accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

956 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1919. 
nahe gebracht werden müssen, daß große Oktantalfehler bei Einzelnadelrosen 
entstehen und solche auch bei Admiralitätsrosen nicht völlig vermieden werden; 
daß ferner neue Fehlerquellen geschaffen werden durch den Magnetismus, der in 
den Korrektoren durch die Kompaßnadeln induziert wird.« 
Die Bestrebungen zur Überwindung der letztgenannten Schwierigkeiten 
bilden bekanntlich den Ausgangspunkt für die Umgestaltung des Rosenbaues 
durch W. Thomson. Zur Kompensation großer Werte des © bleiben aber auch 
heute noch, zumal bei beschränkten Raumverhältnissen, erhebliche und für 
D-Korrektoren, die rein durch Feldinduktion wirken sollen, unüberwindliche 
Schwierigkeiten bestehen, so daß andere Korrektoren, die in mancher Beziehung 
weniger vollkommen sind, weite Verbreitung und große Bedeutung gewonnen 
haben. Sie mögen insgesamt als Ersatz-Korrektoren bezeichnet werden. 
Der erste Vorschlag für einen Ersatz-Korrektor geht auf Smith und 
Evans zurück, 
In der genannten Abhandlung empfehlen sie die Anwendung von zwei 
seitwärts voneinander aufgestellten Kompassen. Durch die gegenseitige 
Wirkung der Rosen aufeinander erfährt jede von ihnen eine Quadrantaldeviation 
mit negativem Vorzeichen des %. Durch. passende Wahl der Entfernung der 
Kompasse voneinander soll das positive % des Schiffes für beide Kompasse auf- 
gehoben werden. Diese Einrichtung scheint nicht in die Praxis eingeführt zu 
sein, Statt ihrer hat man wohl, unter Beibehaltung eines Hauptkompasses, je 
einen kleinen Schwimmkompaß an Steuerbord und Backbord als D-Korrektoren 
zur Aufhebung großer Beträge des © benutzt!). Die Theorie dieser Korrektoren 
läßt sich unter gewissen Voraussetzungen auf die Theorie der durch Feldinduk- 
tion wirkenden D-Kugeln zurückführen, wie in Abschnitt 11 gezeigt werden soll. 
Von größerer Bedeutung als derartige Korrektor-Kompasse sind die durch 
Nadelinduktion wirkenden D-Korrektoren geworden, Man hat sich im 
Laufe der Zeit genötigt gesehen, die von Smith und Evans in der oben an- 
geführten Stelle verabscheute Nadelinduktion weitgehend zur Kompensation des 
D heranzuziehen. Es: ist leicht einzusehen, daß eine im Bereiche der Nadel- 
induktion seitwärts vom Kompaß an Steuerbord oder: Backbord befindliche 
Eisenmasse viertelkreisig die Nadel nach links bzw. rechts zu drehen strebt. In 
der Tat kann das © des Schiffes durch eine solche Eisenmasse bei passender 
Anordnung derselben kompensiert werden. Korrektoren, die nur durch Nadel- 
induktion wirken, werden heute wohl stets in Verbindung mit Schwimmkompaß- 
rosen benutzt. Sie sind meistens am Kompaßkessel selbst, also innerhalb des 
Ringes der kardanischen Aufhängung angebracht, z. B. in Gestalt von zwei 
vertikal stehenden eisernen Säulen auf dem Deckelglas des Kompasses®) oder 
von streifenförmigen Blechen, die unter dem Boden des Kompaßkessels in vertikaler 
Stellung befestigt sind®). Mit Vorteil kann man auch einen kleinen Eisenstab 
in horizontaler Lage querschiffs unter dem Kompaßkessel anordnen*?). Die 
Variation der Wirkung erfolgt durch größere oder geringere Annäherung der 
Säulen oder des Stabes, oder durch Verwendung längerer Säulen, Stäbe oder 
Bleche bzw. nur einer Säule oder eines Bleches an Steuerbord oder an Backbord. 
Bei allen hier beschriebenen Ersatz-Korrektoren ist die Kompensation nur 
exakt für die Breite, für die die Einstellung der Korrektoren stattgefunden hat. Ist 
diese in einer mittleren Breite erfolgt, so ist die Wirkung in niedrigeren Breiten 
nicht stark genug, um gegenüber dem größeren Werte von H die Kompensation 
‘) Solche Korrektorkompasse sind beschrieben und Abgebildet in dem Werk von P. J. Kaiser 
„Theorie en beschrijving der thans bij de Nederlandsche Marine in gebruik zijnde zeevaartkundige 
werktuigen‘“, Leiden 159%, Die zu beiden Seiten des Hauptkompasses auf Schienen verschiebbar an- 
geordneten Schwimmkompaßrosen haben einen Durchmesser von etwa 70mm. KOorrektor-Kompasse 
sind auf den Schiffen der niederländischen Kriegsmarine für Kompasse auf der „Vorstation“ zur 
Kompensation von ©-Werten bis zu 25° verwendet worden. (S. Marıneblad 1900/01, S. 1003 u. £. 
2) Beim kleinen Fluid-Kompaß der Marine M/ı1 8. Lehrb. f, d. Unt. in der Nav. an der Kais, 
Marineschule. S, 365, 
3) Beim kleinen Fluid-Kompaß M/ı5, ebenda, S, 361, 
4) Z. B. beim Florian-Kompaß, 8. Stupar, Terr. Nar.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.