Verkehrsbedingte Emissionen 17
fahnen. Sie starteten dafür vom Bundes-
wehrstandort Staberhuk an der Ostküste
-ehmarns und flogen gezielt im Fehmarn-
Delt und in der Kadetrinne verkehrende
Schiffe an, um deren Abgasfahne zu
durchfliegen und mittels spezifischer
Sensoren den Schwefelanteil im Schiffs-
abgas zu messen. Auf diese Weise kann
auf den Schwefelgehalt im Kraftstoff
geschlossen werden.
Die Messergebnisse wurden den Kontroll-
gehörden in sämtlichen europäischen
Aäfen über THETIS-EU, ein von der EMSA
getriebenes Informationssystem, in Echtzeit
zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise
<önnen Schiffe in ihren nächsten Anlauf-
1äfen gezielt für Kontrollen ausgewählt und
Proben des Kraftstoffs genommen werden.
Können Verstöße gegen die strengen Kraft-
stoffvorgaben nachgewiesen werden, so
drohen den Verantwortlichen hohe Strafen.
Allerdings zeigten die Messungen als
arfreuliches Ergebnis, dass die Grenzwerte
von fast 98 Prozent der überprüften Schiffe
eingehalten wurden.
Das BSH erforscht unter anderem mit
diesen Flügen die Entwicklung innovativer
Und effizienter Methoden zur Überwa-
hung von Grenzwerten und beteiligt sick
an internationalen Forschungsprojekten
zur europäischen und weltweiten Untersu-
shung und Weiterentwicklung von Strate-
gien und Methoden zur Überwachung von
Schiffsabgasen. Um die Kontrolle von
Schiffsemissionen sowohl methodisch
weiterzuentwickeln als auch räumlich
auszubauen, arbeitet das BSH eng mit
auropäischen Staaten wie Belgien, den
Niederlanden, Dänemark, Frankreich,
Schweden und Finnland, die vergleich-
oare Messungen durchführen, sowie der
EMSA zusammen.
seitig zu unterstützen. In Deutschland
betreibt das BSH ein operationell arbei-
'endes automatisches Messnetz, unter
anderem mit Stationen in den Zufahrten zu
den Häfen Hamburg und Bremerhaven
sowie der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal
in Kiel, sowie mit mobilen Mess-Stationen.
z.B. auf einem Lkw sowie auf dem BSH
Vermessungs-, Wracksuch- und For-
schungsschiff ATAIR.
Darüber hinaus überprüft das BSH konti-
nulerlich, ob bestehende Regelungen
angepasst oder weiterentwickelt werden
müssen. Erkenntnisse fließen unter ande-
rem in die Arbeit in Gremien ein, die sich
mit dem Schutz der Meere und nachhalti-
ger Schifffahrt befassen, insbesondere
dem Meeresumweltausschuss der Inter-
nationalen Seeschifffahrtsorganisation
/IMO).
Auch weitere Einsatzmöglichkeiten zeig-
'en sich im Rahmen der Kampagne.
Anfang Mai konnte eine Ölverschmutzung
von 40-50 Meter Länge festgestellt, mit
uftaufnahmen dokumentiert und diese
ınformation für weitere Ermittlungen an die
Wasserschutzpolizei gegeben werden.
Das Cockpit für den
Jrohneneinsatz
Ziel der Kooperation ist der Aufbau eines
auropäischen Messnetzes, um sich bei
der Verfolgung des nicht regelkonformen
Einsatzes von Schiffskraftstoffen gegen-