Sievers/Sellerhoff: Aktuelle Methoden und Verfahren ...
sehr umfangreichen Datensätzen aus beispielsweise dem Umfeld der LIDAR-Er-
fassung werden auf diese Weise jeweils nur exakt solche Höheninformationen
aus der Datenbank extrahiert, die für die jeweilige Analysefunktion überhaupt
benötigt werden.
Zeitkritische Auswertungen über umfangreiche Datensätze werden auf die-
sem Wege auch dann noch ermöglicht und effizient steuerbar, wenn die Inau-
genscheinnahme durch den Menschen bereits an der schieren Datenflut schei-
tern würde.
Beispielsweise sind für erste Maßnahmen der Qualitätssicherung von Tera-
bytes an Basisdaten über die Analyse der Metadateneinträge und geometrischen
Eigenschaften automatisiert Dopplungen auffindbar, die im späteren Verlauf ge-
sondert behandelt werden können.
Kaum ein Datensatz wird jedoch in einer Form erhoben, die für eine direkte
Verwendung in abgeleiteten Produkten, wie beispielsweise digitalen Gelände-
modellen, geeignet ist. Mit üblicherweise unstrukturiert bereitgestellten Punkt-
mengen ist das Konzept „Plug and Play“ noch kaum erreicht. So müssen also
Vermessungsdaten homogenisiert und modelliert werden, dass eine vom ur-
sprünglichen Messverfahren losgelöste Verarbeitung möglich wird. Erwartungs-
gemäß sind diese Modellierungsansätze sehr heterogen. Während Tiefeninfor-
mationen aus Kartenblättern und von Einzelschwingersystemen üblicherweise
mit einer Dreiecksvermaschung und Strukturpolygonen versehen werden, wer-
den hochaufgelöste Mehrfachschwinger und LiDAR-Daten in der Regel in ge-
rasterte, gemittelte Höhenmodelle überführt. Die grafische Oberflächenanwen-
dung GISMO (Geographisches Informationssystem für die Modellerstellung)
hält hierzu auf beliebige Datenarten abgestimmte und hochindividualisierte
Funktionen und Werkzeuge bereit. Als Eigenentwicklung der smile consult
GmbH kann diese flexibel und schnell an neue Herausforderungen angepasst
werden. Neben der eigentlichen Modellierung ist hierbei auch die nutzer- und
systemübergreifende, durch Automatisierung gestützte Qualitätssicherung mit
Dokumentationsfunktion entscheidend.
Über eine Vielzahl von Interpolations- und Approximationsverfahren ent-
stehen so aus den hoch heterogenen Eingangsvermessungen modellierte Basis-
daten, aus denen flächendeckende digitale Geländemodelle verschiedenster Er-
zeugungslogiken entstehen.
Sowohl bei DGM-W-Produkten, bei denen durch Vergabe von Prioritäten
detaillierte Abbildungen des aktuellen Zustandes mit besonderem Fokus auf
den Wasserlauf erzeugt werden, als auch bei räumlich-zeitlich interpolierten
DGMen, bei denen sich an zurückliegende Zustände auch über Datenlücken
hinweg genähert wird, können unter anderem hochaufgelöste LiDAR- und
Mehrfachschwinger-Daten kombiniert werden, um beispielsweise den Über-
gangsbereich zwischen Über- und Unterwasserregionen nahtlos darzustellen.
U Wilsner-Velıa
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DVW-SCHRIFTENREIHE
Fix