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Full text: Exoten im Bewuchs \u2013 Bedeutung der Freizeitschifffahrt für die Verbreitung nicht-einheimischer Arten

24 | Exoten im Bewuchs 
merns®), Die Verbreitung begann vom Kaspischen 
und Schwarzen Meer über Flüsse bis nach West- 
und Zentraleuropa. Im Dortmund-Ems-Kanal wurde 
die Art erstmals 1977 und zehn Jahre später am 
Mittel- und Niederrhein gemeldet*"32, 
Eine weitere häufige Art in den Proben war der 
Keulenpolyp (Cordylophora caspia). Diese Art gilt 
als wenig anspruchsvoll® und wurde sowohl im 
Süßwasser als auch im Brackwasser erfasst. Es 
werden natürliche Hartsubstrate wie Steine und 
Felsen sowie alle möglichen künstlichen Hartsubst- 
rate wie Schwimmpontons, Schwimmstege und 
weitere untergetauchte Hafeninstallationen besie- 
delt. Durch den Schiffsverkehr verschleppt gelangte 
der Keulenpolyp von den Flussmündungen fluss- 
aufwärts in die SüBwassergebiete Europas. Der 
Keulenpolyp wurde 2007 im Neusiedlersee/Öster- 
reich erstmals beschrieben. Die Verschleppung In 
die Seen erfolgte beim Überlandtransport von 
Booten®*, 
<eulenpolyp und die Quagga-Dreikantmuschel, 
nachgewiesen. 
'm Rahmen dieser Studie wurde die Verbreitung 
von Neobiota im Bewuchs der Sportboote belegt 
Vergleichbare Ergebnisse sind u. a. aus den Nie- 
derlanden®, Dänemark® und Polen? bekannt. 
Weitere Informationen rund um das Thema Neobi- 
ota und zahlreichen Artensteckbriefen werden auf 
den Seiten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) 
‘Gebietsfremde Arten), der Neobiota-Plattform für 
Nord- und Ostsee sowie im Artenkatalog „Neobiota 
in den deutschen Küstengewässern“ bereitgestellt. 
5.3 Interviews 
Die Interviews trugen wesentlich dazu bei, die 
Ursachen für starken und sehr starken Bewuchs 
herauszuarbeiten 
Eine wesentliche Erkenntnis der praktischen Probe- 
nahme im Süßwasser war, dass auch auf Booten 
ohne Bewuchs nicht-einheimische Arten nachge- 
wiesen wurden. Dabei wurde häufig eine einzige 
Art, wie z.B. SüßBwasser-Röhrenkrebs, Großer 
Höckerkrebs oder vereinzelt in den Nischen der 
30 Zettler ML (1996) Untersuchugen zur Verbreitung der Amphipoden (Crustacea) in Fließgewässern Mecklenburg-Vorpommerns. 
Arch. Freunde Naturg. Meckenb. XXXV. 
371 Van den Brink F., W. B, Van der Verlde G, Bij de Vaate A (1989) A note on the immigration of Corophium curvispinum SARS, 1895 
(Crustacea: Amphipoda) into the Netherlands via the River Rhine.Bulletin Zoölogisches Museum 11, 211-213. 
32 Schöll F (1990) Zur Bestandssituation von Corophium curvispinum SARS im Rheingebiet. Lauterbornia H 5, 67-70. 
33 Olenin S (2006) Cordylophora caspia. Delivering Alien Invasive Species Inventories for Europe 
34 Kusel-Fetzmann E, Kusel H (2007) Cordylophora caspia Pallas —- Erstfund im Neusiedersee. Verh. Zool.-Bot. Ges. Österreich 144. 
39-47. 
35 Gittenberger A, Wesdorp K.H, Rensing M (2017) Biofouling as a transport vector of non-native marine species in the Dutch Delta. 
along the North Sea coast and in the Wadden Sea. GiMaRIS, Leiden. 
36 Bohn PR. Hansen S. L, Maller K. J., Stuer-Lauridsen F (2016) Non-indigenous species from hull fouling in Danish marine waters. 
LITEHAUZ AgS, Lyngby. 
37 Cupak J, Hatupka M, Gruszka P (2014) Porostanie kadtuböw matych statköw jako sposcb rozprzestrzeniania sie Makrozoobentosu 
Inzynieria Ekologiczna 37. 72-79. DOF 10.12912/2081139X. 18
	        
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