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Full text: Exoten im Bewuchs \u2013 Bedeutung der Freizeitschifffahrt für die Verbreitung nicht-einheimischer Arten

22 | Exoten im Bewuchs 
Abbildung 5-3 | Die Männchen der Japanischen-Felsenkrabbe zeichnen sich durch Haarpolster auf den Scheren aus, die meist an 
der Luft zusammenkleben und an einen Klumpen Dreck erinnern? Fotos: K. Reise / AM 
Die Brackwasser-Seepocke war die häufigste Art in 
unseren Ostsee-Proben und bildete stellenweise 
zentimeterdicke Schichten aus. Diese Pockenart 
zeichnet sich durch breite Umwelttoleranz aus und 
gehört zu den weltweit verbreiteten Arten. Als 
Lebensraum werden Flussästuare und Brackwas- 
ser-Buchten mit einem Salzgehalt von etwa 5-20 
PSU bevorzugt. Die ursprüngliche Verbreitung ist 
nicht eindeutig geklärt, allerdings weisen geneti- 
sche Untersuchungen auf eine mögliche Herkunft ir 
argentinischen Küstengewässern hin“, Die ersten 
Vorkommen wurden bereits 1844 in der Ostsee 
dokumentiert? 
Neben den festsitzenden (sessilen) Arten wurden 
auch mobile Organismen, wie z. B. die Pinsel- 
Felsenkrabbe (Hemigrapsus takanoi), nachgewie- 
sen. Der bevorzugte Lebensraum dieser Krabbe 
Abbildung 5-4 | Süßwasser-Röhrenkrebs. Foto: Rombach / BIG 
sind geschützte Standorte, wie Flussmündungen 
und Hafenbereiche, mit wenig Hydrodynamik. Dort 
werden primär felsige Uferbefestigungen und 
Miesmuschelbänke besiedelt. Das ursprüngliche 
Verbreitungsgebiet der Felsenkrabbe ist der Nord 
west-Pazifik (Japan, Korea, China). Die ersten 
Vorkommen in der Ostsee wurden im Jahr 2014 ir 
einem Hafen in der Kieler Förde beschrieben? 
23 Lackschewitz D, Reise K, Buschbaum C, Karez R (2014) Neobiota in deutschen Küstengewässern —- Eingeschleppte und krypto- 
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