3) Die Hydrographie —- der Schlüssel zum Meer
J/ermessung von
Schiffswracks mit
30V- und taucher-
getragenen Stereo-
kamerasystemen.
Unterwasservermessung
Die Sensoren, die das BSH zur Erfassung
der Meeresbodenoberfläche und darauf
oefindlicher Objekte einsetzt, kommen
licht nur auf schwimmenden und fliegen-
den Messplattformen wie Schiffen und
-lugzeugen zum Einsatz, Sie können auch
von einer tauchenden Person oder von
ainem ferngesteuerten Unterwasserfahr-
zeug (Remotely Operated Vehicle — ROV)
getragen werden. Dadurch verringert sich
die Distanz zwischen Sensor und Objekt.
Der Detaillierungsgrad bei der Daten-
arfassung steigt. Das ist beispielsweise
wichtig für die hochgenaue, dreidimensio-
1ale Erfassung und Rekonstruktion von
Schiffswracks.
Derzeit werden die für Wrackuntersuchun-
gen notwendigen Daten aus Fächerecho-
otvermessungen extrahiert. Für eine
Jmfassende Beurteilung des Zustandes
des Wracks, zur Bereitstellung von Infor-
mationen zu Art und Ladung sowie für die
Identifikation der minimalen Tiefe sind
zusätzlich Untersuchungen direkt am
Ibjekt notwendig. Diese werden von
Tauchern und durch unbemannte Mess-
olattformen vorgenommen
ı'n einer gemeinsam mit dem Institut für
Angewandte Photogrammetrie und Geo-
informatik der Jade Hochschule durchge-
‘ührten Pilotstudie wurde ein Verfahren
entwickelt, um aus ROV-gestützt erhobe-
nen optischen Bilddaten hochauflösende
präzise lokalisierte 3D-Repräsentationen
von Unterwasserstrukturen zu berechnen
Darauf aufbauend wurde ein photogram-
metrisches Stereokameramesssystem
Jmgesetzt, das eine agile Unterwasser-
vermessung durch BSH-Tauchpersonal
ermöglicht.
Anforderungen an die Qualität
der Vermessung
Mit welcher Qualität muss die Vermessung
durchgeführt werden, um die Sicherheit
und Leichtigkeit der Schifffahrt sicherzu-
stellen und die nachhaltige Nutzung zu
‘ördern? Die Antwort ist leicht: So genau,
detailliert und aktuell wie nötig.
Aber was ist nötig? In den hochdynamisch
veränderlichen küstennahen Meeresböder.
der deutschen Bucht ist Aktualität wichtiger
als Details, die sich regelmäßig, zum Bei-
spiel mit der nächsten Springflut, ändern.