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Full text: Jahresbericht 2022 - Für Meer und Mensch, Schifffahrt und Umwelt

Verkehrsbedingte Emissionen 21 
INFOGRAFIK 
Funktionsweise von Opferanoden 
Eine Opferanode (galvanische Anode) ist ein Stück Metall, das die 
hochwertigeren Bauteile unter Wasser vor Korrosion schützt, indem 
3s sich selbst auflöst ("opfert"). Dies führt allerdings dazu, dass 
Bestandteile der Opferanode in die Meeresumwelt gelangen. 
Je nach Gründungsstruktur und deren Beschichtung sowie den 
Umweltbedingungen werden unterschiedliche Mengen freigesetzt. 
Windenergieanlage 
er Jol 
Freisetzung umweltrelevanter 
Stoffe aus Korrosionsschutzan- 
wendungen 
Der Ausbau der Offshore-Windenergie in 
\lordsee und Ostsee ist ein wichtiger 
3Zestandteil der Energiewende. Bereits 
nehr als 1500 Windenergieanlagen und 
30 Umspann- und Konverterplattformen 
sind vorhanden. Die aktuellen Ziele der 
3Zundesregierung verdeutlichen einen 
arheblichen weiteren Ausbaubedarf, 
insbesondere in der ausschließlicher 
Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee. 
Jede Nutzung der Meere, auch der 
3etrieb von Offshore-Windenergieanla- 
gen, ist in der Regel mit chemisch-stoff- 
lichen Emissionen verbunden. 
An den Fundamenten unter Wasser wer- 
den - wie zum Beispiel auch bei Schiffen 
und Hafenanlagen - „Opferanoden“ als 
Korrosionsschutz eingesetzt. 
Sie sind eine Legierung zum Beispiel aus 
Zink, Magnesium und Aluminium. Als eine 
Oxdationsreaktion gehen die Opferanoder 
in Lösung. Das Gewicht der Opferanoden 
allein für eine Windenergieanlage beträgt 
‚e£ nach Fundamenttyp 10 Tonnen und 
mehr. Bei zum Beispiel Konverterplatt- 
‘ormen sind es teilweise mehrere 100 Ton- 
nen. Das gewährleistet einen Schutz vor 
Bauwerken —- und damit auch von deren 
Standsicherheit - für mindestens 25 Jahre. 
An dem Fundament eines Monopiles 
werden jährlich über 80 kg anorganisches 
Material freigesetzt. 
Opferanoden, die zum Korrosionsschutz eingesetzt werden 
bestehen aus Legierungen auf der Basis von Aluminium oder 
Zink. Die Zusammensetzung unterliegt zum Teil gesetzlichen 
Regelungen. Für Aluminium-basierte Opferanoden sind Alumi- 
nium, Silizium, Titan, Mangan, Eisen, Kupfer, Zink und Indium 
requliert. Für Zink-basierte Opferanoden sind Aluminium, Sili- 
zium, Eisen, Kupfer, Zink, Cadmium und Indium reguliert. Alle 
anderen Bestandteile, die In den Anoden enthalten sind, unter- 
liegen aktuell keiner weiteren Regulierung.
	        
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