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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1910.
einen Kompaß ohne Nadelinduktion finden würde, Nun soll ja freilich die Kom-
pensation für einen Fluidkompaß zutreffend ausgeführt werden, und man wird
es für selbstverständlich halten, daß deshalb eben dieser durch Nadelinduktion
vergrößerte Wert von e, unter dessen Einfluß der Kompaß ja steht, benutzt werden
müsse, Die folgende Überlegung soll aber dartun, daß dieser Gedanke irrig ist,
daß vielmehr, auch um mit der Vertikalkraftwage für einen Fluidkompaß die
Krängungsdeviation zu beseitigen, in der Formel ’ = 1 (1 + a) jenes e verwendet
werden muß, das für einen von Nadelinduktion völlig freien Kompaß an dem
Kompaßplatz gilt. Der Faktor von cos 5 in der Gleichung für 6; stellt einen
Deviationskoeffizienten C dar, der zu einem Ausdruck von der Form: (Zi + Er te I)
proportional ist, wo S die von festem Magnetismus herrührende nach Steuerbord
gerichtete Feldkomponente und f den bekannten Induktionskoeffizienten bedeutet.
Unterscheiden wir die für uns in Betracht kommenden, bei gekrängtem Schiff
und Nordkurs gültigen Werte von den für ebenen Kiel geltenden durch den
Index i, so ergibt sich für die uns interessierenden Werte fi und S; (vgl. z. B,
Rottok, Deviationstheorie, S. 103):
fi = £f+(e —k) sin i cos 1-+ (f -}- h) sin? i
Si = Scosi— Usini
Der Wert von A; ist gleichgültig, da wir durch die Krängungskompensation
nur den Faktor (e—k — Z) von E zu Null zu machen suchen.
Ist die Querkompensation auf ebenem Kiel gelungen, so ist S = 0; und
da wir auch die Induktionskoeffizienten fund h = 0 angenommen haben, bleibt :
fi = (€ —k)sinicosi und Sı = — Usini.
Das in die Formel ’=1 (1-+e) eingehende e tritt also nur in seiner
Mitwirkung zur Bildung von f; in die Erscheinung,
Für den Induktionskoeffizienten fj kommt nach seiner Definition nur die
Vertikalkomponente des Feldes als wirksam in Betracht; und auch die von den
Weicheisenstäben e und k zu fi gelieferten Beträge stammen nur von der In-
duktion, die die Vertikalkomponente des Feldes im Weicheisen vom Charakter
e und k nach der Schiffsneigung hervorruft. Auf die Vertikalkomponente ist
aber bei gekrängtem Schiff auf Nord- und Südkurs (und darauf muß die
Krängungskompensation zugeschnitten sein) die Nadelinduktion von keinerlei
Einfluß; denn zur Querschiffsebene durch die Kompaßmitte liegen sowohl paar-
weise die Nord- und Südpole der Rose als auch die Weicheisenmassen der
D-Kugeln symmetrisch. Es scheidet also für diese Betrachtung die Nadelinduktion
vollkommen aus; in der Gleichung e — k —z=%, ist e derjenige Wert, der
auf Ost- und Westkurs der für eine induktionsfreie Nadel gültigen
Richtkraft entspricht.
Für den Fall einer Kompaßrose hohen Moments ist also die angegebene
Methode I dahin abzuändern, daß für die erforderlichen Schwingungsbeobachtungen
nicht die Kompaßrose benutzt werden darf, sondern an ihrer Stelle eine Nadel
Verwendung finden muß, die keine merkliche Induktion in den D-Kugeln erzeugt.
Praktische Prüfung der Methode I.
Eine praktische Erprobung der Methode I fand in der Fabrik von
C. Bamberg in Friedenau in dem dem Reichs-Marine-Amt gehörigen eisernen
Turme statt, der gedreht und gekrängt werden kann. Ein großer Fluidkompaß
mit einer Rose von 61.5 Millionen Gaußschen Einheiten Moment wurde im Turm
aufgestellt, und die halbkreisige Deviation auf den Kardinalstrichen wegkompensiert,
während seitlich vom Kompaß 2 Kugelzonen von 25,5 cm Durchmesser in 340 mm
Mittelpunktsabstand von der Rose saßen, Eine zu einem Deviationsmagnetonieter
gehörige Horizontalnadel von rund nur 1 Million Gaußschen Einheiten und etwa
7 cm Länge ergab im Erdfeld schwingend für 30 einfache Schwingungen, die
von 20° bis etwa 2° Halbamplitude herabgingen, eine Dauer t = 50.325°k, Dieselbe
Nadel brauchte für dieselben Schwingungen im Turm zwischen den D-Kugeln auf