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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Ast 
Aus den Reiseberichten der Deutschen Brigg „Betty“. 
4. Pagoda-Ankerplatz, Während bis vor kurzer Zeit die Fahrstrafse 
nach dem Pagoda-Ankerplatz von den beiden bei der Insel Spiteful gelegenen 
Tonnen nach Flat und von da nördlich von den durch eine schwarze spitze 
Tonne gekennzeichneten Tui-Chi-Felsen vorbeiging, benutzen jetzt die Lotsen 
selbst mit den tiefsten Dampfern einen neuen geradlinigen und kürzeren Kanal. 
Die alte sowohl wie die neue Passage sind in der beigefügten Karte mit den 
von S. M. Knbt. „/itis“ gelotheten Tiefen aufgezeichnet. 
Die Ansegelung für den neuen Kanal ist folgende: 
Sobald man von See kommend die Insel Spiteful in Sicht bekommt, 
steuere man auf die südwestlich von derselben gelegene rothe Tonne los, lasse 
dieselbe an Steuerbord und steuere dann auf die Pagode zu, dieselbe gut 
offen, ungefähr einen Strich an Steuerbord haltend. 
Zu gleicher Zeit wird man achteraus das bei Owang gelegene Joss- 
Haus, ein graues Gebäude, halb offen von der Nordkante von Spiteful sehen; 
e8 darf weder hinter der Insel verschwinden, noch darf man zwischen dem- 
selben und der Insel hindurchsehen können, da der Kanal kaum !/4 Sm breit 
ist. Der Kurs von der rothen Tonne uvach der Pagode ist mw. SW!/A48, 
Die Tiefe in dem neuen Kanal beträgt durchschnittlich 7,5m bei Niedrig- 
wasser; sobald man die T7wi-Chi-Tonne in Linie mit der südlich von derselben 
an Land stehenden Baumgruppe peilt, wird dieselbe 1 bis 1!/z m geringer, 
Aufser dem kürzeren Wege bietet der neue Kanal noch den Vortheil, dafs man 
nicht mit Hart-Ruder, besonders bei grofsen, schwer drehenden Dampfern, zu 
arbeiten braucht, wie dieses bei der Insel Flat im alten Kanal nothwendig ist, 
Die Ansegelung für den alten Kanal ist folgende: 
Nach dem Passiren der beiden Tonnen bei Spiteful steuere man so nach 
Flat zu, dafs man den hoch oben auf Black Cliff stehenden Baum, den Sso- 
genannten Umbrella tree, in der Mitte zwischen der schwarzen Tonne und der 
Nordkante von Spiteful sieht, und setze diesen Kurs so lange fort, bis der 
Baum mit der Nordkante der Insel abschneidet. Dann steuere man längs der 
Küste, sich ungefähr 200m von derselben haltend, auf die Zwui-Chi-Tonne, die- 
selbe an BB haltend, und nach Passiren derselben auf die Pagode zu. 
Aus den Reiseberichten des Kapt. A. Bendrat, Führer der 
Deutschen Brigg „Betty“. 
Fahrten auf den Zuflüssen des Rio de la Plata: Parana de las Palmas, Zangeve, 
Parana Quazu und Uruguay. 
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.) 
Dem meteorologischen Journal der „Betty“ entnehmen wir den nach- 
stehenden Reisebericht: 
„Am 19. März 1884 lagen wir, ballastbeladen, mit einem Tiefgange von 
2,8m (9'/4 Fufßs) dicht bei Campana, am rechten Ufer des Parana de las Palmas, 
vor Anker, um nach Nuevo Paysandu zu segeln und dort eine Ladung Talg für 
England zu laden, doch mufsten wir drei Tage auf einen Lotsen warten, da 
kein einziger zu Hause war, der ein Patent für das Lotsen auf den von uns zu 
befahrenden Flüssen: Parana de las Palmas, Parana Guazu und Uruguay hatte. 
Am 20. März endlich erhielten wir einen Lotsen von Buenos Aires, der 
gerade von Rosario, wohin er ein Schiff gebracht hatte, zurückgekehrt war. (Das 
Lotsengeld für die Reise nach Nwevo Paysandu betrug 30 Lstrl.) Wir machten 
indefs heute keinen Versuch, unter Segel zu gehen, da der. Wind schral und
	        
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