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Full text: Exoten im Bewuchs \u2013 Bedeutung der Freizeitschifffahrt für die Verbreitung nicht-einheimischer Arten

Diskussion und Folgerungen | 27 
Bedingungen möglich. Eine Risikobewertung der 
Einschleppung von Neobiota durch Trailer konnte 
daher nicht erfolgen. Weitere gezielte Studien wäre 
hier notwendig. 
5.3.3 Nutzungs- und Reiseprofil 
Neben den bereits genannten Ursachen, die die 
Bildung von Bewuchs fördern, waren schlechte 
Pflege und geringe Nutzung der Sportboote weitere 
wesentliche Faktoren. Gerade an der Ostsee waren 
Boote mit Liegezeiten von mehr als zwei Wochen 
Jnd geringer Betriebszeit in der gesamten Saison. 
von Bewuchs stark oder sehr stark betroffen. Im 
Süßwasser wirkten sich lange Liegezeiten und 
geringe Nutzung dagegen kaum auf die Bewuchs- 
entwicklung aus. 
Die Reisen konzentrierten sich auf lokale und 
regionale Gewässer, dabei waren Ziele innerhalb 
der Ostseeregion für Yachthäfen in Norddeutsch- 
land sehr beliebt. Dagegen für Yachthäfen in 
Rhein-Main-Mosel-Region wurden Reiseziele 
innerhalb Deutschlands bevorzugt. In Einzelfällen 
fand auch ein Wechsel zwischen Süßwasser und 
Salz-/Brackwasser statt. Reisen in weitentfernte 
Regionen, wie z. B. in die Karibik, fanden in den 
zwei Jahren (2017/2018) nicht statt. 
Das Reiseverhalten liefert Hinweise auf potenzielle 
Verbreitungswege von Neobiota. Wie am Beispiel 
der Pilsen-Felsenkrabbe gezeigt, ist eine Verbrei- 
tung von marinen Arten in der gesamten Ostsee vor 
Yachthafen zu Yachthafen durch Sportboote poten- 
ziell möglich. Daneben kann eine Verbreitung von 
Neobiota im Süßwasser sowie zwischen Süßwasser 
und Brackwasser von Yachthafen zu Yachthafen 
durch Sportboote ebenfalls stattfinden. Dies gilt 
insbesondere für die zahlreichen im Süßwasser- 
Bewuchs erfassten ponto-kaspischen Arten. 
Eine besondere Gefahr stellt die Einbringung von 
invasiven Arten in die Natur- oder Trinkwasser- 
schutzgebiete dar. Die im Bewuchs von Sportboo- 
ten häufig nachgewiesene Quagga-Dreikantmu- 
schel breitet sich z. B. im Bodensee schnell aus 
und verursacht erhebliche wirtschaftliche Kosten, 
indem die Trinkwasserleitungen verstopft werden“ 
Das lokale und regionale Reiseverhalten führt zu 
der Einschätzung, dass das Risiko der ersten 
Einschleppung von neuen invasiven Arten aus 
anderen Regionen oder Kontinenten über den 
Bewuchs von Sportbooten gering ist. Die Aussage 
wird auch dadurch begründet, dass keine neuer 
Neobiota erfasst wurden. Alle gefundenen Arten 
sind europaweit verbreitet und seit langem gut 
bekannt. Jedoch ist zu bedenken, dass durch die 
Gesamtzahl von Sportbooten sowie der Dichte von 
Yachthäfen eine Einschleppung und Verbreitung 
von aquatischen Neobiota durchaus gegeben ist. 
5.3.4 Kenntnis von bestehenden Empfehlungen 
Die existierenden Leitlinien und Empfehlungen zur 
Verminderung des Einschleppens fremder Arten 
und die Risiken der Verbreitung von nicht-einheimi- 
schen Arten sowie die negativen Auswirkungen von 
invasiven Arten auf die Umwelt, Wirtschaft und 
Gesundheit waren unter den interviewten Personen 
unterschiedlich stark bekannt. 
Die Informationen und Empfehlungen kommen in 
den Zielgruppen nicht an. Diese Erkenntnis ver- 
deutlicht die Notwendigkeit einer zielgerichteten 
und aktiven Öffentlichkeitsarbeit aller beteiligten 
Parteien. 
42 Spiegel-online berichtete über die neuen Probleme der Trinkwasseraufbereitung „Quagga-Muschel richtet Schäden im Bodensee 
an“, Zugriff am 02.12.2019
	        
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