Kurzfassung 5 |
1 Kurziassung
Im Rahmen des Bundesministerium für Verkehr und
digitale Infrastruktur (BMVI) Expertennetzwerks
führten das Bundesamt für Seeschifffahrt und
Hydrographie (BSH) und die Bundesanstalt für
Gewässerkunde (BfG) in den Jahren 2017 und 2018
Untersuchungen zum Bewuchs an Sportbooten
durch. Ziel war es, die Rolle des Bewuchses als
Vektor für die Einschleppung und Verbreitung
nicht-einheimischer Arten (Neobiota) zu ermitteln
und Vorschläge zur Minderung des Bewuchses zu
erarbeiten.
Ob Bewuchs zu negativen Effekten führt, hängt u. a
stark von den Bewuchsverhältnissen in den Yacht-
häfen sowie vom Nutzungs- und Pflegeregime ab.
Die Unkenntnis von bereits existierenden Bewuchs-
Empfehlungen verdeutlicht die Notwendigkeit
aktiver Öffentlichkeitsarbeit.
Der vorliegende Bericht soll einen Überblick über
die durchgeführten Untersuchungen geben.
Die Untersuchungen wurden an 121 Sportbooten in
24 Yachthäfen entlang von Elbe, Mosel, Main,
Main-Donau-Kanal und an der deutschen Ostsee-
küste durchgeführt. Der kombinierte Ansatz der
Untersuchungen bestehend aus biologischer
Probennahme, visueller und fotografischer Doku-
mentation sowie Befragungen der Sportbootbesit:
zerinnen und Sportbootbesitzern lieferte wichtige
Erkenntnisse über den Zusammenhang des Nut-
zungs- und Pflegeregimes und der Qualität und
Quantität des Bewuchses.
Insgesamt wurden im Bewuchs der untersuchten
Sportboote 34 nicht-einheimische Arten nachge-
wiesen, was einem Anteil von 22,4 % an der
Gesamtartenzahl (152) entspricht. Der hohe Anteil
von nicht-einheimischen Arten belegt, dass die
Verbreitung von nicht-einheimischen Arten auch
durch Sportboote stattfindet. Die häufigsten Neobi-
ota waren die Brackwasser-Seepocke (Amphibala-
nus improvisus), Sinelobus sp. nov., der Keulenpo:
Iyp (Cordylophora caspia), zwei Flohkrebsarten
(Chelicorophium curvispinum und Dikerogammarus
villosus) sowie die Quagga-Dreikantmuschel (Dreis-
sena rostriformis bugensis).