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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 19 (1891)

Das Klima Helgolands. 
1% 
5 
. Temperaturschwankung zwischen den einzelnen Terminen, ; 
Helgoland Meldorf Hannover 
2p-—6a 10p—2?p 6a—10p ?p—68a 10p—2v 6a—10p 2n—6a 10p—2p G6a—10p 
Breslau 
2p—6a 10p—2p 6a—10p 
—21 —08 
—24 —1,2 
—32 —20 
—4.1 — 2,6 
m) —9,3 
—1.9 
— 72 
—24 
—26 
— 1,9 
—0,8 
— 0,6 
— 1,8 
Jan. +05 
Febr. + 0,8 
März +17 
April + 2,6 
Mai +24 
Juni +28 
Juli + 2,3 
Aug. +23 
Sept. +20 
Okt. +11 
Nov. +07 
Dez, + 0,4 
Jahr +16 
-03 —0° 
—05 —0 
—14 —032 
2,2 — 0,4 
— 94 0,0 
— 98 0? 
4. 27-07 
-o A 
+16 
+22 
48.7 
451 
— 0 
T 1,8 
3,8 
— 4,2 
— KO 
— 0,6 
Ok 
— 0,4 
—0.2 
A 
+01 
+0 
fr 
— 0,7 
—0,9 
— 1,2 
— 1,5 
— 1,4 
— 0,6 
— 0,9 
—1,0 
— 1,1 
] =— 114 
— 06 27 —70 —6 
—.0,4 1,6 — 1,2 0,4 
— 0,2 4,8 —239 —0,9 
ff 
f 
a 
u 
— 0.5 
6 
J 
0 
‘1 
1,4 
— 0,92 
+34 
0, J 
—z39 
Man ersieht sogleich, wie geringfügig die periodischen täglichen Temperatur- 
änderungen in Helgoland sind. Die Schwankung von 6a bis 2p, die mit der 
periodischen Amplitude ziemlich nahe zusammenfallen dürfte, beträgt im Jahres- 
durchschnitt nur 1,6°, an der Nordseeküste dagegen schon das Doppelte hiervon, 
im : mittleren Norddeutschland das Dreifache u. s. w. In entsprechender Weise 
nimmt von 2p bis 10p auf Helgoland die Temperatur nur wenig ab, auf dem 
Festlande aber ziemlich bedeutend. Endlich zeigt die 10 p-Temperatur mit der 
6 a-Temperatur verglichen fast gar keine Differenz, während weiter im Innern 
des Landes der erstgenannte Termin  nennenswerth (bis zu 2°) wärmer ist als 
der letztere. Dies letztere hängt wohl damit zusammen, dals der Eintritt der 
Tagesextreme über dem Meere früher zu erfolgen pflegt, als auf dem Lande; 
auf dem Lande nämlich liegt der 10 p-Termin dem Eintritt des Maximums 
viel näher, so dafs er also eine relativ höhere Temperatur liefert, andererseits 
Aillt der 6 a-Termin mit dem Eintritt des Minimums nahe zusammen, während 
über dem Meere die Wärme seit dem Minimum bereits zugenommen hat. Dem 
gleichen Umstande ist es zuzuschreiben, dafs am Meere im Sommer die Temperatur 
um 10p sogar niedriger als 6a ist. — Der jährliche Gang der Differenzen 
2p-—6a und 10p—2p schliefst sich im Grofsen und Ganzen an denjenigen 
der aperiodischen Amplitude an; ‚eine Besprechung der Abweichungen hiervon 
würde hier zu weit führen. 
Sowohl die geringe tägliche Schwankung, derzufolge es Nachts über dem 
Meere. relativ warm, Tags relativ kühl ist, als auch die zeitliche Verschiebung 
der Extreme bringen es mit sich, dafß absolut genommen, besonders die 
6 a-Temperatur in Helgoland viel häufiger diejenige der kontinentalen Stationen 
Deutschlands übertrifft, als wie es die monatlichen Durchschnitte der Tagesmittel 
erwarten lassen. Man kann z. B. mit Sicherheit sagen, dafs es auf Helgoland 
um 6a nahezu drei Quartale hindurch wärmer ist (und zwar in den 
kühleren Jahreszeiten) als sonst in Norddeutschland, während nach 
den Tagesmitteln diese Begünstigung weniger als ein halbes Jahr anhält. — 
Andererseits ist es freilich um die Tageszeit 2p nahezu drei Vierteljahre 
lang. kühler (und zwar in den wärmeren Jahreszeiten), als an den 
übrigen deutschen Stationen. 
Es erscheinen sonach die periodischen Temperaturverhältnisse auf Helgo- 
land in mildester Form von allen deutschen Landestheilen; aber auch, 
wenn man die unmittelbar auf ‚einander folgenden unregelmäfsigen 
Temperaturschwankungen zahlenmäfßsig vergleicht, zeigt sich die Insel als 
begünstigtster Punkt von ganz Centraleuropa. Sowohl in dem durchschnittlichen 
Betrage der Schwankungen von Tag zu Tag — der mittleren interdiurnen 
Veränderlichkeit — wie in der Seltenheit größerer Temperatursprünge tritt dies 
deutlich hervor. Bei einer anderen Gelegenheit ') sind bereits fünfjährige Mittel 
der Veränderlichkeit für Helgoland zur Verwendung gelangt. Um aber den 
betreffenden Zahlen eine noch erhöhte Sicherheit zu verleihen und vor Allem, 
1) Die Veränderlichkeit der Luft-Temperatur in Norddeutschland, von V. Kremser. Abhdlg, 
a. Kgl. preuf. Meteor. Instituts. Bd. I. Berlin 1888.
	        
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