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Full text: Exoten im Bewuchs \u2013 Bedeutung der Freizeitschifffahrt für die Verbreitung nicht-einheimischer Arten

Diskussion und Folgerungen | 21 | 
Bewuchsdruck im Yachthafen „ancora Marina“ war 
mäßig. Mit Hochdruckreiniger wurde der Bewuchs 
relativ schnell entfernt. Der Bewuchs im „Hambur- 
ger Yachthafen“ wurde durch Keulenpolypen und 
Algen dominiert und war typisch für Süßwasser. Der 
Bewuchs haftete an den Rümpfen nicht besonders 
stark und wurde leicht abgewaschen. Die Boote 
waren demnach einem schwachen Bewuchsdruck 
ausgesetzt. 
Mittels eines Ampelsystems (rot, gelb, grün) werden 
im Bewuchs-Atlas die lokalen Bewuchsverhältnisse 
für Deutschland in den Yachthäfen dargestellt und 
weitere Bewuchs relevante Themen ausführlich 
präsentiert. 
5.2 Exoten im Bewuchs 
Das Artenspektrum von nicht-einheimischen Arten 
im Bewuchs lag bei 22,4 % (Ostsee und Binnen- 
wasserstraßen). Die größte Artengruppe von Neobi- 
ata stellten die Krebstiere dar. Gerade auf künstli- 
chen Hartsubstraten, wie z. B. Spundwände oder 
Schwimmpontons, wurden bisher die meisten 
Neobiota nachgewiesen”, Somit bieten auch 
Sportboote geeignete Lebensbedingungen für 
zahlreiche auf künstlichen Hartsubstraten lebende 
Neobiota. 
Neben den dargelegten regionalen Unterschieden 
unterliegt die Bewuchsentwicklung zudem sai- 
sonalen Schwankungen und hängt u. a. von Salzge- 
halt, Temperatur, Nährstoffgehalt, Hydrodynamik 
und Unterwasserstrukturen ab®%21, 
Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Schutz 
vor Bewuchs sollte die Kenntnis von lokalen 
Bewuchsverhältnissen sein. Am Beispiel des 
Plattenversuchs wurden die saisonalen Schwankun- 
gen und lokalen Gegebenheiten effektiv demonst- 
riert. Ein etabliertes Monitoring mit Platten kann 
dabei helfen auf drohenden Bewuchs am Boot 
rechtzeitig und angemessen zu reagieren. 
Abbildung 5-2 | (a) Die Brackwasser-Seepocke gehört zu den 
prägenden Bewuchsarten der Ostseeregion an. Foto: Zabrocki / 
BSH. (b) Eine Unterwasseraufnahme. An lebenden Exemplaren 
kann man leicht den dunkel-violett/hell gestreiften Mantelsaum 
erkennen. Foto: D. Lackschewitz / AWI 
20 Franz M, Lieberum C, Bock G, Karez R (2019) Environmental parameters of shallow water habitats in the SW Baltic Sea. Earth 
System Science Data Discussions. 
21 Sokotowski A, Ziötkowska M, Balazy P Plichta I, Kuklihski P. Mudrak-Cegiotka S (2017) Recruitment pattern of benthic fauna on 
artificial substrates in brackish low-diversity system (the Baltic Sea). Hydrobiologia 784, 125-141. 
22 Im Auftrag des BSH wurden seit 2017 fünf Häfen (Kiel, Hamburg, JadeWeserPort, Cuxhaven, Rostock) auf das Vorkommen von 
nicht einheimischen Arten untersucht. Die dazugehörigen Forschungsberichte wurden unter: veröffentlicht.
	        
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