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Object: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

SF 
Die Falklands-Inseln, 
Die Gewinnung des Talgs geschieht nach amerikanischer Art sehr 
rationell durch kalte Auspressung, und sind hierzu bis jetzt zwei Pressen in 
Thätigkeit. 
In den letzten Jahren hat auch starke Ausfuhr von lebenden Falklands- 
Schafen nach den die Fjorde der Magellan-Strafse begrenzenden Landstrichen 
Patagoniens stattgefunden, woselbst die Züchtung dieser Thiere im Grofsen mit 
ausgezeichnetem Erfolge immer mehr in Aufnahme kommt. 
Der Werth der Gesammtausfuhr von den Falklands-Inseln belief sich im 
Jahre 1884 auf 64000 Lstrl. 
Die Einfuhr nach den Inseln erstreckt sich, mit Ausnahme von frischem 
Fleisch, Kartoffeln und Gemüse, auf alle Lebensbedürfnisse, und zwar wird, 
mit Ausnahme von einigen frischen Früchten, welche Montevideo liefert, Alles 
aus England bezogen. 
Die vorhandenen Lotsen unterstehen gleichfalls dem Gouverneur und 
beziehen festes Gehalt. 
Der Haupthandel der Falklands-Inseln, sowohl Export wie Import, liegt 
in Händen von Engländern, unter denen die in Port Stanley vertretenen Firmen 
„The Falkland Island Company“, deren Inhaber der Deutsche — Italienische — 
Belgische — Konsul Frd. E, Cobb ist, sowie John Markham Dean & Sons 
— Konsul für Dänemark, Schweden, Norwegen und Nordamerika — die 
ersten sind. 
Den Hauptverkehr mit Europa wie den anderen Festlanden vermitteln 
die Dampfer der Deutschen Kosmos-Linie, welche Port Stanley auf dem 
Wege Montevideo— Valparaiso und zurück allmonatlich berühren und auch die 
europäische und sonstige Post besorgen. Trotz vielfacher Anfeindung und 
Konkurrenzversuche hat sich die Deutsche Gesellschaft, welche hier einen 
ständigen Deutschen Agenten hält — Kapt. Seemann —, eigene Anlegeplätze 
and Hulks als Waarenniederlagen besitzt, doch bisher hier mit gutem Erfolge 
zu behaupten gewufst. 
Aufser den regelmäfsigen Touren ihrer transatlantischen Dampfer hat die 
„Kosmos-Gesellschaft“ seit einigen Jahren hier einen etwa 800 Tons grofsen 
Dampfer stationirt, welcher den Post-, Passagier- und Waarenverkehr zwischen 
den einzelnen Inseln der Falklands-Gruppe vermittelt. Anfangs unter sehr un- 
günstigen Verhältnissen und infolge des geringen Verkehrs mit ständigen Ver- 
lusten arbeitend, rentirt der Dampfer, der den Namen „Malvinas“ — altspanische 
Benennung der Falklands-Inseln — führt, in letzter Zeit durch den Gewinn bei 
den öfters vorgenommenen Hebungen und Bergungen gesunkener resp. fest- 
gekommener Schiffe, wozu derselbe mit einem vorzüglichen Pumpensystem ein- 
gerichtet ist, im Ganzen gut. Die „Malvinas“ hat im vorigen Jahre auch den 
beim Legen von Bojen in der Magellan-Strafse festgekommenen chilenischen 
Kriegsdampfer „Angamas“ abgebracht und hierfür ein Bergegeld von 75000 Mark 
erworben. 
Seitens der Englischen Regierung ist den Dampfern der Kosmos-Linie 
auch die zwangsweise Annahme von Lotsen resp. die Bezahlung derselben 
erlassen, und sind diese Dampfer außerdem frei von allen Hafenabgaben, so 
weit sie die Englische Regierung betreflen. 
Zur Ausrüstung von Schiffen mit frischem Proviant ist Port Stanley 
sehr gut geeignet. An lebendem Vieh ist stets und in ausreichender Menge zu 
haben: Ochsen, Hammel, Gänse und auch einige Hühner und Schweine, Der 
Durchschnittspreis für frisches Rindfleisch beträgt etwa 2! d., für Hammel- 
fleisch 2 d. pro engl. Pfund. Kartoffeln, Rüben, Grün- und Weifskohl gedeihen 
hier in kleinen Quantitäten, sind aber, ebenso wie frisches Brot, zu welchem 
das Mehl von England bezogen wird, wegen zu hoher Preise für die Schiffs- 
verpflegung nicht in Betracht zu ziehen. An Dauerproviant sind zwar alle 
Artikel in guter Qualität, jedoch nur in geringeren Quantitäten und als Import- 
artikel zu ziemlich hohen Preisen zu erhalten. 
Schiffsmaterialien und Inventarien sind, mit Ausnahme von gröfseren 
Rundhölzern, ebenfalls in ausreichender Menge vorhanden; desgleichen gute 
englische Kohlen, von welchen in zwei Hulks — eine der „Falkland Island 
Company“ und die andere der Firma Dean & Sons gehörig — 4—600 Tonnen 
stets auf Lager gehalten werden, deren Preis je nach den Englischen Markt- 
preisen zwischen 50 und 60 sh. pro Tonne varlirt.
	        
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