Offshore-Aktivitäten
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Naturschutzverbände und sonstiger Betroffener an
zupassen. Daneben werden die Antragsunterlagen
auch öffentlich ausgelegt, um der Bevölkerung Ge
legenheit zur Stellungnahme zu geben und eine
größtmögliche Transparenz der Verfahren zu gewähr
leisten. Gemeinsam mit allen beteiligten Stellen wird
der Antrag schließlich in einer Antragskonferenz erör
tert. Für insgesamt 19 Anträge wurden diese Konfe
renzen Inzwischen durchgeführt.
Die Antragsteller müssen umfangreiche Begleitunter
suchungen vorlegen: Risikoanalysen zur Einschät
zung und Abwägung von Gefahren für die Schifffahrt;
ökologische Gutachten vor Baubeginn, sowie später
ggf. In der Bauphase und In der Betriebsphase zur
Darstellung, Bewertung und Prognose möglicher
Gefahren für die Meeresumwelt. Die Umweltauswir
kungen werden im Rahmen einer Umweltverträglich-
keltsprüfung untersucht, die nach der SeeAnlV seit
April 2002 auch für Wlndenergleanlagen obligato
risch Ist. Der Umfang dieser Untersuchungen richtet
sich in der Regel nach dem Standarduntersuchungs
konzept, das vom BSH Im Dezember 2001 herausge
geben und Ende 2002 umfassend überarbeitet
wurde. Die Ergebnisse der Risikoanalyse und der
Umweltuntersuchungen werden in einem Erörte
rungstermin im Anschluss an eine dritte Beteiligungs
runde diskutiert und geprüft, bevor das BSH über die
Erteilung einer Genehmigung entscheidet.
Nach der ersten Genehmigung für einen Offshore-
Wlndpark In der AWZ mit zunächst 12 Anlagen 40 km
nördlich von Borkum im November 2001 wurde am
18. Dezember 2002 In der AWZ ein weiterer Off-
shore-WIndpark mit 80 WEA 35 km westlich von Sylt
genehmigt.
Rohrleitungen und Kabel
Der Betrieb der Translt-Gasrohrleltungen NORPIPE,
EUROPIPE I, EUROPIPE II, ZEEPIPE, FRANPIPE
sowie der beiden Verdichterplattformen im deutschen
Festlandsockel verlief ohne Störungen. Die Betreiber
kontrollierten Lage und Überdeckungen der Transit-
Gasrohrleitungen und legten die Ergebnisse dem
BSH vor.
Fortgeführt wurden die Vorbereitungen zur geplanten
Verlegung einer weiteren Transit-Gasrohrleitung In
der Nordsee, durch die Gas von den dänischen
Gasfeldern zu den niederländischen transportiert
werden soll. Die Ergebnisse der 2001 genehmigten
Untersuchung des Meeresbodens auf der geplanten
Trasse wurden ausgewertet, das erforderliche Ge
nehmigungsverfahren eingeleitet. Das Projekt kann
voraussichtlich noch Im Sommer 2003 genehmigt
werden, da die nunmehr gefundene Trasse ökolo
gisch unbedenklich erscheint.
Die Lage und der Zustand der Rohrleitungen im
Hinblick auf hinreichende Überdeckung durch
Sediment bzw. zu starke Unterspülung freiliegender
Rohre werden regelmäßig überprüft. Bisher gab es
keine Hinweise auf Gefährdungen. Zur Vermeidung
von Gefährdungen Dritter werden Freispülungen an
Teilstrecken einer Transit-Gasrohrleitung auf Anord
nung des BSH durch den Betreiber beseitigt.
Forschungsplattform FINO I:
Nach Planungen des Bundesministeriums für Wirt
schaft und Arbeit sollen drei Offshore-Forschungs-
plattformen errichtet werden, die mit 15 Millionen
Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der
Bundesregierung finanziert werden. Auf der
„Forschungsplattform FINO I”, die Im Rahmen dieses
Projektes bis Sommer 2003 40 km nördlich von