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Segelanweisung für den Congo-Strom von seiner Mündung
bis Embomma. Afrika,
(„Hydrographic Notice“ No. 45, London, 1878.)
Im März 1875 ging I. Br. M. S. „Ariel“, mit 3,12m Tiefgang, den Congo")
stromaufwärts bis Embomma und fand von der Mündung bis Puerta da Lenha
nicht weniger als 7,3m, und zwischen Puerta da Lenha und Embomma nicht
weniger als 5,5m Wasser. Das Fahrwasser zwischen den beiden letzten Orten
kann man jedoch nicht ohne Lootsen befahren; einen solchen findet man ge-
wöhnlich bei der holländischen Faktorei zu Banana.
Der Staff-Commander H. H. Hannay von I. Br. M. S. „Active“ (1876) und
der Navigating-Sub-Lieutenant C. E. Pritchard von I. Br. M. S. „Ariel“ haben
nachstehende Segelanweisung für den Congo gegeben, welche jedoch nur für
die Zeit der Vermessung als richtig angesehen werden darf,
i. Von der Spitze Shark bis zu Puerta da Lenha.
Beim Stromaufwärtsgehen halte man sich ungefähr 1 Kblg weit "vom
rechten oder nördlichen Flussufer, bis man die Insel Bull passirt hat. Auf
dieser Strecke befindet man sich ausserhalb der starken Strömung, und es
wurden nirgends weniger, als 9,1m Wasser gefunden. Dieselbe Tiefe fand man
bis auf !/4 Kblg Abstand von der Insel Bull. Darauf halte man die Nordseite
der Insel Bull in Linie mit der Spitze Active (Monpanga-Inseln), bis die Spitze
Palm gerade frei von der Spitze Henderson kommt. Ist man dann bis auf
1 Kblg Abstand bei der Spitze Henderson angekommen, so steuere man mehr
in den Strom hinein, bis die kleine Bull-Insel zwischen der Insel Bull und dem
Ufer zu sehen ist; sobald die, etwas westlich von zwei hohen in die Augen
fallenden Bäumen liegende Spitze Henderson querab ist, muss man Sz0'/20
quer über den Fluss steuern und dabei einen hohen einzelnstehenden Baum gut
frei an St. B. voraus halten.
Wenn die Spitze Boolambemba in Linie mit dem Vorgebirge Scotchman
ist, halte man diese Richtung ein, bis der vorher erwähnte hohe Baum querab
ist und steuere dann so, dass das Vorgebirge Scotchman gerade frei von der,
westlich der holländischen und portugiesischen Faktoreien liegenden Spitze Spiteful
zu sehen kommt; diese Richtung halte man ein, bis das Ostende der Insel Grass
in Linie mit einom zweigipfeligen Baum in NOzN ist. Der Baum steht westlich
der Stadt Manuel Vaca.
Von hier steuere man auf die unterhalb der Baumgruppe auf der Insel
Drapers befindlichen Grasstellen zu, bis man sich auf 1 Kbig Abstand dem
Ufer genähert hat, dann halte man sich in diesem Abstand, so dass man die
Palmen etwas an St. B. voraus hat. Auf dieser Strecke muss man Vorsicht
gebrauchen, die im SW der Insel Drapers liegende Untiefe zu vermeiden.
Sobald man querab von den Palmen angelangt ist, halte man das Mittefahrwasser
bis Puerta da Lenha. Io dem bisher beschriebenen Fahrwasser (von der Insel
Bull an) wurde die geringste Wassertiefe zu 7,3m Wasser gefunden, und zwar
ungefähr 3 Kblg von der Spitze Henderson entfernt, als nach dem anderen
Flussufer gesteuert wurde.
Die Untiefe Parker, östlich der Spitze Henderson, erstreckt sich ca 3 Kblg
stromabwärts; das Fahrwasser zwischen dieser Untiefe und dem nördlichen
Flussufer ist nur für Schiffe mit weniger, als 1,8m Tiefgang schiffbar. ;
Ankerplatz. Es empfiehlt sich, so dicht als möglich bei den Faktoreien
von Puerta da Lenha zu ankern, (das Flussufer ist daselbst steilabfallend), um
die schwimmenden Inseln, welche in grosser Anzahl stromabwärts treiben, zu
vermeiden.
Strömung. Im Mittefahrwasser bei Puerta da Lenha hat die Strömung
durchschnittlich eine Geschwindigkeit von 5 Sm die Stunde, und nach vorher-
gegangenem Regen auch 6 bis. 7 Sm.
1) Vgl. „Hydr. Mitth.“ 1874, pag. 300—305, und „Africa Pilot“, Part II, pag, 88—101,
Ann. d. Hrydr., 1879, Heft IY (April)