16 | Exoten im Bewuchs
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Abbildung 4-7 | Beispiele für Bewuchs im Brackwasser. (a) Boot in der Kieler Förde mit sehr starkem Bewuchs; (b) traubenförmige
Miesmuschel - Kolonien; (c) starker Bewuchs des gesamten Heckbereiches mit der Brackwasser-Seepocke; (d) Boot mit starkem
Pocken-Bewuchs (a). (Fotos: Zahbrocki / BSH)
4.3.2 Die häufigsten Exoten im Bewuchs der Bin-
nenwasserstraßen
Die häufigste Art auf den 83 Sportbooten in Binnen-
gewässern war der Süßwasser-Röhrenkrebs (Cheli-
corophium curvispinum), der in 67 % der Prober
identifiziert wurde, gefolgt von dem Keulenpolypen
‚Cordylophora caspia, 57 %), der Quagga-Dreikant-
Muschel (Dreissena rostriformis bugensis, 48 %)
und dem Großen Höckerflohkrebs (Dikerogamma-
rus villosus. 45 %).
Zwei Sportboote, die die gesamte Saison an der
Ostsee verbrachten und lediglich zum Kranen einen
Yachthafen an der Elbe aufsuchten, wiesen neben
der Brackwasser-Seepocke auch die für den
Süßwasserbewuchs typischen Flohkrebsarter
Chelicorophium curvispinum, Chelicorophium
robustum und Echinogammarus ischnus auf.
Die Artenvielfalt war generell deutlich geringer als in
der Ostsee. Lediglich an einem defekten Motorboot,
das etwa drei Jahre unbewegt im Wasser lag,
bildete sich ein geschlossener, festsitzender
Bewuchs aus. Nahezu der gesamte Rumpf und
Nischenbereiche waren u. a. mit Wander- und
Quagga-Dreikantmuscheln bewachsen. Von insge-
samt 15 erfassten Arten waren über 50 % nicht-
einheimisch. In der Abbildung 4-8 sind die
Bewuchsstärken exemplarisch dargestellt.