Thies/Lautenschläger: USVs - Innovative Technologie im täglichen Einsatz ..
Hydrographie der HPA bei den vielfältigen Aufgabenstellungen, wobei es zu-
nächst für die Vermessung flacher und schwer zugänglicher Bereiche eingesetzt
wurde (Abb. 1). Die Herausforderung bei dem nur 1,6 m langen USV bestand
darin, den messtechnischen sowie sicherheitsbedingten Anforderungen unter
Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Payload und Batteriekapazität
gerecht zu werden.
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USV Einsatzbereich Hamburger Hafen
Da sich die räumlichen und nautischen Gegebenheiten in Häfen sehr stark von
den Binnen- und Offshore-Gebieten unterscheiden, bestehen für den Einsatz
von unbemannten Wasseroberflächenfahrzeugen in Hamburg spezielle Anfor-
derungen in Bezug auf Systemzuverlässigkeit, Störunempfindlichkeit sowie Kol-
lisionsverhütung.
Neben den herausfordernden nautischen Bedingungen im Tidehafen Ham-
burg besitzt dieses urbane Umfeld auch viele Vorteile zum Einsatz von USV-
Systemen. Zum Beispiel ist durch die flächendeckende Verfügbarkeit des Mo-
bilfunknetzes und damit auch des Internets eine permanente Kommunikation
und damit der Zugriff und die Steuerung der Systeme auch außerhalb der Sicht-
weite möglich. Zudem ist die Ortung und Positionierung der Systeme weniger
komplex und fehleranfällig als bei Unterwassersystemen. Nicht zuletzt führt die
Sichtbarkeit des USVs und seines manövriertechnischen Verhaltens zur Tole-
ranz und Akzeptanz sowie Vertrauen bei der Hafenwirtschaft.
Das Messsystem Echo. 1 ist mit kompakten Hochleistungssensoren ausgestat-
tet, welche gemäß der HPA-internen Qualitätsanforderungen eine flächenhaf-
te Vermessung von sehr flachen bis zu binnenschiffstiefen Hafenbereichen er-
möglichen und damit die Peilschiffe in den flacheren und schwer zugänglichen
Hafenbereichen unterstützen. Gerade durch seine geringe Größe und hohe Ma-
növrierfähigkeit zeichnet sich dieses System als mobile und transportable Ver-
messungslösung aus.
Aufgrund der Payload-Beschränkungen dieses USV und der damit verbun-
denen kompakteren Messtechnik ist die Messgenauigkeit und Leistungsfähigkeit
gegenüber einem klassischen Messschiff reduziert, erfüllt dennoch die hydrogra-
phischen Standards. Dieser Unterschied wirkt sich gerade in größeren Wasser-
tiefen aus, so dass die Echo. 1 sicherlich keine Konkurrenz, sondern vielmehr eine
sinnvolle Erweiterung zu den Vermessungsschiffen darstellt.
Trotz seiner geringen Größe ist die Echo.1 auch für weitere Anwendungen
im Hamburger Hafen geeignet und kann modular mit Zusatz- oder Austausch-
Sensorik wie zum Beispiel einem ADCP ausgestattet werden. Auch verschiede-
ne Einstrahl- oder Sedimentecholote für zukünftige Anwendungen im Rahmen
DVW-SCHRIFTENREIHE # Band 102/202
3 Mißner-Verla.