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Full text: Jahresbericht 2021 - Für Schutz und Nutzung der Meere - für eine lebenswerte Zukunft

Die maritime Branche 13 
Technik, Umwelttechnik und Polartechnik 
geinhaltet. Maritimer Tourismus, Hinter- 
andtransport und -logistik sowie For- 
schung und Lehre, Beratung, Verbände 
And Verwaltung sowie die Marine sind 
abenfalls Bestandteil der maritimen Wirt- 
schaft. 
Die deutsche Schiffbau- und Schiffbauzu- 
jeferindustrie ist auf Hochtechnologiepro- 
dukte spezialisiert. Das betrifft den Bau 
sowohl von Spezialschiffen und Fähren als 
auch von Kreuzfahrtschiffen und Luxus- 
achten. Ein bedeutender Marineschiffbau 
trägt ebenso dazu bei wie die Meerestech- 
aik. Die Wertschöpfung eines in Deutsch- 
and gebauten Schiffs wird zu 70 bis 80 
Prozent von der national ansässigen mittel- 
ständischen Zulieferindustrie erbracht. In 
der Wertschöpfungskette des Schiffbaus 
arreicht die Branche jährlich einen Produk- 
lonswert von mehr als 23 Milliarden Euro 
und liegt damit im internationalen Vergleich 
auf dem fünften Platz. 
Die Standorte der maritimen Schiffbau- 
Jnd Zulieferindustrie reichen von der 
«üste bis zu den Alpen. Insgesamt 
ogeschäftigen die deutschen maritimen 
Technologieanbieter aus den Bereichen 
Schiffbau, Offshore-Wind, Systeme, Kom- 
ogonenten und Dienstleistungen über 
125000 Menschen. 
Die maritime Wirtschaft spielt eine ent- 
scheidende Rolle für die Erschließung und 
Erhaltung von Absatzmärkten in Übersee. 
Die dafür notwendige Infrastruktur der 
See- und Binnenhäfen sichert dadurch 
mnehrere Millionen Arbeitsplätze in der 
deutschen Exportindustrie. Schifffahrt und 
Aäfen spielen zudem In der Versorgung 
der Bevölkerung mit Konsum- und Medi- 
zingütern sowie der Energieversorgung 
eine herausragende Rolle. 
\loch immer ist die deutsche Handelsflotte 
die insgesamt fünftgrößte der Welt und 
mit 16,4 Prozent der weltweiten Kapazität 
sogar die größte Containerflotte der Welt. 
Ende 2021 befanden sich 1767 Handels- 
schiffe im Eigentum deutscher Reede- 
reien. 275 dieser Schiffe führten die deut- 
sche Flagge. Trotz Abbaus der seitens der 
Reedereien kritisierten bürokratischen 
Hürden geht die Zahl deutscher Schiffe 
.nter deutscher Flagge kontinuierlich 
zurück. Mit 86000 Beschäftigten direkt ir 
Deutschland tragen die Reedereien den- 
noch nicht unwesentlich zur maritimen 
Wirtschaft bei. 
'n ihrer Gesamtheit erwirtschaftete die 
maritime Wirtschaft in Deutschland über 
10 Milliarden Euro Umsatz. Insgesamt 
sichert die maritime Wirtschaft mehr als 
400 000 Arbeitsplätze in Deutschland. 
Darüber hinaus sichert die maritime 
Nirtschaft auch Beschäftigung und 
‘Nertschöpfung in der Industrie, die auf 
die Logistikleistung der Schifffahrt sowie 
auf die Seewege- und Hafeninfrastruktur 
angewiesen ist. Der maritime Tourismus ist 
in diesen Zahlen noch nicht erfasst. 
10 Jahre Schifffahrtsförderung in 
ausschließlicher Verantwortung 
des BSH 
2012 übernahm das BSH vollständig alle 
mit der Schifffahrtsförderung verbunde- 
nen Aufgaben. Dies umfasst sowohl 
Prüfung der Anträge, Bewilligung und 
Auszahlung der Fördermittel zur Lohnne- 
benkostenförderung sowie auch zur 
Ausbildungsplatzkostenförderung ein- 
schließlich der Abrechnung der Verwen- 
dungsnachweise im Anschluss an das 
Förderjahr beziehungsweise nach Ausbil- 
dungsabschluss. Zuviel gezahlte Mittel 
werden gegebenenfalls durch das BSH 
zurückgefordert. 
In den seither zehn Förderjahren hatte das 
BSH über eine halbe Milliarde Euro sowohl 
‘ür die Förderung der Lohnnebenkosten 
als auch die Förderung von an Bord zur 
Verfügung gestellten Ausbildungsplätzer 
zu bewirtschaften.
	        
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