Digitalisierung in der Schifffahrt 23
Digitalisierung in der Schifffahrt:
Rund 55000 Schiffe sind auf den Weltmeeren unterwegs. Rund 25 Prozent der
weltweiten Schiffsbewegungen finden auf der Nordsee statt. Rund 30000 Schiffe
passieren Jährlich den Nord-Ostsee-Kanal. Im Großen Belt in der Ostsee wird für
2030 der Transit von rund 80000 Schiffen im Jahr erwartet. Nordsee und Ostsee
gehören zu den verkehrsreichsten Gebieten weltweit.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass allein
durch die steigende Anzahl von Schiffen
die Anforderungen an die Schifffahrt, eine
der ältesten und komplexesten Branchen
der Welt, zunehmen. Hinzu kommt die
Zunahme der Größe der Schiffe. Die
Transportketten werden vielschichtiger.
Die Anforderung an Energieeffizienz und
Nachhaltigkeit steigen. Parallel dazu
antwickeln sich regulatorische Anforde-
‚ungen kontinuierlich weiter. Immer mehr
3Zranchen beanspruchen und nutzen
Meeresflächen. Hoch automatisierte,
ferngesteuerte oder möglicher Weise
sogar vollständig autonom fahrende
Schiffe sollen deshalb in Zukunft helfen,
die Sicherheit auf See zu verbessern und
die Schifffahrt nachhaltiger zu gestalten.
Die Bereitstellung maritimer Geodaten wie
zum Beispiel hochaufgelöste Tiefen- und
Strömungsdaten sowie Strömungsprogno-
sen, Bathymetriedaten, also Daten des
MVeeresbodens, sowie Wasserstandsvor-
ıersagen in unterschiedlicher Form und
auf unterschiedlichen Geräten und Platt-
formen leisten dazu einen Beitrag. Diese
aeodaten hat das BSH in dem Projekt
‚Integration von hochaufgelösten marinen
Geodaten in elektronische Navigations-
3ysteme - ImoNav“ automatisiert aufberei-
(et, miteinander verknüpft und im Einklang
nit den Vorgaben der Internationalen
Aydrographischen Organisation (Interna-
:jonal Hydrographic Organization - IHO)
auf elektronischen Navigationssystemen
angezeigt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ortung und
Navigation e.V. (DGON) befasst sich mit
der Entwicklung zur automatisierten und
autonomen Schifffahrt. Mit der Arbeits-
gruppe „autonome maritime Systeme“
stellt sie eine neutrale Plattform für Vernet-
zung und Austausch zur Verfügung mit
dem Ziel, die Entwicklung autonomer
Systeme in der Seeschifffahrt aktiv bran-
chenübergreifend zu begleiten, zu unter:
stützen und zu fördern. In regelmäßigen
Workshops bewerten Expertinnen und
Experten aus Politik, Behörden, Wirtschaft
und Wissenschaft, darunter auch Wissen-
schaftlerinnen und Wissenschaftler des
BSH, den aktuellen Stand der Entwicklung
und adressieren Handlunasbedarfe
DGON
Die Schifffahrtkommission der Deut-
schen Gesellschaft für Ortung und
Navigation e. V. ist Schnittstelle und
Podium für die verschiedenen Interes-
sen der Schifffahrt. Sie verfolgt als
wissenschaftliche und praxisbezogene
Fachgesellschaft für Navigation die
Erarbeitung, Vertiefung, Bewertung und
Verbreitung von Informationen und
Stellungnahmen in den Arbeitsgebieter
Navigationsverfahren, Kollisionsverhü-
tungsverfahren, maritime Kommunika-
tion, Verkehrsmanagement, Normung
und Standardisierung für Integrierte
Brückensysteme und maritime Ausbil-
dung.
BMDV - Expertennetzwerk
empfiehlt Automatisierung der
Schifffahrt
Auch das Expertennetzwerk des Bundes-
Ministeriums für Digitales und Verkehr
empfiehlt die Automatisierung der Schiff-
fahrt, denn eine Ergebnis- und Umfeld-
analyse bestätigte, dass der Prozess der
Automatisierung die Situation der Schiff-
fahrt erheblich verbessern kann.