Baschek/Brehm: Möglichkeiten der Fernerkundung für Hydrographie und Gewässerkunde
sind. Hierbei sind nicht alle Parameter sinnvoll mit Satellitendaten zu erfassen.
Zum Teil müssen höher auflösende Daten anderer Fernerkundungsplattformen
wie beispielsweise Flugzeugen oder Drohnen zum Einsatz kommen. Die Para-
meter in der Tabelle lassen sich in die drei Kategorien aufteilen, je nachdem,
ob sie primär dem Wasserkörper, den Uferbereichen und Bauwerken oder auch
ganzen hydrologischen Einzugsgebieten zuzuordnen sind. Mehrere Ansätze
werden z.B. bei Carbonneau und Piegay (2012) beschrieben. Für beabsichtigte
Anwendungen ist generell ein Abgleich zwischen Anforderungen und techni-
schen Möglichkeiten notwendig, wo Genauigkeit des Parameters, zeitliche- und
räumliche Auflösung (Datenlücken durch Wolken!), Kosten, relevanter Tiefen-
bereich usw. berücksichtigt werden sollten (Baschek et al. 20183).
3 Fernerkundungsdatenquellen
3.1 Satellitendaten und -dienste
Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus bietet mit dem Start
des ersten Sentinel-Satelliten im Jahre 2014 (CODE-DE 2022) einen Meilenstein
für die Verfügbarkeit von Satellitendaten. Gerade die kostenlose Bereitstellung
und die angelegte langfristige Kontinuität boten im Gegensatz zu Forschungs-
missionen eine wesentliche Voraussetzung für den Schritt aus der Forschungs:
landschaft zu vermehrten Nutzungsansätzen bei Behörden. Für den marinen Be-
reich gibt es einen eigenen Copernicus-Dienst (Copernicus CMEMS 2022) mit
entsprechenden Produkten. Für den Binnenbereich dagegen standen eingangs
vor allem die Daten im Vordergrund woraus Forschung, Behörden oder private
Anbieter Anwendungen generierten und erprobten. Heute gibt es ein sich erwei-
terndes Angebot über mehrere Copernicus-Dienste verteilt. Exemplarisch seien
hierbei genannt:
= Globale Wasserqualitätsdaten für Seen über den Landdienst (Copernicus
CGLOPS 2022)
Hochwasserinformationen über den Emergency Management Dienst (Co-
pernicus EMS 2022) mit einer neuen kontinuierlichen globalen Überflu-
tungsüberwachung (Copernicus GFM 2022)
Bodenfeuchte im Klimadienst (Copernicus C3S 2022)
Monitoring von Küstenzonen als Zusammenarbeit von Landdienst und mari
nem Dienst (Copernicus CLMS Küste 2022)
Meeresumweltüberwachungsdienst (Copernicus CMEMS 2022)
Die jeweiligen Seiten bieten hierbei Datenzugriff und ergänzende Informatio-
nen z.B. zur Validierung. Parallel gibt es Datenzugriffs- und Automatisierungs-
U Wilsner-Vella
3and 102/207) a
DVW-SCHRIFTENREIHE
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