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Full text: Jahresbericht 2022 - Für Meer und Mensch, Schifffahrt und Umwelt

Verkehrsbedingte Emissionen 17 
fahnen. Sie starteten dafür vom Bundes- 
wehrstandort Staberhuk an der Ostküste 
-ehmarns und flogen gezielt im Fehmarn- 
Delt und in der Kadetrinne verkehrende 
Schiffe an, um deren Abgasfahne zu 
durchfliegen und mittels spezifischer 
Sensoren den Schwefelanteil im Schiffs- 
abgas zu messen. Auf diese Weise kann 
auf den Schwefelgehalt im Kraftstoff 
geschlossen werden. 
Die Messergebnisse wurden den Kontroll- 
gehörden in sämtlichen europäischen 
Aäfen über THETIS-EU, ein von der EMSA 
getriebenes Informationssystem, in Echtzeit 
zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise 
<önnen Schiffe in ihren nächsten Anlauf- 
1äfen gezielt für Kontrollen ausgewählt und 
Proben des Kraftstoffs genommen werden. 
Können Verstöße gegen die strengen Kraft- 
stoffvorgaben nachgewiesen werden, so 
drohen den Verantwortlichen hohe Strafen. 
Allerdings zeigten die Messungen als 
arfreuliches Ergebnis, dass die Grenzwerte 
von fast 98 Prozent der überprüften Schiffe 
eingehalten wurden. 
Das BSH erforscht unter anderem mit 
diesen Flügen die Entwicklung innovativer 
Und effizienter Methoden zur Überwa- 
hung von Grenzwerten und beteiligt sick 
an internationalen Forschungsprojekten 
zur europäischen und weltweiten Untersu- 
shung und Weiterentwicklung von Strate- 
gien und Methoden zur Überwachung von 
Schiffsabgasen. Um die Kontrolle von 
Schiffsemissionen sowohl methodisch 
weiterzuentwickeln als auch räumlich 
auszubauen, arbeitet das BSH eng mit 
auropäischen Staaten wie Belgien, den 
Niederlanden, Dänemark, Frankreich, 
Schweden und Finnland, die vergleich- 
oare Messungen durchführen, sowie der 
EMSA zusammen. 
seitig zu unterstützen. In Deutschland 
betreibt das BSH ein operationell arbei- 
'endes automatisches Messnetz, unter 
anderem mit Stationen in den Zufahrten zu 
den Häfen Hamburg und Bremerhaven 
sowie der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal 
in Kiel, sowie mit mobilen Mess-Stationen. 
z.B. auf einem Lkw sowie auf dem BSH 
Vermessungs-, Wracksuch- und For- 
schungsschiff ATAIR. 
Darüber hinaus überprüft das BSH konti- 
nulerlich, ob bestehende Regelungen 
angepasst oder weiterentwickelt werden 
müssen. Erkenntnisse fließen unter ande- 
rem in die Arbeit in Gremien ein, die sich 
mit dem Schutz der Meere und nachhalti- 
ger Schifffahrt befassen, insbesondere 
dem Meeresumweltausschuss der Inter- 
nationalen Seeschifffahrtsorganisation 
/IMO). 
Auch weitere Einsatzmöglichkeiten zeig- 
'en sich im Rahmen der Kampagne. 
Anfang Mai konnte eine Ölverschmutzung 
von 40-50 Meter Länge festgestellt, mit 
uftaufnahmen dokumentiert und diese 
ınformation für weitere Ermittlungen an die 
Wasserschutzpolizei gegeben werden. 
Das Cockpit für den 
Jrohneneinsatz 
Ziel der Kooperation ist der Aufbau eines 
auropäischen Messnetzes, um sich bei 
der Verfolgung des nicht regelkonformen 
Einsatzes von Schiffskraftstoffen gegen-
	        
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