschied 
HAT Highest Astronomical Tide (HGzW) 
HDdll Harmonische Darstellung der 
Ungleichheiten 
HG Höhe der Gezelt 
HGzW Höchster Gezeitenwasserstand (HAT) 
HW Hochwasser 
HWH Hochwasserhöhe 
HWI Hochwasser-Intervall 
HWZ Hochwasserzelt 
LAT Lowest Astronomical Tide (NGzW) 
MEZ Mitteleuropäische Zelt 
MESZ Mitteleuropäische Sommerzeit 
MFD Mittlere Falldauer 
MHW Mittleres Hochwasser 
MNpD Mittlere Nippsteig- oder Nippfalldauer 
MNpHW Mittleres Nipphochwasser 
MNpNW Mittleres Nippniedrigwasser 
MNW Mittleres Niedrigwasser 
MSD Mittlere Steigdauer 
MSpD Mittlere Springsteig- oder Springfalldauer 
MSpHW Mittleres Springhochwasser 
MSpNW Mittleres Springniedrigwasser 
Mt Mitt 
MTH Mittlerer Tidenhub 
MW Mittelwasser 
NGzW Niedrigster Gezeitenwasserstand (LAT) 
NHN Normalhöhennull 
Np Nipp 
NpHW Nipphochwasser 
NpNW Nippniedrigwasser 
NpTH Nipptidenhub 
NW Niedrigwasser 
NWH Niedrigwasserhöhe 
NWI Niedrigwasser-Intervall 
NWZ Niedrigwasserzelt 
PNP Pegelnullpunkt 
SD Steigdauer 
SKN Seekartennull 
Sp Spring 
SpHW Springhochwasser 
SpNW Springniedrigwasser 
SpTH Springtidenhub 
TF Tidenfall 
TH Tidenhub 
TS Tidenstieg 
UTC Koordinierte Weltzeltskala 
(Universal Time Coordlnated)
	        
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