Hintergründe und Ziele |
Die Verhinderung der Einschleppung und Verbrei-
tung von invasiven gebietsfremden Arten und ihre
Bekämpfung bzw. die Minderung der damit verbun-
den Gefahren ist Gegenstand internationaler Verein-
barungen.
2.1 Freizeitschifffahrt in Deutschland
Ein gut ausgebautes Wasserstraßennetz ermöglicht
die Ausübung von zahlreichen Wassersportaktivitä-
ten und ist für die Naherholung wesentlich. Die
Ostsee bietet perfekte Segelbedingungen, und
auch die Nordsee steht den Erholungssuchenden
und Wassersportlerinnen und Wassersportlern zur
Verfügung.
Zu nennen ist hier insbesondere die europäische
Verordnung zu invasiven Arten’, die seit dem Jahr
2015 in Kraft ist und die Mitgliedstaaten zu entspre-
chenden Maßnahmen verpflichtet.
Zudem wurde eine Reihe von freiwilligen Maßnah-
men und Handlungsempfehlungen zum bewussten
Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten für
den Sportbootsektor erarbeitet. Insbesondere der
Verhaltenskodex für Sportbootbesitzer® sowie die
Leitlinien der Internationalen Maritimen Organisation
(IMO) für den Wassersport®, die auch vom Deut-
schen Segler-Verband (DSV) übersetzt wurden,
liefern eine Reihe von wichtigen Hinweisen und
Empfehlungen.
'n Deutschland gibt es über 30.000 km befahrbare
Wasserwege. Davon sind 23.000 km Seewasser-
straBßen und 7.350 km Binnenwasserstraßen!®.
Bundesweit gibt es 3.091 Sportboothäfen mit etwa
206.000 Liegeplätzen. Ein Großteil der Liegeplätze
etwa 146.000 (71,0 %), entfallen auf Süßwasser-
reviere, 54.000 (26,2 %) auf die Yachthäfen an der
Ostsee und 5.800 (2,8 %) auf die Reviere der
Nordsee.!!
Laut einer Jährlich durchgeführten statistischen
Erhebung" besaßen in Deutschland im Jahr 2020
etwa 220.000 Personen eine Motoryacht und
410.000 Personen eine Segelyacht/-jolle. Im Ver-
gleich zum Jahr 2017 sank die Anzahl der Perso-
nen, die eine Segelyacht/-jolle besaßen, um 24 %,
wohingegen die Anzahl der Motoryachten seit dem
Jahr 2018 stagniert.
Die Studie hatte zum Ziel, die bislang in Deutsch-
land noch wenig erforschte Rolle des Bewuchses
(Biofouling) im Sportbootbereich für die Einschlep-
pung und Verbreitung nicht-einheimischer Arten zu
ermitteln und Vorschläge zur Minderung des
Bewuchses zu erarbeiten.
7 EU (2014) Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention
und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten, Europäische Union (EU).
BA (2016) European Code of Conduct on recreational boating and invasive species, European Boating Association (EBA)
Strasbourg.
IMO (2012) Guidance for minimizing the transfer of invasive aquatic species as biofouling hull fouling) for recreational craft,
MERPC.1/Circ. 792, International Maritime Organization (IMO), London.
10 DMYV (2016) Deutschland - Ein Wassersportland - Zahlen, Daten, Fakten zum Motorbootsport in Deutschland, Deutsche Motor-
yachtverband e.V. (DMYV), Duisburg.
!1 Daehne D, Feibicke M, Fürle C (2017) Risiken durch Antifouling-Einsatz bei Sportbooten vorhersagen, In: Porth M., Schüttrumpf H.
(eds) Wasser, Energie und Umwelt. Springer Vieweg, Wiesbaden, pp. 264-272. DOI: https:/doi.org/10. 1007/978-3-658-15922-1_34
712 Statista (2020) Zugriff: 17/09/0020
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