USVs - Innovative Technologie im
täglichen Einsatz für die Hydrographie
Thomas Thies | Olaf Lautenschläge!
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Einleitung
Innerhalb der Hydrographie existieren bereits viele Anwendungszwecke für
autonome/automatisierte Oberflächenfahrzeuge zur Gewässervermessung. Im
ersten Schritt können diese Systeme die herkömmlichen Peilarbeiten der Ver-
messungsschiffe unterstützen und ergänzen. Zusätzlich kann die Nutzung von
USVs (Unmanned Surface Vehicle) bei Lagebeurteilungen von Stör- und Scha-
densfällen sinnvoll sein, um eine potenzielle Gefährdung der Besatzung eines
herkömmlichen Schiffes zu vermeiden.
Zukünftig spielen aber sicher auch Gründe zur Effizienzsteigerung durch
automatisierte/autonome Messplattformen bei 24/7-Einsätzen für zum Beispiel
eine kontinuierliche Dauerüberwachung von bestimmten, kleinräumigen Ge-
bieten oder bei kurzfristigen „survey on demand“-Anwendungen für Kunden
der hydrographischen Dienstleistungen eine Rolle.
Auch wenn die Einsparung von Schiffspersonal beim Einsatz solcher Systeme
nicht zwingend im Fokus steht, werden sich die Aufgaben und Einsatzbereiche
des Schiffspersonals und ganze Berufszweige durch den technischen Wandel mit
dem Einsatz von unbemannten Schiffen verändern.
Teilweise schon jetzt, wie am Beispiel des Hamburger Hafen aufgezeigt wird,
aber spätestens in den nächsten Jahren werden USV-Systeme als Zusatzwerk-
zeuge die Standardpeilungen übernehmen können. Das Fachpersonal kann sich
somit auf hydrographische Spezialaufgaben konzentrieren. Die neuen Systeme
müssen aber auch mittelfristig weiterhin von nautischem Fachpersonal über-
wacht und geleitet werden.
In einiger Zukunft ist es dann sicherlich auch möglich KI-Systeme an Bord
und in Leitzentralen einzusetzen, die das Maß des menschlichen Eingreifens mi-
nimieren und somit bestimmte Berufsgruppen ersetzen, so dass sich die gesell-
schaftlich-ethischen Rahmenbedingen in näherer Zukunft an den neuen Tech-
nologien orientieren müssen.
&ü Wißner-Verla:
3and 102/2022 @ DVW-SCHRIFTENREIHE
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