Baschek/Brehm: Möglichkeiten der Fernerkundung für Hydrographie und Gewässerkunde
und Auswertemöglichkeiten u. a. über die nationale Cloud-Plattform CODE-DE
(CODE-DE 2022) oder die DIAS-Plattformen (Copernicus DIAS 2022).
3.2 Drohnen
Neben „klassischen“ Befliegungen durch Flugzeuge hat sich in den letzten Jahren
vor allem Verfügbarkeit und Möglichkeiten von UAS (unmanned aircraft sys-
tem) bzw. Drohnen stark entwickelt. Neuere europäische Regelungen und deren
nationale Umsetzungen schaffen hier einen Rahmen, der für Einsatzszenarien
mit geringerem Risiko den Genehmigungsaufwand reduziert und bei Beachtung
der Rahmenbedingungen (z. B. Fähigkeitsnachweise, Abstände zu Personen und
besonderen geographischen Gebieten, Gewichte der Drohnen) in der „offenen“
Kategorie bestimmte Szenarien genehmigungsfrei macht (DIPUL 2022). Im Ver-
gleich zu Satelliten lassen sich Drohnen zwar mit geringerer Abdeckung, aber
gezielter, zu variablen Zeitpunkten, auch unter Wolken und mit höherer räum-
licher Auflösungen einsetzen. Dank der fortschreitenden Entwicklung und Mi-
niaturisierung ist inzwischen eine Vielzahl von Sensorik für Drohnen verfügbar.
4 Anwendungsbeispiele
Als mögliche konkrete Anwendungen für Fernerkundungsdaten werden hier
zwei Beispiele dargelegt. Das eine zeigt den Einsatz von großflächigen Trübungs-
daten und das andere die Anwendung und Klassifikation von Uferbereichen ba-
sierend auf UAS-Daten.
4.1 Trübungsmonitoring per Satellit
Um die Schwebstoffverteilung und auch -frachten in Gewässern zu untersuchen,
werden in-situ-Messungen der Gewässertrübung durchgeführt. Möglich sind
hierbei dauerhafte Messungen, die aber nur die Verhältnisse an einem Punkt im
Gewässer erfassen. Abb. 1 zeigt beispielhaft - oberflächennahe - Trübungswerte,
die mit Hilfe von Satelliten nun für bestimmte Zeitpunkte flächenhaft vorliegen.
Die Trübung eines Gewässers ist sehr variabel. In der Abbildung ist beispielhaft
zu sehen, dass das Wasser der Mosel zum Aufnahmezeitpunkt deutlich trüber
als das Wasser des Rheins ist. Für quantitative Aussagen wurde eine Kalibration
mit in-situ-Daten (Trübung in FNU - Formazin Nephelometric Units) durch-
geführt. Für eine hohe Datenqualität ist neben einer mit Gewässern gekoppel-
ten Atmosphärenkorrektur eine sorgfältige Filterung der Daten notwendig, um
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DVW-SCHRIFTENREIHE # Band 102/202
9 Mißner-Verla: