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Full text: Jahresbericht 2022 - Für Meer und Mensch, Schifffahrt und Umwelt

2) Verkehrsbedingte Emissionen 
Einreichung einer 
Risikobewertung als Grundlage 
für Genehmigungen von Unter- 
wasserreinigungen im Ostsee- 
raum zu der HELCOM/OSPAR 
Joint Task Group Ballast & 
Biofouling 
Jm das Ausmaß des Bewuchses zu mini- 
Nieren und einzuschränken, wird auf 
Schiffen ein Biofouling-Management 
durchgeführt. Das beinhaltet auch die 
Jnterwasserreinigung (UWR) von Schiffs- 
-ümpfen. Da dabei auch eingeführte, 
ıicht-einheimische Arten aus dem 
Zewuchs sowie Biozide und sonstige 
Partikel aus Antifouling-Systemen und 
Marine Growth Prevention Systems 
'MGPS) in die Umgebung freigesetzt 
werden können, birgt die UWR auch 
Jmweltrisiken. Die Entwicklung von ein- 
2eitlichen Standards mit dem Ziel der 
Minimierung von Umweltrisiken ist daher 
10twendia 
Harmonisierte 
Risikobewertungsverfahren für UWR 
In der Ostseeregion liegt die Erteilung von 
aenehmigungen für die Unterwasserreini- 
Jung von Schiffsrümpfen (UWR) je nach 
_and in der Verantwortung der nationalen 
der sogar lokalen Behörden. Um ein 
Jemeinsames Verständnis der Regulie- 
ung von UWR und eine harmonisierte 
arundlage für die Erteilung von Genehmi- 
gungen im Ostseeraum zu schaffen, 
entwickelte das BSH im Rahmen des 
Projektes „Vervollständigung der Manage: 
nNentoptionen im Ostseeraum zur Verrin- 
Jerung des Risikos der Einschleppung 
nvasiver Arten durch den Schiffsverkehr“ 
‘Completing management options in the 
3Zaltic Sea Region to reduce risk of inva- 
sive species introduction by shipping — 
SOMPLETE PLUS) einen Vorschlag für ein 
1armonisiertes Risikobewertungsverfah- 
ren als Grundlage für die Genehmigung 
der UWR von Schiffen im Ostseeraum. 
Berücksichtigung fanden drei relevante 
Umweltrisiken der UWR: 
* Gefahr der Einschleppung und Verbrei- 
tung nicht-einheimischer Arten 
Gefahr des Biozideintrags 
» Gefahr des Partikeleintrags 
Die Risikobewertung basiert zum einen 
auf einer intensiven Literaturrecherche 
und zum anderen auf Informationen einer 
internationalen Gruppe aus Verwaltungen 
und Häfen sowie Verkehrsagenturen, 
Umweltschutzagenturen, wissenschaft- 
lichen Instituten und Tauchunternehmen 
aus allen Ostseeanrainerstaaten, die in 
die Entwicklung einbezogen wurden. 
Die daraus resultierenden Optionen zur 
Berücksichtigung der UWR von Schiffen ir 
der Ostseeregion werden in einem Fließ- 
diagramm visualisiert, um den Entschei- 
dungsprozess sowohl für die Antragsteller 
als auch für die zuständigen Behörden 
transparenter zu gestalten. 
Das BSH entwickelte den Vorschlag einer 
Risikobewertung als Grundlage für 
Genehmigungen von UWR im Ostsee- 
raum. Er wurde bei der HELCOM/OSPAR 
Joint Task Group Ballast & Biofouling 2022 
eingereicht. Aus Sicht der Teilnehmerin- 
nen und Teilnehmer der Task Group deckt 
er die grundlegenden und relevanten 
Fragen einer Risikobewertung für die 
Reinigung im Wasser ausreichend ab. 
Auch die vorgeschlagene chemische 
Risikobewertung zur Genehmigung von 
UWR auf biozichaltigen Beschichtungen 
wurde als nützlich bewertet. Als nächster 
Schritt soll die Anwendbarkeit der Risiko- 
bewertung im Bereich von HELCOM 
(Helsinki Kommission zum Schutz der 
Ostsee) und OSPAR (Oslo-Paris Kommis- 
sion zum Schutz des Nordost Atlantiks) 
praktisch erprobt und bewertet werden. 
Finnland und Spanien werden die Risiko- 
bewertung in Zusammenarbeit mit Unter- 
wasser-Reinigungsunternehmen testen 
und die Ergebnisse teilen
	        
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