2 Verkehrsbedingte Emissionen
Galvanische Anoden
werden in unter-
schiedlichen Größen
und Formen als
Korrosionsschutz
aingesetzt z.B. für
Schiffe und Wasser-
bauwerke
‚Foto Nathalie Voigt
4ZG)
Opferanoden emittieren damit chemische
Stoffe in die Meeresumwelt. Wissenschaft-
‚iche Erkenntnisse über die freigesetzten
Mengen sowie deren Verteilung in Was-
sersäule, Sedimenten und gegebenenfalls
auch in Lebewesen gab es bisher nicht.
Diese Erkenntnisse sind aber Vorausset-
zung für das Verständnis und die Bewer-
(ungen der Auswirkungen auf die marine
Jmwelt.
Analyse von Bestandteilen von
Offshore-Windenergieanlagen in der
Meeresumwelt
Das BSH konnte im Rahmen des For-
schungsprojekts „Stoffliche Emissionen
aus Offshore-Windanlagen“ (OffChEm) in
Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum
dereon erstmals Bestandteile aus Opfer-
anoden im Wasser und im Sediment um
Iffshore-Windparks in der Nordsee mes-
sen.
im Rahmen des seit 2016 laufenden Pro-
jektes nahmen Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler unter anderem auch des
3SH während Messkampagnen unter
anderem mit dem BSH-Vermessungs-,
Wracksuch- und Forschungsschiff ATAIR
Proben in Offshore-Windparks sowie In
deren näherer und weiterer Umgebung.
Darüber hinaus wurden an 50 bis 90
Stationen Wasser-, Schwebstoff- und
Sedimentproben genommen. Den Planun-
gen für die Probenahmen im Bereich der
Offshore-Windparks lagen Simulationsmo-
delle zum Einfluss der Windparks auf die
Strömung zugrunde.
Da die Metalle, die von den Opferanoder
reigesetzt werden, im Meerwasser hoch-
verdünnt sind und mit wenigen Nano-
gramm pro Liter eine sehr geringe Kon-
zentration aufweisen, müssen hoch
empfindliche Nachweistechniken einge-
setzt beziehungsweise entwickelt werden,
mit denen diese Konzentrationen im Meer-
wasser einerseits nachgewiesen, anderer-
seits auch gemessen werden können.
ım Labor analysierten Wissenschaftlerin-
nen und Wissenschaftler die Bestandteile
der verschiedenen Opferanoden. Sie
identifizierten für die weiteren Untersu-
chungen Aluminium, Zink, Indium, Gal-
lium, Blei und Cadmium. Da Indium ung
Gallium natürlicherweise kaum im Meer
vorkommen und außer Opferanoden keine
anderen Quellen auf See bekannt sind,
werden sie als Spurenstoff, sogenannten
Tracer, verwendet.