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letzteren die warme Strömung sich wieder ausbreitet: im Nord-Atlantic ist dies
der Golfstrom, im Nord-Pacific der Kuro-siwo oder Japanische Strom. In manchen
Einzelnheiten ihres Auftretens dagegen zeigen diese beiden warmen Strömungen
Verschiedenheiten, die sich durch lokale Umstände erklären lassen, aber der
Analogie ihrer allgemeinen Erscheinung keinen Abbruch thun. Betrachten wir
zunächst die uns bereits über die Tiefentemperaturen des Kuro-siwo vorliegenden
Beobachtungen.
Temperaturvertheilung im Kuro-siwo und am Rande des-
selben. Auf der Route von den Admiralitäts - Inseln bis Japan (März und
April 1875) gelangte der „Challenger“ zunächst aus dem Gebiete des, bis in
Tiefen bis zu 200 Fad, oder 366m, warmen Wassers des subtropischen westlichen
Pacific (s. No. 1 und 2 der nachstehenden Tabelle III) in den Bereich der
zum Theil unter die Oberfläche getauchten Fortsetzung der kalten kurilischen
Strömung, welche nach den Untersuchungen von Dr. Leop. von Schrenck
(s. „Hydr. Mitth.“, 1874, pag. 237) an der Ostküste von Nippon durch ihre
niedrige Temperatur von dem Kuro-siwo deutlich unterschieden und mehr oder
weniger scharf abgegrenzt ist und von von Schrenck bis jenseits 36° N-Br
verfolgt ist und weiter südlich sich sowohl durch niedrige Temperaturen in
geringeren Tiefen, als auch an der Oberfläche durch das Auftreten von ab-
wechselnd warmen und kalten Wasserstreifen bemerklich macht. Am 9. April
1875 nahm der „Challenger“ in 31° 8‘ N-Br und 137° 8‘ O-Lg eine Temperatur-
reihe (s. No. 3 der Tabelle), welche von der Oberfläche bis zu einer Tiefe von
500 Fad. erheblich niedrigere Temperaturen aufwies, als weiter südlich und
nordwestlich im Kuro-stwo selbst. Bis zum 11. April, an welchem Tage der
„Challenger“ in Yokohama eintraf, durchschnitt das Schiff drei Streifen kalten
Wassers mit einer Oberflächentemperatur zwischen 17° — 18°, welche von einander
durch warme Streifen von 20° C. getrennt waren; die Temperatursprünge traten
stets ganz plötzlich ein; eine starke nordöstliche Stromversetzung wurde bei
diesen Temperaturmessungen konstatirt. In der Bai von Yedo selbst fiel die
Temperatur bis zu,13,6° (s. „Ann. d. Hydr. ete.“ 1876, pag. 520).
Bei den Fahrten des „Challenger“ längs den Küsten von Japan im Mai
and Juni 1875 gewann Commander Tizard zwei Temperaturreihen in dem
kalten Strome (Tab, III, No. 4 und 5) in der Nähe der Küste und zwei andere
etwas entfernter von der Küste im Kuro-siwo (Tab. III, No. 6 und 7). In
dem west—östlich gerichteten Schnitte zwischen Japan und dem nördlichsten
vom „Challenger“ im Stillen Ocean erreichten Orte, in 38° 9‘ N-Br und
156° 25‘ W-Lg (Juni und Juli 1875), durchkreuzte der „Challenger“ zunächst
die ganze Breite des Kuro-siwo zwischen 34° 37‘—35° 18‘ N-Br und 140° 32‘—
147° 9‘ O-Lg (s. Tab. III, No. 5, 6, 7, 8, 9, 10) in einer Strecke von über 400 Sm
Länge. Hier erreichen auch die Isothermobaihen von 5° und 2,5° die grössten
Tiefen im westlichen Nord- Pacific, nämlich bezw. 465 und 1050 Fad. (850 und
1920m). Zwischen 35° 18‘—41‘ N-Br und 147° 9-—157° 42' O-Lg durchschnitt
der „Challenger“ einen sehr deutlich ausgeprägten kalten, aber schmalen Streifen,
einen südwestlichen Ausläufer der aus dem Berings-Meere stammenden kalten
Polarströmung (s. No. 16 in Tab. IV und pag. 491), welcher die Meeres-
iemperatur bis zu einer Tiefe von über 500 Fad. beträchtlich erniedrigte, wie
die Reihentemperatur in 35° 20‘ N-Br und 153° 39‘ O-Lg (s. Tab. III, No. 11)
ergab, Den grossen Unterschied in der Wärmevertheilung mit zunehmender
Tiefe im Kuro-siwo selbst und in den mit einander abwechselnden kalten und
warmen Streifen am Rande desselben kann man, ausser in den Angaben der
untenstehenden Tabelle III, noch in dem Ab- und Aufwärtssteigen der Kurven
gyleichwerthiger Isothermobathen erkennen, wie folgende, der Tabelle XII in
Wild, Thalassa, entnommene Zusammenstellung zeigt, in welcher die Orte
No. 8, 9 und 10 dem Kuro-siwo selbst, No. 11 dem kalten und No. 12 dem
warmen Wasserstreifen am Rande des Kuro-siwo angehören.
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