2) Verkehrsbedingte Emissionen
Einreichung einer
Risikobewertung als Grundlage
für Genehmigungen von Unter-
wasserreinigungen im Ostsee-
raum zu der HELCOM/OSPAR
Joint Task Group Ballast &
Biofouling
Jm das Ausmaß des Bewuchses zu mini-
Nieren und einzuschränken, wird auf
Schiffen ein Biofouling-Management
durchgeführt. Das beinhaltet auch die
Jnterwasserreinigung (UWR) von Schiffs-
-ümpfen. Da dabei auch eingeführte,
ıicht-einheimische Arten aus dem
Zewuchs sowie Biozide und sonstige
Partikel aus Antifouling-Systemen und
Marine Growth Prevention Systems
'MGPS) in die Umgebung freigesetzt
werden können, birgt die UWR auch
Jmweltrisiken. Die Entwicklung von ein-
2eitlichen Standards mit dem Ziel der
Minimierung von Umweltrisiken ist daher
10twendia
Harmonisierte
Risikobewertungsverfahren für UWR
In der Ostseeregion liegt die Erteilung von
aenehmigungen für die Unterwasserreini-
Jung von Schiffsrümpfen (UWR) je nach
_and in der Verantwortung der nationalen
der sogar lokalen Behörden. Um ein
Jemeinsames Verständnis der Regulie-
ung von UWR und eine harmonisierte
arundlage für die Erteilung von Genehmi-
gungen im Ostseeraum zu schaffen,
entwickelte das BSH im Rahmen des
Projektes „Vervollständigung der Manage:
nNentoptionen im Ostseeraum zur Verrin-
Jerung des Risikos der Einschleppung
nvasiver Arten durch den Schiffsverkehr“
‘Completing management options in the
3Zaltic Sea Region to reduce risk of inva-
sive species introduction by shipping —
SOMPLETE PLUS) einen Vorschlag für ein
1armonisiertes Risikobewertungsverfah-
ren als Grundlage für die Genehmigung
der UWR von Schiffen im Ostseeraum.
Berücksichtigung fanden drei relevante
Umweltrisiken der UWR:
* Gefahr der Einschleppung und Verbrei-
tung nicht-einheimischer Arten
Gefahr des Biozideintrags
» Gefahr des Partikeleintrags
Die Risikobewertung basiert zum einen
auf einer intensiven Literaturrecherche
und zum anderen auf Informationen einer
internationalen Gruppe aus Verwaltungen
und Häfen sowie Verkehrsagenturen,
Umweltschutzagenturen, wissenschaft-
lichen Instituten und Tauchunternehmen
aus allen Ostseeanrainerstaaten, die in
die Entwicklung einbezogen wurden.
Die daraus resultierenden Optionen zur
Berücksichtigung der UWR von Schiffen ir
der Ostseeregion werden in einem Fließ-
diagramm visualisiert, um den Entschei-
dungsprozess sowohl für die Antragsteller
als auch für die zuständigen Behörden
transparenter zu gestalten.
Das BSH entwickelte den Vorschlag einer
Risikobewertung als Grundlage für
Genehmigungen von UWR im Ostsee-
raum. Er wurde bei der HELCOM/OSPAR
Joint Task Group Ballast & Biofouling 2022
eingereicht. Aus Sicht der Teilnehmerin-
nen und Teilnehmer der Task Group deckt
er die grundlegenden und relevanten
Fragen einer Risikobewertung für die
Reinigung im Wasser ausreichend ab.
Auch die vorgeschlagene chemische
Risikobewertung zur Genehmigung von
UWR auf biozichaltigen Beschichtungen
wurde als nützlich bewertet. Als nächster
Schritt soll die Anwendbarkeit der Risiko-
bewertung im Bereich von HELCOM
(Helsinki Kommission zum Schutz der
Ostsee) und OSPAR (Oslo-Paris Kommis-
sion zum Schutz des Nordost Atlantiks)
praktisch erprobt und bewertet werden.
Finnland und Spanien werden die Risiko-
bewertung in Zusammenarbeit mit Unter-
wasser-Reinigungsunternehmen testen
und die Ergebnisse teilen