Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1913,
Fig. 1.
Reiseweg S. M. S. „Möwe“ 1911.
Stärke zusammengedreht ist,
benutzt. Die »ozeanographi-
sche Litze« war auf einer
großen Trommel, die eben-
falls durch die Dampf-
maschine der Sigsbeelot-
maschine gedreht wurde, in
etwa 4000 m Länge aufgerollt,
und an ihr wurden verschie-
dene Wasserschöpfer, meist
der als immer zuverlässig
sich erwiesene Krümmel-
Wasserschöpfer, hinunterge-
geben. Dieser Schöpfer, der
durch ein hinabgelassenes
Fallgewicht in der gewünsch-
ten Tiefe geschlossen wird,
bringt eine größere Menge
Wasser mit herauf, das in
Flaschen und evakuierten
Röhren abgefüllt und zur
eingehenden Untersuchung
auf Salz- und Gasgehalt in
die Heimat geschickt wird.
Solche Reihenbeobachtungen,
bei denen der Schöpfer, der
außerdem auch jedesmal ein
Kippthermometer hinunter-
trägt, nacheinander in 2000,
1500, 1200, 1000, 800, 600,
400, 200, 100, 75, 50 und 25 m
Tiefe hinabgegeben wird,
erfordert naturgemäß noch
mehr Zeit als eine Lotung,
nämlich drei bis vier Stunden.
Wie schon gesagt,
machten solche Reihenbeob-
achtungen die Hauptaufgabe
unserer ozeanographischen
Forschungen aus, und die
viele Arbeit, die sie uns ge-
bracht haben — im ganzen
haben wir auf der Ausreise
im ersten halben Jahr 57
solcher Stationen gehabt —,
hat sich insofern auch ge-
lohnt, als wir nicht nur eine
Menge statistischen Materials
zusammengetragen haben,
sondern vor allem durch
unsere Messungen ein Phä-
nomen fanden, das bis vor
kurzem in der ozeanogra-
phischen Wissenschaft noch
unbekannt war. Dieser Fund
glückte uns ziemlich bald
nach Beginn unserer Ar-
beiten. Der Reiseplan der
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