accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

13 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1912. 
dort zu finden sein müßten, wo zwischen den Steig- und Fallgebieten des Luft- 
drucks das Barometer innerhalb 24 Stunden keine Anderung aufweist. Defant 
entnahm sämtlichen Morgenwetterkarten des Jahres 1909 alle Fälle, wo eine 
Station für die Zeit der Morgenbeobachtung Niederschlag meldete und jedesmal 
zugleich auch den Betrag der Änderung des Barometers der Station in den 
letzten 24 Stunden; eine Gruppierung dieser Niederschlagfälle nach dem Vor- 
zeichen und der Größe der Barometeränderung ließ ein sehr ausgesprochenes 
Häufigkeitsmaximum der Niederschläge für die Nullisallobare und deren Umgebung 
hervortreten, und Defant glaubte sogar den Nachweis zu führen, daß alle Fälle, 
die nicht in dieses Gebiet fallen, sich ganz nach dem Zufall darum herum- 
yruppieren. Auf Grund dieses den Wetterkarten entnommenen Befundes ergab 
sich für Defant mittels jenes Schemas nunmehr der für die Wettervorhersage 
bestimmte Satz: »Wenn wir im Zwischengebiet zwischen einem Steig- 
und einem Fallgebiet des Druckes in einer Wetterkarte eine Reihe 
Niederschlag meldender Stationen bemerken, so wird das Steiggebiet 
vegen das Fallgebiet senkrecht auf die Linie der Regen meldenden 
Stationen vorrücken, und an Stelle des Niederschlaggebiets wird am 
folgenden Tag ein Steiggebiet des Luiftdrucks liegen, das dem Regen- 
yebiet beständig auf dem Fuße folgt; fällt aber zwischen einem Steig- 
und einem Fallgebiet kein Niederschlag, so wird das Fallgebiet gegen 
das Steiggebiet vorrücken.« 
Hierzu ist anzuführen, daß mir die in jenem Schema angedeuteten Schluß- 
folgerungen, insbesondere die Einsetzung der 24 stündigen Anderungsgebiete der 
Wetterkarten an Stelle der für die Zeit der Niederschläge zu fordernden Steig- 
und Fallgebiete und der weitere Umstand, daß gemäß dem Schema im Zwischen- 
zebiet nur bei nachfolgendem Steiggebiet Niederschlag, bei nachfolgendem Fall- 
yebiet aber kein Niederschlag eintreten sollte, nicht unbedenklich erschienen; 
hierzu kam noch, daß die Verteilung der Niederschläge in den mitgeteilten 
Tabellen ausgesprochen unsymmetrisch gegen die Nullisallobare hervortrat. 
Andere Überlegungen ließen es mir wahrscheinlich erscheinen, daß die Nieder- 
schläge diejenigen Gebiete begünstigen müßten, wo das Barometer in den letzten 
24 Stunden am stärksten gefallen ist, und daß somit die von Defant aufgefundene 
Verteilung der am Morgen Niederschlag meldenden Stationen wohl wesentlich 
lie natürliche Verteilung der 24 stündigen Barometeränderungen nach ihrer 
Größe zur Darstellung bringe, also annähernd ebenso für die Stationen ohne 
Niederschlag am folgenden Morgen bestehen dürfte, Um dies Verhalten zu 
prüfen, verfuhr ich, der Methode nach etwas von Defant abweichend, im Grunde 
aber mit Defant übereinstimmend, in der Weise, daß aus den meteorologischen 
Jahrbüchern der Seewarte und der K.-K, Zentralanstalt für Meteorologie und 
(jeodynamik für die Jahre 1904/08 und die Stationen Hamburg, Wien und 
Lemberg sämtliche Luftdruckänderungen von Morgen zu Morgen unter Kenn- 
zeichnung derjenigen Fälle, wo zu Ende des 24 stündigen Zeitraumes Nieder- 
schlag gefallen war, ausgezogen wurden, Das Ergebnis findet sich, für alle 
12 Monate zusammengefaßt, in Tab. V, wo für die drei Stationen getrennt und 
im ganzen die wirkliche Anzahl der Einzelfälle neben deren prozentischer Ver- 
teilung auf die überschriftlich angegebenen Größenintervalle der Barometer- 
änderungen mitgeteilt wird; die Tabelle zeigt eine Dreiteilung, entsprechend 
jenen Fällen, wo kein Niederschlag beobachtet wurde, solchen, wo am Morgen 
Niederschlag fiel, und zusammenfassend für die Gesamtheit der Fälle. Dem 
Teile B sind in der letzten Reihe die von Defant ermittelten Zahlen, auf Prozent- 
werte umgerechnet, hinzugefügt worden; sie zeigen eine fast vollständige Über- 
einstimmung mit den von mir auf anderem Wege gewonnenen Zahlen und 
lassen ein prozentisches Maximum von etwa 25%, für das Intervall der kleinsten 
Änderungen, zugleich aber auch in beiden Fällen eine unsymmetrische Ver- 
teilung gegen dieses Intervall in der Weise hervortreten, daß die Häufigkeit 
nach der Seite der negativen Änderungen erheblich langsamer als nach der 
antgegengesetzten abnimmt. Teil A der Tabelle zeigt aber, daß die Fälle ohne 
Niederschlag am Morgen in noch höherem Grade dem Intervall der geringsten
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.