Die Hydrographie —- der Schlüssel zum Meer 29
oberfläche und des Gewässerbodens
durch Laserscanner im grünen und gege-
vgenenfalls nah-infraroten Wellenlängenbe
‘eich. Angesichts der limitierten Eindring-
:jefe grünen Laserlichts in Wasser bietet
sich die Laserbathymetrie vor allem für
«üstennahe Flachwasserbereiche an, die
n Folge von Gezeiten und Seegang fort-
aufend in ihrer Gestalt verändert werden
And In denen die konventionelle Auf-
nahme mit Echolotverfahren aufgrund der
sich durch die Öffnungswinkel solcher
Systeme ergebenden geringen Schwad-
greiten ineffizient sind. Einschränkungen
ergeben sich primär durch die Gewässer-
trübung sowie durch eine komplexe Cha-
rakteristik der Wasseroberfläche.
Im Rahmen des Forschungsvorhabens
‚Laserbathymetrie in küstennahen Berei-
zhen der Nordsee (ALB-Nordsee)“ entwi-
skelt das BSH gemeinsam mit dem Institut
für Photogrammetrie und Fernerkundung
der TU Dresden Methoden und Verfahren,
m das Einsatzpotential der Laserbathy-
nNetrie sowie die dazu erforderliche Absi-
zherung der Genauigkeit und Zuverlässig-
seit von Laserbathymetriedaten zu
verbessern.
Bathymetrie aus multispektralen
Satellitenbilddaten
Nleben hydroakustischen Aufnahmeverfah-
‚en und Laserscannertechniken können
vathymetrische Informationen auch aus
<amerabilddaten abgeleitet werden. Dabei
wird ein Zusammenhang zwischen dem
spektralen Bildinhalt und der Gewässertiefe
1ergestellt. Die hierfür notwendigen Multi-
spektralkameras sind beispielsweise auf
den zwei Sentinel-2-Erdbeobachtungs-
satelliten des europäischen Copernicus-
Programms installiert. Die Satellitenpaare
decken den deutschen Küstenbereich in
ainer sonnensynchronen Umlaufbahn alle
fünf Tage ab und ermöglichen eine konti-
nulerliche Flachwasservermessung in sehr
noher zeitlicher Auflösung.
Die extrahierbaren Tiefenwerte sind im
Vergleich zur Hydroakustik und Laser-
bathymetrie Jedoch weniger genau und
zuverlässig und somit nicht geeignet,
diese direkt zu ersetzen. Sehr wohl aber
können fernerkundgliche Informationen
genutzt werden, um Änderungen des
Seegrundes anzuzeigen und eine Ent-
scheidungsgrundlage zur Neuvermes-
Sung zu liefern.
Im Rahmen des durch das BMDV geför-
derten Forschungsvorhabens „Satelliten-
gestützte operationelle Einsatzplanung ir
der Seevermessung (S:-0-8S)“ entwickelt
das BSH ein Verfahren zur Detektion von
Änderungen der Struktur des Meeresbo-
dens aus der spektralen Information von
optischen Satellitenbilddaten und die
darauf basierende prototypische Umset-
zung eines operationellen Dienstes. Die-
ser Dienst soll fortlaufend bereitgestellte
nformationen über Meeresbodenvariatio-
nen und weitere beeinflussende Faktorer
analysieren, gebietsabhängige Kennzah-
len beziehungsweise Entscheidungsgrö
Ben ableiten, diese der Einsatzplanung
des Seevermessungsdienstes über ein
intuitives Ampelschema zur Verfügung
stellen und Handlungsempfehlunger
aussprechen
Satellitenbildgestützte
Vermessung und
Überwachung von
Flachwasserbereichen
um Fehmarn
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