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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 7 (1879)

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letzteren die warme Strömung sich wieder ausbreitet: im Nord-Atlantic ist dies 
der Golfstrom, im Nord-Pacific der Kuro-siwo oder Japanische Strom. In manchen 
Einzelnheiten ihres Auftretens dagegen zeigen diese beiden warmen Strömungen 
Verschiedenheiten, die sich durch lokale Umstände erklären lassen, aber der 
Analogie ihrer allgemeinen Erscheinung keinen Abbruch thun. Betrachten wir 
zunächst die uns bereits über die Tiefentemperaturen des Kuro-siwo vorliegenden 
Beobachtungen. 
Temperaturvertheilung im Kuro-siwo und am Rande des- 
selben. Auf der Route von den Admiralitäts - Inseln bis Japan (März und 
April 1875) gelangte der „Challenger“ zunächst aus dem Gebiete des, bis in 
Tiefen bis zu 200 Fad, oder 366m, warmen Wassers des subtropischen westlichen 
Pacific (s. No. 1 und 2 der nachstehenden Tabelle III) in den Bereich der 
zum Theil unter die Oberfläche getauchten Fortsetzung der kalten kurilischen 
Strömung, welche nach den Untersuchungen von Dr. Leop. von Schrenck 
(s. „Hydr. Mitth.“, 1874, pag. 237) an der Ostküste von Nippon durch ihre 
niedrige Temperatur von dem Kuro-siwo deutlich unterschieden und mehr oder 
weniger scharf abgegrenzt ist und von von Schrenck bis jenseits 36° N-Br 
verfolgt ist und weiter südlich sich sowohl durch niedrige Temperaturen in 
geringeren Tiefen, als auch an der Oberfläche durch das Auftreten von ab- 
wechselnd warmen und kalten Wasserstreifen bemerklich macht. Am 9. April 
1875 nahm der „Challenger“ in 31° 8‘ N-Br und 137° 8‘ O-Lg eine Temperatur- 
reihe (s. No. 3 der Tabelle), welche von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von 
500 Fad. erheblich niedrigere Temperaturen aufwies, als weiter südlich und 
nordwestlich im Kuro-stwo selbst. Bis zum 11. April, an welchem Tage der 
„Challenger“ in Yokohama eintraf, durchschnitt das Schiff drei Streifen kalten 
Wassers mit einer Oberflächentemperatur zwischen 17° — 18°, welche von einander 
durch warme Streifen von 20° C. getrennt waren; die Temperatursprünge traten 
stets ganz plötzlich ein; eine starke nordöstliche Stromversetzung wurde bei 
diesen Temperaturmessungen konstatirt. In der Bai von Yedo selbst fiel die 
Temperatur bis zu,13,6° (s. „Ann. d. Hydr. ete.“ 1876, pag. 520). 
Bei den Fahrten des „Challenger“ längs den Küsten von Japan im Mai 
and Juni 1875 gewann Commander Tizard zwei Temperaturreihen in dem 
kalten Strome (Tab, III, No. 4 und 5) in der Nähe der Küste und zwei andere 
etwas entfernter von der Küste im Kuro-siwo (Tab. III, No. 6 und 7). In 
dem west—östlich gerichteten Schnitte zwischen Japan und dem nördlichsten 
vom „Challenger“ im Stillen Ocean erreichten Orte, in 38° 9‘ N-Br und 
156° 25‘ W-Lg (Juni und Juli 1875), durchkreuzte der „Challenger“ zunächst 
die ganze Breite des Kuro-siwo zwischen 34° 37‘—35° 18‘ N-Br und 140° 32‘— 
147° 9‘ O-Lg (s. Tab. III, No. 5, 6, 7, 8, 9, 10) in einer Strecke von über 400 Sm 
Länge. Hier erreichen auch die Isothermobaihen von 5° und 2,5° die grössten 
Tiefen im westlichen Nord- Pacific, nämlich bezw. 465 und 1050 Fad. (850 und 
1920m). Zwischen 35° 18‘—41‘ N-Br und 147° 9-—157° 42' O-Lg durchschnitt 
der „Challenger“ einen sehr deutlich ausgeprägten kalten, aber schmalen Streifen, 
einen südwestlichen Ausläufer der aus dem Berings-Meere stammenden kalten 
Polarströmung (s. No. 16 in Tab. IV und pag. 491), welcher die Meeres- 
iemperatur bis zu einer Tiefe von über 500 Fad. beträchtlich erniedrigte, wie 
die Reihentemperatur in 35° 20‘ N-Br und 153° 39‘ O-Lg (s. Tab. III, No. 11) 
ergab, Den grossen Unterschied in der Wärmevertheilung mit zunehmender 
Tiefe im Kuro-siwo selbst und in den mit einander abwechselnden kalten und 
warmen Streifen am Rande desselben kann man, ausser in den Angaben der 
untenstehenden Tabelle III, noch in dem Ab- und Aufwärtssteigen der Kurven 
gyleichwerthiger Isothermobathen erkennen, wie folgende, der Tabelle XII in 
Wild, Thalassa, entnommene Zusammenstellung zeigt, in welcher die Orte 
No. 8, 9 und 10 dem Kuro-siwo selbst, No. 11 dem kalten und No. 12 dem 
warmen Wasserstreifen am Rande des Kuro-siwo angehören. 
3.
	        
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