Aus dem neuesten Segelliandbuch für Atjeh (Atshin), Nord-Sumatra,
Ströme zwischen Nord und Ost, , Ost und Süd, Süd und West, West und Nord.
April bis September 21 38 13 28
Oktober bis März 31 25 21 23
Gezeiten.
Die Gezeiten folgen der Herrschaft des Indischen Oceans, d. h., dafs aufser
der halbtägigen Tide die eintägige Tide stark in den Vordergrund tritt. Der
Einflufs der eintägigen Tide bewirkt, dafs die Hochwasserzeit bei der einen
halbtägigen Tide früher und bei der anderen später eintritt, und dafß diejenige
halbtägige Tide, deren Hochwasserzeit sich am meisten der Hochwasserzeit der
eintägigen Tide nähert, höher und das andere niedriger wird, als es ohne den
Einfluß der eintägigen Tide sein würde. Aber im Gegensatz zu vielen Plätzen
an den Küsten, die den Indischen Ocean umgeben, wo die eintägige Tide 80
stark ist, dafs man an einigen Tagen nur einmal Hochwasser und an anderen
Tagen zweimal Hochwasser beobachtet, haben an der Nord- und Ostküste die
halbtägigen Tiden ein solches Uebergewicht, dafs man immer zweimal in 24 Stunden
Hoch- und zweimal Niedrigwasser hat.
Die Frühjahrs- und Herbstverstärkung der Tiden, eine Erscheinung, die
von der Abweichung des Mondes herrührt, ist ebenfalls an diesen Küsten
bemerkbar. In Olehleh hat man die höchsten Fluthen im März und September,
und zwar zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche, In den Mündungen der bedeutenderen
Flüsse bei der Diamant-Spitze werden sie im Mai und Oktober beobachtet,
£in Einflufs auf den allgemeinen Wasserstand, der wohl mal uneigentlich
als Monsuntide bezeichnet wird und häufig in sich verengenden Strafsen und
Baien vorkommt, macht sich an der Nord- und Ostküste von Atjeh fühlbar. Er
ist eine Folge des Aufstauens oder Austreibens von Wasser, je nach dem
herrschenden Monsun.
Obwohl theoretisch nicht ganz richtig, so doch genügend für die See-
männische Praxis, kann man all diese Einflüsse in die folgenden Regeln zu-
sammenfassen:
1. Es ist zweimal in 24 Stunden Hoch- und zweimal Niedrigwasser.
— 2. Die höchsten Wasserstände treten ein: zwei bis drei Tage nach Voll-
and: Neumond und die niedrigsten ein bis drei Tage nach den Mondsvierteln.
3. Etwa ein bis zwei Tage vor und sechs bis fünf Tage nach Voll- und
Neumond läuft das Wasser bis auf einige Decimeter nahe ebenso hoch auf wie
bei dem entsprechenden höchsten Hochwasser, so dafs es ungefähr 15 Tage im
Monat giebt, an denen man in die Flufsrinnen mit einem Fuß weniger als der
gröfsten Tiefe einlaufen kann, . N nn
4. Die Hochwasserzeit ändert sich in den ersten sechs Tagen nach der
Springtide im Mittel um 30 bis 40 Minuten im Etmal, um dies später bei den
Nipptiden mit Sprüngen von bisweilen mehr als zwei Stunden wieder einzuholen.
5. In den Monaten März bis November ist die Tagfluth höher als die
Nachtfluth. Für die übrigen Monate des Jahres gilt das Umgekehrte.
6. Nach lang durchstehenden Südostwinden in der Malakka-Strafse ist der
Wasserspiegel niedriger als nach lang durchstehenden Nordwestwinden.
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Hafenzeiten und Fluthwechsel.
Nordküste von der Insel Weh. Hafenzeit 9" 45”. Fluthwechsel bei
Springtide 7 Fuß, bei Nipptide nur 2 bis 3 Fufs.
Olehleh. Hafenzeit 9° 45”. Der Fluthwechsel bei Springtiden ist höchstens
5 Fuß, bei Nipptiden höchstens 3 Fuß. Ein Wechsel von 5 Fuß kommt nur in
den Monaten März und September vor.
Segli. Hafenzeit 10. .
Diamant-Spitze. Hafenzeit 11®*, Der größte Fluthwechsel drei Tage
nach Neumond 7 Fufßs und drei Tage nach Vollmond 5%/4 Fufs, Der kleinste
Fluthwechsel ein bis drei Tage nach den Mondsvierteln beträgt bisweilen nicht
mehr als 1 Fuls, bleibt aber über dem mittleren Wasserstand. Unter mittlerem
Wasserstand ist zu verstehen: niedrigster Wasserstand bei Niedrigwasser-Spring-
tide + der Hälfte des gröfsten Fluthwechsels,