Diskussion und Folgerungen | 25
Blinde Passagiere
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Abbildung 5-6 | In der Ostsee führte der harte Bewuchs aus Muscheln und Pocken an Ruder (a), Auslässen (b) , Propeller (c) und am
Kiel (e) zu Problemen. Im Süßwasser war der Bewuchs am Propeller (d) und Rumpf (f) weich. Von Booten die ausschließlich Binnen-
wasserstraßen befuhren, waren keine Auswirkungen auf das Verhalten des Bootes bekannt. Fotos: Zabrocki / BSH
5.3.1 Bewuchsschutz (AFS)
Schutz vor Bewuchs soll AFS bieten, die häufig mit
bioziden Wirkstoffen versehen sind. Laut der Umfra:;
geergebnisse wurden unabhängig von der Region
(Ostsee oder Binnenwasserstraßen) überwiegend
biozichaltige Produkte (67 %) verwendet. Daneben
gaben 32 % an, nicht zu wissen, was aufgetragen
wurde. Allerdings dürfte es sich auch hierbei um
biozichaltige Produkte handeln. Die Erneuerung
des AFS erfolgte in der Regel jährlich und wurde
entweder selbstständig oder von Fachpersonal
aufgetragen. Manche Yachthäfen boten Komplett-
leistungen bestehend aus Wartung, Kranen, Reini-
gung, Lagerung bis hin zur AFS-Erneuerung an.
Diese kostenpflichtigen Angebote wurden häufig
wahrgenommen.
Die Sichtung, die von den Besitzerninnen und
Besitzern genannten Produkte und dazugehöriger
Sicherheitsgdatenblätter ergab, dass die wichtigsten
Wirkstoffe Kupfer (Cu), Dikupferoxid (CuO) und
weitere Kupferverbindungen (Cu*®*) sind. Je nach
Produkt wurden weitere Stoffe wie Zinkoxid (ZnO)
und Zink-Pyrithion (C{oHgN2O,S,Zn) gelistet. Dabei
stellte Kupfer den Hauptwirkstoff dar und wurde In
unterschieadlichen Konzentrationen angeboten.
Die Unkenntnis über die verwendeten Produkte und
deren Risiken war unter den Teilnehmerninnen und
Teilnehmern groß, dabei lagern sich Metalle wie
Kupfer und Zink in der Umwelt ab und werden von
Organismen aufgenommen. Hohe Konzentrationen
von Kupfer können u. a. Funktionsstörungen in
Organismen verursachen. Insbesondere Süßwas-
serorganismen wie Grünalgen reagieren empfindli-